Dienstag , 30 Mai 2017
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Wer schürt all diese Konflikte?

burning carBetrachtet man die Ereignisse der letzten Zeit, könnten berechtigte Zweifel aufkommen, ob der Mensch tatsächlich das intelligenteste Wesen auf dem Planeten Erde ist. Und sollte seine Intelligenz jetzt als unanzweifelbar höher betrachtet werden als die von anderen Erdenbewohnern, dann fehlt es ihm offensichtlich an der notwendigen Vernunft. Anstatt miteinander für ein friedliches, erfülltes Leben zu arbeiten, scheint ein Zeitalter angebrochen sein, in dem es ein leichtes sein dürfte, die Menschen in jede beliebige Richtung zu manipulieren.

Ein Video taucht auf. Nicht länger als 14 Minuten lang. Ich fälle jetzt kein Urteil über die Qualität, mögliche Geschmacklosigkeit oder sonstige Attribute von „Innocence of Muslims“, doch eines steht fest: Nichts ist verlässlicher, als auf den Zorn strenggläubiger Muslime zu setzen. Es muss bloß für die entsprechende Verbreitung der Provokation gesorgt werden.

Nun stellt sich die Frage, wem nützt es, wenn sich der Zorn der Massen mit Gewalt entlädt? Sind diese künstlich herbeigeführten Konflikte rein politisches Kalkül? Könnte es sein, dass es Branchen gibt, die an eskalierender Gewalt verdienen?

Gleichzeitig kommt mir der „Arabische Frühling“ in den Sinn. Wie viele Nahost- und sonstige Experten haben da Ihren Senf abgegeben? Wie oft wurde uns erklärt, wie wichtig all dies für die demokratische Entwicklung in diesen Ländern ist? Mit welcher Begeisterung wurden die Revolten vom Westen unterstützt, von der Vorstellung begleitet, dass Tunesien, Ägypten und Libyen nun endlich zu „modernen Staaten“ werden?

Und wie sieht die Bilanz tatsächlich aus? Was hat sich geändert? Wie viele Menschen kamen ums Leben? Wie viele Milliarden wurden völlig sinnlos im wahrsten Sinne des Wortes verbrannt? All dies, um pro-westliche Diktatoren durch radikale muslimische Vereinigungen, wie die Salafisten oder die Muslim-Bruderschaft abzulösen?

Der Eindruck, dass auch hier die Menschenmassen als „nützliche Idioten“ missbraucht wurden, erscheint mir keinesfalls als abwegig. Die so offensichtlich einseitige Berichterstattung der Medien brachte von Anfang an den Verdacht mangelnder Objektivität mit sich.

Der Journalist Karim El-Gawhary erklärt den Österreichern seit vielen Monaten fast täglich im TV vom Tahrir-Platz in Kairo, wie wichtig diese oder jene Maßnahme ist. In Wirklichkeit haben sich die Bilder nicht geändert. Heute genauso wie vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges werfen grölende Menschenmassen Steine und schreien hasserfüllte Parolen in die Mikrofone der TV-Berichterstatter.

Fast könnte man den „Diktatoren“, die das Volk halbwegs im Griff hatten, nachweinen.

Richten wir den Blick gegen Europa, so taucht erneut der Verdacht auf, dass hier von langer Hand vorbereitete Konflikte geschürt werden könnten. Krieg, Gewalt und Zerstörung bringen – so traurig es auch klingen mag – wirtschaftliche Aufschwünge mit sich. Schon vor längerer Zeit habe ich in einem Artikel auf die Reproduktionshypothese verwiesen, wie sie in einer, von der Universität Münster veröffentlichten, Studie ausführlich erläutert wird.

Zum Glück gibt es absolut keinen Anlass, einen Krieg zwischen europäischen Staaten zu befürchten. Doch wie sieht es mit Unruhen innerhalb der einzelnen Länder aus? Ein Musterbeispiel wäre Griechenland. Mit dankbar angenommenen Milliarden wurde das Land in die Währungsunion gelockt. Dann kam der „Zahltag“. Eine Sechs-Tage-Woche wird vorgeschlagen. Soziale Errungenschaften werden gestrichen und der Mindestlohn gesenkt. Der „kleine Mann“ von der Straße lässt sich dies nicht so ohne weiteres gefallen – und schon brennt es in Athen. Nachdem auch Polizisten wegen Lohnkürzungen teilweise schon den Dienst quittieren, lässt sich leicht vorstellen, wie sich die Situation in Griechenland weiterentwickeln wird. Den Herrschern über die EU geht es aber immer nur um die Einhaltung der verordneten Sparmaßnahmen.

Dürfen wir wirklich glauben, dass der soziale Druck, die Reduktion der Lebensqualität, sich auch in Zukunft auf Griechenland und Portugal, auf Spanien und vielleicht Italien beschränken wird? Wäre es nicht eine logische Fortsetzung, auch die Bürger anderer Staaten durch eine Eskalation der Krise „weichzuklopfen“? Denn wer die Schulden kontrolliert, kontrolliert das Geld; wer das Geld kontrolliert, kontrolliert die Staaten. Auch wenn sich die Situation durch die Neuausgabe von Zentralbankgeld vorübergehend zu beruhigen scheint, eines Tages, in nicht ganz so ferner Zukunft, werden auch jene Staaten dran sein, die bis jetzt den Rettungsschirm finanzieren.

Wurde nicht kürzlich vom deutschen Verfassungsgerichtshof beschlossen, dass die Armee – natürlich nur in äußersten Notfällen – auch innerhalb des Landes eingesetzt werden kann?

Eigentlich erwähne ich die gewalttätigen Ausschreitungen in muslimischen Ländern und jene in Europa, die durch die Schuldenkrise ausgelöst wurden, nur deswegen im selben Artikel, weil es sich in all diesen Fällen um durchaus vorhersehbare Reaktionen handelt. Allerdings, sollte hinter dem Aufbringen der Massen Absicht stecken, dann gäbe es noch sehr viele – und sehr einfache – Möglichkeiten, den Flächenbrand auszudehnen.

Die Medien werden natürlich immer einfach verständliche Erklärungen finden. Wie wir ja schon oft genug gehört haben, ist es uns allen viel zu lange viel zu gut gegangen. Und dass angekündigte Koran-Verbrennungen die Gemüter der Muslime ebenso regen wie Karikaturen oder Spottvideos über den Propheten Mohammed, ist natürlich bekannt. Die Medien sorgen nur für die Publicity. Wenn in Afghanistan Frauen beim Holzsammeln durch einen NATO-Angriff ums Leben kommen, wird dieser „peinliche Irrtum“ dann auch gleich durch die Weltpresse gejagt, dass es auch alle Muslime rund um den Erdball so rasch wie möglich erfahren.

Wer immer davon profitiert, wer immer die Pläne schmiedet, wann wird es den Politikern oder auch den Bürgern endlich klar, dass wir Menschen im Grunde genommen doch nichts anderes wollen, als in Frieden miteinander zu leben? Ungeachtet ob wir Christen sind, Muslime, Juden, Buddhisten oder Atheisten. Ist dieses Ziel denn wirklich so abwegig?

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