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Claudia spricht: Kapitalismus ist nicht an Missbrauch interessiert

richter hammerEs freut mich ungemein, dass Sie wieder hier sind! Bis man Freunde wird, dauert das ja immer sehr lange, aber auf dem Weg gute Bekannte zu werden sind wir ja schon. Ist ja nicht das Schlechteste, denn nur so kann man offen miteinander reden und umgehen. Sagen Sie mal, wie stehen Sie eigentlich zum Thema Missbrauch hier in unserem Lande? Empören Sie sich darüber, wenn wieder ein Fall bekannt wird oder nehmen Sie das gelassen hin unter dem Motto „ist halt so“? Ich sag Ihnen mal was, und das gewiss nicht unter dem Deckmantel der Vertraulichkeit, sondern offen und ehrlich: Hier im Land stinkt es dermaßen bei diesem Thema, dass selbst die beste Gasmaske keinen Nutzen mehr zeigen kann!

Gleich mal eine Frage: Haben Sie selbst Kinder? Also, wie Sie vielleicht inzwischen wissen, ich schon! Und da ist man ja für das Thema Missbrauch gleich doppelt und dreifach sensibel, nicht wahr!? Also wenn ich mir da so die Zustände im Land betrachte (und ich bin immer erst einmal dafür vor der eigenen Türe den Dreck zu entfernen), dann kommen einem doch so gewisse Fragestellungen in den Sinn, die es durchaus wert sind diskutiert und vor allem im stillen Kämmerlein, sowie in der Öffentlichkeit bekannt gemacht zu werden. Wie kann es sein, dass eine Regierung, die bekanntlich ihre ach so dummen Schäfchen kompetent anführt, in Sachen Missbrauch von Kindern, Frauen oder jungen Männern eine Verjährung der Missbrauchstat zeitlich in vielen Fällen auf 3 bzw. 5 Jahre begrenzt? Täterschutz vor Opferschutz? Missbrauch lediglich ein Kavaliersdelikt? Alles nicht so schlimm?

Wenn Sie mich fragen, steckt da viel mehr dahinter, als das was Ottonormal so sieht und vor allem erkennen kann. Angesichts der Tatsache, dass ein Bankräuber im Land eine längere Haftstrafe bekommt als ein Kinderschänder, ist doch die Frage berechtigt, ob die Herren Abgeordneten nicht ein bestimmtes Interesse damit verbinden im Besonderen diese Verjährungsfristen aufrecht zu erhalten und die aktuellen Forderungen aus dem Volk nach einer Abschaffung der selbigen, mit einer reichlich fadenscheinigen Argumentation von sich weisen. Genau genommen scheint es die Obrigkeit relativ wenig zu interessieren, ob ein Kind missbraucht wird, da in diesen Kreisen derartige Themen weniger von Präsenz sind, als es bei den unteren Schichten der Fall ist. Interessant ist es zudem in diesem Zusammenhang, weshalb bei einer Steuerhinterziehung, oder ähnlichen die Finanzen betreffenden Delikte, je nach Umstand, rigoros vorgegangen wird. Muss ich extra erwähnen, dass die Verjährungsfristen deutlich höher angesetzt sind als bei einem Kindesmissbrauch nach ziviler Rechtsprechung!? Es muss nicht die Todesstrafe für Sexualtäter sein, denn da gibt es weitaus sinnvollere Möglichkeiten Triebtäter genau so lange wie ihre Opfer leiden zu lassen. Die gesetzliche Handhabe eines Erlasses für drastische und folglich einschneidende Maßnahmen, die einen Täter für sehr, sehr lange Zeit aus dem sozialem Gefüge herausnehmen und bei Wiederholungstätern mitunter auch eine Kastration als Höchststrafe ermöglicht, könnte für eine größere Abschreckung sorgen. Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema?

