Erkannt und aufgedeckt – doch es bleibt alles wie gehabt
Haben sie sich schon mal gefragt, was genau unseren derzeitigen Wirtschaftsminister befähigt, eben dieses Ministerium zu begleiten? Damit stehen sie nicht allein; weder mit dieser Frage an sich, noch mit den fehlenden Antworten. Ein Igel ist's, der nun ein wenig Licht ins Dunkel bringt: Mit den gleichnamigen Förderungen unterstützt Röslers Ressort Seminare, in denen Ärzte lernen, wie sie Patienten extra zu zahlende Leistungen schmackhaft machen. Wohl gemerkt auch Selbstzahlerleistungen, die bei entsprechender Indikation durchaus kostenlos erfolgen könnten. Falls sie überhaupt nötig und hilfreich sind. Philipp begleitet also nicht nur sein Amt, sondern auch weiterhin ehemalige Weggefährten, sie treffen sich scheints regelmäßig zur Lobbyrunde, um größtmöglichen Vorteil abzuschöpfen.
Manche lernen es eben nie. Und sollten Sie mittlerweile vor lauter Finger trommeln erschöpft sein, nur, weil ich die Abkürzung für die angesprochenen individuellen Gesundheitsleistungen, IGeL, falsch schrieb, sollten Sie sich eine größere Gelassenheit in Rechtschreibdingen angewöhnen. Allein schon deshalb, damit Ihnen Ihre Gesundheit nicht allzu teuer kommt. Wir kommen nun mal nicht an der Tatsache vorbei, dass das Land der Dichter und Denker zunehmend von Studenten und Abiturienten infiltriert wird, deren Referate von Rechtschreib- und Grammatikfehlern nur so wimmeln. Professor Gerhard Wolf von der Universität Bayreuth geht in seiner Studenten-Schelte noch einen Schritt weiter: Wie auf BR Wissen weiter zu lesen ist, hält er Studierende zudem für unfähig, selbständig zu formulieren und Texte zusammenzufassen. Der Mann muss es wissen, hat er in Bayreuth doch einen gewissen „von guttenbergschen“ Informationsvorsprung!
Inwieweit der Studienrat für dieses Desaster mitverantwortlich ist, den ich vor einiger Zeit kennenlernte, kann ich nicht abschätzen. Dieser selbsternannte „Historiker“, (dazu befähigt allein durch ein abgeschlossenes Lehramtsstudium auf Deutsch und Geschichte) beklagte sich einst über einen Schüler, dem er dank dessen katastrophal schlechten schriftlichen und mündlichen Leistungen das Abiturzeugnis eigentlich eindeutig verweigern müsste. Die Antwort auf meine Frage, warum er ihn dann nicht einfach tatsächlich durchrasseln lassen würde, war ebenso kurz wie signifikant: Erstens fürchtete der Pädagoge Repressalien seitens seines Dienstherren, zweitens, und seine Stimmlage ließ keinen Zweifel daran, dass dies der Hauptpunkt war, müsse er dann selbst eine Nachprüfung zusammenstellen, und dies dazu noch in den Sommerferien! Halleluja, da reichen wir den Schwarzen Peter doch lieber an den nächsten Ausbilder/Arbeitgeber/ Professor weiter! So tickt also mindestens ein „Herz des Gemeinwesens“, wie Rolf Habermann, Chef des bayerischen Beamtenbundes die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes ja so gerne bezeichnet! Da hilf auch keine noch so großzügige Beihilfe mehr, um es wieder bzw. erstmals richtig takten zu lassen.
Taktvoll verschweige ich Name und Adresse dieses Lehrkörpers, die Redaktion kann ebenfalls nicht zur Herausgabe dieser Informationen gezwungen werden. Journalisten dürfen nämlich nach Veröffentlichung von zugespieltem Material nicht mehr wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat verfolgt werden. Dies ist eine der gesetzlichen Änderungen, die mit 1. August in Kraft traten. Neben LKW-Maut auf Bundesstraßen, erleichterte Zuwanderungsbedingungen für Hochqualifizierte und geänderte Regelungen, die Organspende betreffend, gibt es zudem auch endlich mehr Schutz vor versteckten und teuren Abo-Fallen im Internet: Preise, Lieferkosten und Mindestlaufzeiten müssen eindeutig angezeigt werden, ein Vertrag kommt erst zustande, wenn ich bewusst auf den Button klicke, der deutlich mit „Zahlungspflichtig bestellen“ o.ä. gekennzeichnet ist.
Tolle Idee! Ich plädiere dafür, Wahlzettel zukünftig ähnlich zu kennzeichnen!


