Freitag , 29 Juli 2016
Startseite » Gesellschaft » Philosophie Religion » Ein Papstwitz zu viel: Gott gefeuert! (Achtung Satire!)

Ein Papstwitz zu viel: Gott gefeuert! (Achtung Satire!)

papst_windStuttgart – „Loyalität ist unverzichtbar, auch und gerade bei höheren Angestellten. Ob Krankenpfleger oder Gott persönlich: Wer sich über den Chef lustig macht, fliegt raus!“ polterte Erzbischof William Joseph Levada. Damit brachte der Leiter der römischen Glaubenskongregation die Haltung der katholischen Kirche in einem vielbeachteten Sozialgerichts-Prozess knapp auf den Punkt. „Es geht um das Ansehen der Person des Papstes, und es ist absolut normal, dass Gerichte danach ri… ähm, sich danach richten.“

Herrn Gottes Klage war vom Landessozialgericht Baden-Württemberg unmittelbar zuvor abgewiesen worden. Der Herr hatte sich gegen die Sperrung seines Arbeitslosengeldes aufgrund einer verhaltensbedingten Kündigung gewandt. Diese war seiner Auffassung nach nicht rechtens. Die Richter entschieden hingegen, sie sei gerechtfertigt, denn die katholische Kirche dürfe Bediensteten ohne Abmahnung fristlos kündigen, wenn diese den Papst beleidigen.

Im Prozess hatte Erzbischof Levada als Beigeladener geschildert, die Zusammenarbeit mit Herrn Gott sei nicht immer reibungslos verlaufen. Gott, dessen Aufgabe eigentlich nur die Repräsentation einer abstrakten Idee nach außen gewesen sei, habe mehrfach versucht, sich in die Leitung des Unternehmens einzumischen. „Als wir kürzlich beim 1. Vatikanischen Konzil die Unfehlbarkeit des Papstes feststellten und Gott definitiv nichts mehr zu melden hatte, fing er an, den Papst zunehmend lächerlich zu machen.“ beklagte der Kleriker. „Beim Deutschlandbesuch im September wurde es dann völlig unerträglich. In den peinlichsten Momenten blies Herr Gott dem Oberhaupt aller Gläubigen die Mozzetta über den Kopf und ließ ihn wie eine tattrige, verschrumpelte Nonne wirken!“

Dieser Geschehensverlauf wurde bei der Beweisaufnahme bestätigt. Das Gericht hob hervor, der Kläger habe, wegen seines Verhaltens zur Rede gestellt und befragt, wer außer ihm denn für solche kindischen Streiche in Frage komme, nur gemurmelt: „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.“ Das sei jedoch eine reine Schutzbehauptung. Jesus, das einzige dem Gericht bekannte himmlische Kind und ebenfalls bei der katholischen Kirche unter Vertrag, habe bei seiner Vernehmung nicht nur Mitwirkung, sondern auch Kenntnis des Klägers dreimal glaubhaft verleugnet.

Einer Abmahnung habe es nicht bedurft, da das Vertrauensverhältnis zwischen Gott und seinem Arbeitgeber durch gravierendes Fehlverhalten dauerhaft zerstört gewesen sei. Die wegen erneuten Flatterns während des Besuches in Freiburg ausgesprochene fristlose Kündigung sei rechtens, stellt die Urteilsbegründung fest. Sie schließt mit den Worten: „Dass der Kläger sich auf Satire und damit die Kunstfreiheit beruft, ist völlig abwegig. Gerade er sollte wissen, dass Religion keinen Spaß versteht. Unserem Papst darf niemand am Zeug flicken, und wenn es der Herrgott persönlich wäre.“

Der Allmächtige, der aus Gewissensgründen auf besonderen geistlichen Beistand verzichtet und seine Sache selbst vertreten hatte, nahm das Urteil resigniert entgegen. „Ich bin nur ein einziger Gott, was kann ich gegen eine weltweite Organisation wie die Kirche schon ausrichten? Für mich gibt es nicht einmal eine Gewerkschaft, weil die Kirche andere Götter frühzeitig verboten hat.“

Die folgende Karikatur mit dem Titel „Ach du heiliger Strohsack“ hat allerdings nichts mit diesem Fall zu tun.

heiliger_strohsack

Die ideeauslösende Meldung für diesen Beitrag findet sich bei der Frankfurter Rundschau.

Über wk

Check Also

Papst-Franziskus

Von mafiöser Gier zur Läuterung: Papst Franziskus und die Vatikanbank IOR

Papst Franziskus mahnte gestern erneut zu Solidarität mit den Armen und weniger Gier bei den …