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Claudia spricht: Viele Köche verderben den Brei – ein Koch die Bildung

bildung ist zukunftAls Frau und Mutter macht man sich ja naturgemäß immer etwas mehr Gedanken und ich muss Ihnen sagen, dass das Thema Bildung stets ein begleitender Faktor im meinem Alltag ist, und nicht nur deshalb, weil ich aufgrund meiner Kinder täglich damit konfrontiert bin. Reichlich nervenaufreibend übrigens, besonders, wenn ich mir betrachte, was da die Schlaulis aus Regierungskreisen planen und so, bewusst oder unbewusst, aus dem gebildeten Mundwerk von sich geben. Dazu fällt mir gerade etwas Wichtiges ein: Sagen Sie mal, welchen Schulabschluss haben Sie eigentlich?

Hallo, erst mal, vor lauter Wut, hätte ich doch nun glatt vergessen Sie zu begrüßen! Sowas aber auch, da sieht man mal wieder, wie sehr bestimmte Themen einen zur Weißglut bringen können. Zu meiner Eingangsfrage: Nein, keine Sorge, ich möchte nun wirklich nicht neugierig erscheinen, aber ich frage mich, welche Bildung Sie nutzen oder auch, wie heißt es so schön, genießen konnten. Wenn man sich die Zustände im Land bezüglich des Themas Bildung und das Recht auf diese einmal näher betrachtet, kann man ja von vielem sprechen, aber nicht zwingend notwendig davon, dass Bildung hierzulande für jede Einkommensschicht selbstverständlich ist. Selbstverständlich im Sinne von „jeder hat das Recht auf Bildung“, denn sind wir doch mal ehrlich: Hast du Geld, hast du das Recht dich bilden zu können. Hast du keines, bleibt eben vieles unerreichbar, denn Wissen bekommt man nun mal nicht geschenkt. Wäre ja auch noch schöner, oder!? Ironie lässt grüßen, denn wo kämen wir nur hin, wenn jeder, der die geistigen Voraussetzungen und den eigenen Biss des Lernenwollens inne hat, ab der Grundschule die Möglichkeit hätte zu lernen, Nachhilfe zu nehmen – falls das eine oder andere beim Lernstoff hapert – und schlussendlich, nach einem erfolgreichen Abitur, den weiteren Weg des nicht gerade billig zu bezeichnenden Studiums einschlagen könnte?

Sicherlich, nicht jeder junge Mensch hat das Ziel zu studieren, muss ja auch nicht, aber in unserem Gespräch geht es ja nicht darum, sondern einfach nur um die Tatsache, dass, wenn jeder diesen Weg einschlagen möchte, er das auch unabhängig der familiären finanziellen Mittel umsetzen kann. Wenn er will. Und wollen tun ja viele, allerdings werden Bildungswilligen im Besonderen von der Regierung, dem System und folglich auch der breiten Masse der Bevölkerung nicht Steine, sondern ganze Berge vor die Nase gesetzt. Dass da dann auch keine Kletterkünste im Freeclimbing mehr helfen, muss ich normalerweise nicht erwähnen, tue es aber, wie Sie lesen können, trotzdem. Stichwort Regierung. Ich nehme an, dass Sie von dem allseits sehr beliebten Roland Koch, im Volksmund liebevoll mit dem Spitznamen „Schweini“ besetzt, und seinen neuesten Aussagen bzw. Plänen zum Thema Bildung im Land bereits gelesen oder zumindest mal kurz gehört haben.

Sparen will der gute Mann, ist ja auch sehr lobenswert bei der akuten Finanz-Krise, aber leider genau da, wo solch ein sparen eine fast schon blinde Kurzsichtigkeit einer langfristig sich auswirkenden Problematik nach sich ziehen würde. Finanzielle Beschränkungen möchte der Herr im Bildungswesen, ohne die hochgepriesenen PISA-Ambitionen im Land zu beachten. Sieht man einmal von der Profilierungssucht dieses Politikers ab, bleibt trotzdem die Frage offen, welche Familien hier im Land noch die Möglichkeiten haben, ihren Kindern den Grundstock für ein eigenständiges Leben geben zu können. Wissen ist Macht, kennen Sie bestimmt auch, nicht wahr, und nur wer den Zugang zum Erreichen des selbigen hat, wird für sich und viele Mitmenschen etwas in der Zukunft bewegen können, auch und im Besonderen aus finanzieller Sicht. Ob das in einer Regierung jemand der „oberen Köpfen“ wirklich interessiert, zumal diese von Diäten fett werden, während unsereins beim Wort Diät schon einen Anfall bekommt, da dieses Verzicht bedeutet?! Mal ehrlich, eigentlich ist es ja egal wovon die breite Masse der Bevölkerung schlank wird, und das im übertragenen Sinne und nicht hinsichtlich des Körpergewichtes. Ich spekuliere einfach mal, denn stellen Sie sich vor, was geschehen würde, wenn unabhängig der finanziellen Mittel jeder Wissen anhäufen könnte. Plötzlich gäbe es doch weitaus mehr Frauen und Männer, die sich nicht lenken lassen, sondern aufgrund der gewonnenen Erfahrungen und der Anhäufung von einem breiten Wissen, selber beginnen das Lenkrad im Sinne vieler in die Hand zu nehmen. Oder was meinen Sie?

Ich selbst hoffe nur, dass die Sparpläne der krisengebeutelten Regierung nicht noch mehr Beschränkungen in Sachen Bildung für die Kinder, Jugend und Erwachsenen im Land auslösen werden. Frau Merkel hat zwar zu Herrn Kochs Vorschlägen erst einmal Nein gesagt, aber wie sooft gilt bei den meisten Politikern ein ungeschriebener Grundsatz „was interessieren mich die Worte von gestern“ und zudem: Frau Merkel ist ja biologisch gesehen eine Frau, und Frauen im Allgemeinen leiden ja immer wieder unter prämenstruellen oder wechseljahrbedingten Stimmungsschwankungen, folglich bin ich gespannt, wie lange das Thema „Sparhahn in Sachen Bildung im Land“ wirklich in der Schublade der Regierung bleibt.

Also wenn Sie mich fragen, ich wüsste viel bessere Sparmaßnahmen, die weitaus mehr Sinn machen als den Menschen im Land noch mehr Steine in den Weg zu legen. Welche? Die erläutere ich Ihnen bei einem unserer nächsten Treffen einmal näher, denn nun sollte ich los, das Gespräch in der Schule wartet auf mich und da ich eine Niete im Klettern bin, sprenge ich mir durch den Berg einfach einen Tunnel. Wie das geht, habe ich mir nämlich durch Interesse am Lernen bereits mal näher angesehen. Lassen Sie es sich gut gehen und unterstützen Sie besonders Ihre Kinder in Sachen „Lernen, Bilden, Wissen aneignen“, denn vielleicht wird ja Ihre Tochter oder Ihr Sohn einmal an der Regierungsspitze stehen und dann sollte sie oder er es doch viel besser machen können, nicht wahr!?

Herzlichst

Ihre Claudia

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