Kim Jong-un verlangt 24 Mio. Exemplare der Gratis-Ausgabe „BILD für ALLE“ (Achtung Satire)
Berlin – Mailboxen des Springer-Konzerns üben offenbar eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf autoritäre Staats-Oberhäupter aus. Nun hat sich auch Nordkoreas neu inthronisierter Herrscher Kim Jong-un zu Wort gemeldet. Auf dem Anruf-Beantworter von Verlagschef Mathias Döpfner verbat er sich jegliche hämische Bericht-Erstattung zu übergewichtigen Führern unterernährter Völker.
Obwohl Nordkorea formell zur Achse des Bösen gehört, drohte der sympathische Jung-Diktator nicht direkt mit Krieg. Er forderte lediglich eine Wiedergutmachung: Die Jubiläums-Ausgabe der „Bild-Zeitung“ solle nicht wie vom Springer-Verlag geplant nur in Deutschland kostenlos verteilt werden, sondern auch in Nordkorea. Schon der Name der Aktion sage ja, dass die Gratis-Lieferung für Alle bestimmt sei, also auch für Koreaner.
Verlagsleiter Döpfner wie auch Chefredakteur Diekmann waren von dem Erpressungs-Versuch begeistert. In Deutschland gibt es zwar bereits empörte Reaktionen auf die Versende-Aktion, weil das Blatt am 23. Juni 2012 ungefragt „ca. 41 Mio. Haushalten inkl. Werbeverweigerern,“ zugestellt werden soll. Gerade die Nachfrage aus einem totalitären Staat zeige jedoch, dass indessen die ausgewogene Berichterstattung der „Bild“ international hoch geschätzt werde. Offenbar führe die weltoffene und neutrale Ausrichtung der Zeitung sogar zur sich hier andeutenden Öffnung Nordkoreas.
Diese optimistische Einschätzung ist allerdings umstritten. Ein vom zunächst unsicheren Springer-Chef mit der bislang unveröffentlichten Aufzeichnung vertraut gemachter externer Berater begründete seine Zweifel: „Nur ca. 1.000 Nordkoreaner verstehen überhaupt Deutsch, und die lesen Marx.“ Außerdem habe Kim energisch auf Zustellung bis Mitte Februar und einem Mindestgewicht von 500 g (inklusive Hochglanz-Werbebeilagen) bestanden. Er folgerte daraus: „Die Eigenwerbung der „Bild“ kommt denen gerade recht, koreanische Winter sind hart und Brennstoff ist knapp.“




