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Dem Staat die rote Karte zeigen – durch aktives Nichtstun

rote_karteWir müssten doch mal auf die Straße gehen! Sollten wir nicht endlich demonstrieren, womöglich noch mit Gewalt und Demolierung, damit man uns hört? Denjenigen, die uns ständig klein halten, zahlen lassen und uns am demokratischen Gängelband führen, müssten wir mit aller Macht ans Schienbein kicken! Wirklich? Aber nein, all das brauchen wir doch nicht, wenn wir zeigen wollen, dass wir mit weitreichenden Entscheidungen nicht einverstanden sind! Üben wir uns doch lieber einmal in einem kollektiven Nichtstun, um Gehör zu finden und Änderungen zu bewirken.

Am Stammtisch wird ebenso heftig über all die Vorgänge diskutiert als auch in Experten- und Freundeskreisen. Alles ist so schrecklich, das Geld wird immer weniger, die Arbeit noch dazu, das soziale Brandmal der unterschwelligen Armut wird immer mehr Menschen aufgedrückt und zu allem Überfluss müssen wir auch noch Mehrwert-, Umsatz-, Einkommenssteuer und sonstige Steuern zahlen. Hilft das denn, also all das lamentieren, debattieren, fluchen und schimpfen? Bewegt sich etwas im Sinne vieler, hinsichtlich positiver Änderungen im Alltag und somit dem persönlichen, langfristig betrachteten Leben? Nein, tut es nicht! Wie auch, denn je lauter der Mensch, desto weniger wird ihm zugehört. Das kennt man schon aus den simpelsten Rhetorik-Kursen und wird einem oftmals schon im Kindergarten eingetrichtert „Wenn du schreist, dann höre ich dir nicht zu!“.

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Also, was kann dann besser Wirkung zeigen? Stillschweigen? Alles brav schlucken und annehmen, was einem täglich so von Entscheidern kredenzt wird? Gewiss nicht, denn auch das ist der falsche Weg. Viel besser ist es doch sich in einem kollektiven Nichtstun zu üben. Man stelle sich einmal vor, was geschehen würde, wenn in Deutschland nur eine Woche lang nicht konsumiert wird! Nichts, aber auch rein gar nichts kaufen, kein Geld ausgeben und das nur sieben Tage lang durchhalten. Was würde geschehen? Wo würde die erste Krise entstehen und zu vielen grauen Haaren führen? Genau, in den Kreisen der Regierung, Aktionäre, Lobbyisten und vielen weiteren von profit-, prestige- und machtgetriebenen Gehirnen. Nervöse Zuckungen wären da wohl noch das harmloseste Zeichen derer, die durch sanftes und somit friedliches Nichtstun der Bürger aufgeschreckten Damen und Herren.

Nichtstun. Glauben Sie, dass Sie sieben Tage durchhalten würden? Standfest im täglichen Handeln, nichts, aber auch rein gar nichts im wirtschaftlichen und steuerlichen Sinne zu tun? Viele mögen solch eine Vorstellung für reine Utopie halten, weil der Mensch eben nicht verzichten will. Auto fahren und somit tanken, den Kühlschrank vollladen, mal flott am Wochenende in den Billigflieger, um ausspannen zu können oder auf das Rauchen und die heißgeliebten Freizeitbeschäftigungen verzichten, die in irgendeiner Form mit Geldfluss in Verbindung stehen. Um nur einiges der Konsumenten liebsten Dinge zu benennen. All das sollte kollektiv nur sieben Tage unterlassen werden. Sieben Tage, die allerdings solch eine massive Wirkung zeigen können, dass selbst die größte auf den Straßen stattfindende Demonstration wie eine kümmerliche Anhäufung von protestierenden Menschen aussehen würde.

Ich selbst bin ja immer dafür das Hirn leise arbeiten zu lassen. Nein, ich muss nicht schreien, um an betreffenden und wichtigen Stellen Gehör zu finden. Stillsein und Nichtstun hat eine mächtige Wirkung in sich, das können Sie mir glauben! Tun Sie nicht? Dann testen Sie doch diese, meine als effektiv erlebte, Theorie einmal im kleinen Kreise! Schreien und demolieren Sie nicht, wenn Sie sauer und genervt sind! Tun Sie nichts, aber auch rein gar nichts, was die betreffende Gegenseite von Ihnen erwartet! Sie werden erstaunt sein, welch positive Ergebnisse Sie dadurch erleben können. Ach ja, wenn Sie sich solch eine „Übung“ trauen, dann lassen Sie mich doch Ihre Erlebnisse erfahren, denn wer weiß, vielleicht wagen Sie sich dann bei wirklich wichtigen Angelegenheiten endlich einmal…nichts zu tun.

Herzlichst

Ihre Claudia


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