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Mal ehrlich, inzwischen ist doch nachgewiesen, dass Sexualstraftäter bei guter Führung und reuevoller Einsicht entweder nur eine Bewährungsstrafe erhalten oder lediglich mitsamt einer Therapie, die eh nichts bringt, ein bis drei Jahre hinter Gitter sitzen. Aber was dann? Sie werden entlassen, als geheilt wohl bemerkt, und machen einfach ihr horrormäßiges Treiben weiter. Ob der Nachbar, der Onkel oder irgendein Mann innerhalb der Stadt - ein weiterer Opferschutz ist doch absolut nicht gegeben! Warum nicht? Könnte es vielleicht daran liegen, dass ein Mensch, und sei es auf Dauer „nur“ eine zerstörte Psyche, weniger wert ist als der Verlust von Geld und somit Kapital, folglich zum Beispiel Steuerhinterzieher oder Bankräuber hartnäckiger verfolgt und rigoros gesetzlich bestraft werden? Und letztere aufgrund ihrer „geistigen Gesundheit“ gleichzeitig auch noch weniger Umsatz- und Einnahmeträchtig im Bezug der Rechtsprechung, der ausgesprochenen Strafen, sowie der damit verbundenen Maßnahmen sind, aber auf der anderen Seite der Medaille Kapital „angreifen“?

Fakt: Immerhin verdienen an Sexualstraftätern nicht nur Ärzte, Psychiater und Gutachter, sondern auch Anwälte, Staatsanwälte, Richter, Justizpersonal, Kliniken, Praxen, die Pharmaindustrie und, und, und. Damit verbunden sind unter anderem Arbeitsplätze oder auch Steuereinnahmen. Bankräuber erhalten allenfalls bei einer nachweislichen geistigen Umnachtung besondere therapeutische Betreuung. Warum also sollte eine Regierung ein Interesse daran haben wehrlose Kinder, Jugendliche und Frauen vor solchen körperlichen und seelischen tödlichen Übergriffen mit richtig abschreckenden Maßnahmen zu schützen, die es bislang nicht gibt und somit Triebtäter für Jahrzehnte außer Gefecht zu setzen? Oder wiederholte Gerichtsverhandlungen, Gutachterberufungen, Therapien und das ganze Prozedere bei Wiederholungstätern, dadurch eingrenzen, dass das Strafmaß einfach extrem hochliegt? Anmerkung: Zumal real betrachtet die wenigsten Täter einen einmaligen „Ausrutscher“ als Sexualstraftäter zu verzeichnen haben. Können Sie eine plausible Antwort auf diese Fragen geben? Ich nicht.

Und wie können wir nun unsere Kinder und Frauen in Eigenregie schützen, wenn die Regierung und somit die Rechtsprechung nicht dazu fähig ist? Selbstjustiz? Eigentlich auch keine Lösung, da es sich um ein landesweites und sehr tiefgehendes gesellschaftliches Problem handelt (und ich betone ausdrücklich, dass wir erst einmal hier im Grundsatz für Gerechtigkeit und Menschenschutz sorgen sollten!), das sich damit nicht einfach unter den Teppich des Friede-Freude-Eierkuchen kehren lässt. Wissen Sie was ich glaube!? Nur wenn wir alle uns gegen derartige lasche Gesetze stemmen, die Augen für die Zustände in der direkten Nachbarschaft offenhalten und den Mut im eigenen Hintern haben dagegen anzugehen, ich meine die sprichwörtliche Zivilcourage an den Tag legen, ja, dann, und wirklich erst dann, werden keine Babys mehr misshandelt, keine Kleinkinder für das Leben geschändet und keine Frauen mehr zu sexuellen Handlungen genötigt werden, die ihr Leben ebenso wie das der unschuldigen Kinder im Land für immer und ewig zerstört!

Sagen Sie mal: Was tun SIE eigentlich dagegen? Sind Sie immer noch der Meinung „das ist halt so, weil es eben einfach den einen oder anderen kranken Typen im Land gibt“? Oder stehen Sie dem Thema vollkommen gleichgültig gegenüber, weil es Sie nicht direkt betrifft? Auch wenn vieles unter dem Mantel von „alles ist menschlich“ zugedeckt werden kann: HIER hört es definitiv auf!! Tun Sie was! Machen Sie die Augen auf! Helfen Sie in jeglicher Form mit, dass diese tiefen körperlichen und seelischen Missbräuche exzessiv eingedämmt werden können und vor allem auch von Seiten der Regierung, der all so viele Menschen doch nur zu gerne blind und lahmfromm folgen! Denn eines sollten Sie bei diesem allgegenwärtigen Thema niemals vergessen: Es könnte Sie als Frau ebenso treffen, wie auch ihre Kinder…und was dann!?

Herzlichst Ihre Claudia

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