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Süßer die Glocken nie klingen - Weihnachten im September

zimtsterneDeutschland, Wochenende, rund 24 Grad und Sonnenschein. Hauchzart umschmeichelt der Duft von Spekulatius, Lebkuchen und so mancher Leckerei die Nase, wenn, ja, wenn da nicht die Tatsache wäre, dass es nicht einmal Mitte September ist und somit die Weihnachtszeit noch einige Tage auf sich warten lässt. Weihnachtsfeeling, im nicht einmal vorhandenen kalendarischen Herbst, lässt mich doch jedes Jahr aufs Neue grübeln, warum die süßen Glocken schon Monate vor dem Advent klingeln und weshalb Millionen Menschen zu Weihnachtsgebäck und Co greifen, die neben den sommerlichen Restposten dem Käufer entgegen lachen. Gleich mal eine interessierte Frage: Haben Sie bereits Printen, Lebkuchen oder Zimtsterne auf dem sonntäglichen Kaffeetisch liegen?

Um gleich etwas klarzustellen: Jeder gerne, wie er es mag oder braucht, denn mein heutiges Thema soll nicht in die Gelüste des Einzelnen eingreifen, sondern viel mehr etwas dafür sensibilisieren, was da der Handel so mit uns treibt. Übrigens ja ein Thema das nicht nur Weihnachtsgebäck betrifft, denn schon Ende Januar verschwinden die warmen Bekleidungsteile in jeglicher Form und machen luftigen Sommertops und Sandalen den Weg in die Regale frei. Schlauchboote und Gartenmöbel kurz nach Weihnachten, verdrängen Skier und Rodelzubehör, in den Sommermonaten hingegen sollen wir bereits brav nach Winterpullovern und Thermohosen greifen, während es draußen vor der Ladentür durchaus noch hitzige 30 Grad und mehr hat. Also mir vergeht seit vielen Jahren immer mehr die Lust am Kaufen und auch an den einzelnen Jahreszeiten noch dazu.

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Sicherlich, der Rubel muss in Handel und Produktion rollen, aber sind wir doch mal ehrlich: Wo bleibt da noch die Vorfreude auf eine der vier Jahreszeiten und der für diese so charakteristischen Elemente, die nicht nur Traditionen umfassen, sondern zeitgleich auch für Stimmungen sorgen? Hat nicht normalerweise alles seine Zeit und macht somit genau zum passenden Moment auch wirklich Freude? Selbst meine Kinder fragen mich immer wieder mit einem Kopfschütteln „Mama, ist denn schon bald Weihnachten? Schau mal, da gibt es bereits die Adventskalender!“ Glücklicherweise verlangen sie noch nicht danach, denn sie haben begriffen, dass man nicht jeden Quatsch sofort mitmachen oder geschweige sich den Einflüssen des Kommerzes unterwerfen muss. Da sind sie selbst mit ihrem, zum Teil, zarten Alter so manch einem Erwachsenen voraus, der sich nicht selten genug begierig den Lebkuchengenüssen überlässt, um beginnend mit dem Dezember einen Widerwillen gegen Kardamom, Lebkuchengewürz, Gewürznelkenduft und Zimtaroma zu entwickeln. Und nicht nur dagegen, wohlbemerkt. Muss das denn wirklich sein?

Schlussendlich liegt es in unser aller Hand den Handel in seinen Planungen und Angeboten zu beeinflussen und nicht, in einem sich ewig rollenden Rad des Konsums, den Sinn für die passende Zeit und deren Genuss zu verlieren. Wie denken Sie eigentlich über dieses Thema? Und haben Sie sich ebenfalls diesem „Wahn“ entzogen oder knabbern Sie bereits am Christstollen? Es interessiert mich wirklich und folglich freue ich mich über Ihre Antworten, die gewiss so manchen neuen Blickwinkel ermöglichen und vielleicht tatsächlich eine neue Sensibilisierung auf den käuferischen und genussreichen Plan rufen.

In diesem Sinne bis zum nächsten Mal

Ihre Claudia


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