R ³ - Stau bei den Verfahrensfragen
Beim Weltklimagipfel gab es einen Stau bei den Verfahrensfragen. Sagte zumindest unser oberster Klimakatastrophenverwalter Röttgen. Wo der Stau war, am Frankfurter Kreuz oder eher am Elbtunnel, sagte er nicht. Es sagt auch nicht wie lange der Stau ist und ob dessen Ende hinter einer Kurve liegt. Ob also die nächsten Verfahrensfragen nicht so dicht auffahren sollten. Wenn ich also eines Tages mit meinem Enkel unter Palmen direkt am Nordseestrand bei Köln sitze, nachdem die Polkappen abgeschmolzen sind, werde ich ihm sagen, dass es hier früher noch 500 km weiter nördlich trockenes Land gegeben hat.
Aber weil sich die Verfahrensfragen gestaut haben ist leider die Nordsee übergeschwappt. Wahrscheinlich wird mich mein Enkel dann sofort entmündigen lassen und in eine schöne ruhige Klinik zwischen den Wüstendünen von München einweisen lassen. Insofern sollte ich besser über meine Antwort nachdenken.
Also noch einmal. Die Verfahrensfragen beim Klimagipfel haben sich gestaut. Vielleicht in der Eingangstür zum Tagungsort. Nur weil die Verfahrensfrage für die Klärung des Protokoll hinsichtlich des Formats (DIN A4 quer oder hoch) wieder ihre Einladungskarte vergessen hat und ewig mit dem Typen am Eingang diskutiert hat, kamen die anderen Fragen nicht rechtzeitig rein. Es konnte also nicht geklärt werden wer vorne sitzen darf, wo die Raucher rauchen können, ob es nur Kaffee oder auch Tee gibt, und wenn ja aus welchen Anbaugebieten, ob die Frauenquote berücksichtigt werden muss und wann die Pausen sind. Und deswegen gibt es keine Eisbären mehr, wird mich mein Enkel dann fragen. Und schon wieder bin ich in dieser ruhigen Klinik bei München, so geht es also auch nicht.
Wenn sich die Verfahrensfragen nicht gestaut hätten, gäbe es noch Eisbären und Holland wäre nicht abgesoffen. Vielleicht staute sich etwas im Hirn der Tagungsteilnehmer. Ich werde also meinem Enkel erklären, dass die Tagungsteilnehmer so viele andere Fragen, und durchaus wichtige Fragen im Kopf hatten, dass sie sich weder um die Eisbären noch um die Holländer kümmern konnten. Dann wird mein Enkel fragen wer denn diese Typen da hin geschickt hat, die nicht wussten was wichtig war. Man hätte doch andere da hinschicken können. Ich werde ihm erklären, dass wir damals ein einem freien Land wohnten, freie Wahlen hatten und eigentlich alles mitbestimmen konnten. Oder vielleicht besser nicht. Das endet wieder in der Klinik, und nicht nur für mich, sondern für alle die zu diesem Zeitpunkt so um die 80 Jahre alt sind und noch alle Zähne beieinander haben. Und dann gibt es einen Stau vor dieser netten und unheimlich ruhigen Klinik in den Wüstendünen bei München.




