Freud und Leid durch den Vulkan - Ein Kommentar
Milliardenschwere Flugzeugtechnik, Flugleitsysteme, Lotsen, Bordcomputer: Alles hilft nichts, wenn Mutter Erde es plötzlich einfällt, sich ziemlich lutherisch zu verhalten und Dampf abzulassen. Die Folge für das durchtechnisierte moderne Leben: Ein paar Stunden reichen aus und am Himmel herrscht plötzlich Ruhe.
Lärmgeplagte Flughafenanwohner freut es, sie können das genießen, was für andere weit ab von den Hauptflugrouten bei schönem Wetter selbstverständlich ist: Draußen sitzen und sich die Frühlingssonne auf den Pelz scheinen lassen. Der Himmel ist urplötzlich in einem Zustand, wie ihn unsere Großeltern und Urgroßeltern und deren Vorfahren gekannt haben: Frei von Kondensstreifen, lediglich beherrscht von Vögeln. Nachts funkeln lediglich nur Sterne und Planeten am Himmel, unbehelligt von den irrlichternd dahinjagenden Nachtfliegern. Das alles, weil gerade ein Vulkan Asche rund zehn Kilometer hoch geschleudert hat und der Wind die Asche über nahezu ganz Europa treibt.
Angenommen, der Wind hätte die Asche über den Nordpol nach Sibirien getrieben, hätte trotz gleicher Wirkung vermutlich kaum jemand Notiz davon genommen. So aber werden bereits Rechnungen angestellt, was der Wirtschaft an Schaden durch den Vulkan entstanden sein könnte. Von 150 Millionen und mehr am Tag ist allein für den Frankfurter Flughafen die Rede. Versicherungen werden die Ausfälle nicht übernehmen. Fragt sich, wo sich die Fluggesellschaften das Geld wiederholen werden, das ihnen so durch die Vulkanasche im tiefsten Wortsinn zu Asche verbrannt ist. Fragt sich allerdings auch, ob nicht doch in unserer durchtechnisierten Welt nicht doch ein Platz dafür bleibt, angesichts eines solchen Erlebnisses sich zu erinnern, dass wir Menschen trotz aller ausgeklügelten Technik am Ende doch auch nur den Kräften unterworfen sind, denen wir letztlich unser Dasein zu verdanken haben.



