Dienstag , 6 Dezember 2016
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Unsere Jugend: nur Porno im Kopf?


Was richtet die Flut von pornografischen Bildern und Pornovideos im Internet in den Köpfen von Kindern und Jugendlichen an? Welches Frauenbild wird in versauten Trailern und Teasern vermittelt? Wie fühlen sich junge Mädchen, die als Schlampen und Bitches bezeichnet werden und angeblich allzeit bereit zum Sex sind? Wächst eine Generation heran, die durch den unbegrenzten Konsum von Hardcore Pornografie restlos verdorben wird? Richten diese größtenteils abstoßenden Aufnahmen einen unheilbaren Schaden in Kinderseelen an und zeichnen ein völlig verzerrtes Bild von der Beziehung der Geschlechter zueinander? Machen Sie sich als verantwortungsvoll denkender Erwachsener ein Bild, welche Abgründe sich im Internet auftun!

Porno – ständig und überall abrufbar

Es ist kinderleicht, sich online pornografische Beiträge zu beschaffen. Jede vierte Suchanfrage im Netz zielt darauf, und das durchschnittliche Alter derjenigen, die diese Inhalte erstmals konsumieren, liegt bei unglaublichen elf Jahren! Über die Suchmaschinen klappt das innerhalb von wenigen Sekunden. Das Stichwort „Porno“ genügt, und schon lassen sich unzählige Webseiten mit eindeutig pornografischem Inhalt öffnen. Die sexuellen Aktivitäten, die in den Videos gezeigt werden, treiben selbst Erwachsenen die Schamesröte ins Gesicht. Wer aus pubertärer Neugierde darauf aus ist, sich Brüste oder nackte Frauen anzuschauen, wird stattdessen mit einer Fülle von ekelhaften Pornoszenen konfrontiert, die ein Kind oder ein Teenie kaum verkraften kann.

Erschreckend, wie es in Pornovideos zugeht

Frauen werden als verfügbares „Fleisch“ dargestellt. Die Texte zu den Bildern transportieren sexistische und teilweise rassistische Inhalte, indem sie auf die körperlichen Merkmale von Afrikanern, Asiatinnen oder Latinos ausgerichtet sind. Den jugendlichen Zuschauern wird suggeriert, alles im Leben von Erwachsenen drehe sich um Sex und darum, wahllos Verkehr zu haben. Frauen wird permanente Geilheit unterstellt, die jeder beliebige Mann befriedigen kann. Ein Junge könnte annehmen, dass Brüste und Pos die Signalwirkung haben, dass spontaner Geschlechtsverkehr erwünscht ist. Was offenbar Millionen erwachsenen Konsumenten gefällt und diesen als „erotische“ Anregung dient, erschreckt zahlreiche Kinder und schürt ihre Verachtung für die Menschen, die sie erziehen und anleiten.

Hinzu kommt die unglaubliche Brutalität, die in diversen Pornovideos verherrlicht wird. Menschenverachtende Szenen sind an der Tagesordnung und sorgen für ein Weltbild bei Jugendlichen, das haarsträubend und verstörend ist. Rücksichtsloses Verhalten, mangelnde Achtung vor Frauen, das bewusste Zufügen von Schmerzen und bizarre Praktiken aus den finstersten Hinterzimmern der Lust prasseln ungefiltert auf jugendliche Zuschauer ein und richten einen riesigen Schaden an.

Kinder und Jugendliche müssen vor Perversionen geschützt werden

„Normaler“ Sex, bei dem Romantik oder Liebesgefühle eine Rolle spielen, kommt heute bereits oft zur normalen Sendezeit im Fernsehen oder in jugendfreien Filmen vor. Sie gehören vielleicht zu denen, die der Sexualität unverklemmt gegenüberstehen und Ihre Kinder rechtzeitig aufgeklärt haben. Haben Sie dabei auch bedacht, welche Quellen Ihren Sprösslingen sonst noch offen stehen, um sich noch vor der Pubertät eingehend über Sex zu informieren? Schließlich kennen viele Erwachsene keine Internet-Pornos und haben auch keinerlei Interesse daran.

Um herauszufinden, welche Gefahren für Geist und Seele des Nachwuchses im Netz lauern, sollten Sie sich überwinden, sich einige Pornos zumindest kurz anzuschauen. Wahrscheinlich werden Sie diese einfach widerlich finden und hundertprozentig ungeeignet, um von Kindern konsumiert zu werden. Als Mutter möchten Sie es bestimmt verhindern, dass Ihr Sohn die in Pornos vorherrschende Einstellung übernimmt, alle Frauen seien Schlampen, die nur darauf warten, flach gelegt zu werden. Als Vater wird Ihnen angst und bange bei der Vorstellung, Ihre Tochter könnte die schamlosen Frauen in Pornovideos kopieren, um attraktiv für Männer zu sein.

Kümmern Sie sich darum, ob Ihre Kinder Pornos konsumieren

Sicherlich, in Schule und Freizeit haben Teenies häufig Spaß mit Pornos, die auf ihren Smartphones kursieren. Sie besitzen also nur begrenzt Einfluss, Heranwachsende vor sämtlichen schädlichen Einflüssen zu schützen. Doch bestimmt gehören Sie zu den Erziehungsberechtigten, denen das Wohl Ihrer Kinder am Herzen liegt und die diese nicht wahllos dem Konsum von Internet-Pornografie aussetzen wollen. Darum verschließen Sie nicht die Augen vor dem „dreckigen Thema“, sondern klären Sie sich zuerst selbst auf. Was Sie zu sehen bekommen, wird Sie so schockieren, dass Sie die Entwicklung Ihres Kindes ernstlich gefährdet sehen.

Sprechen Sie mehr mit Ihren Kindern, schärfen Sie deren Bewusstsein dafür, was abartig, verwerflich oder unrealistisch ist, ohne als Moralapostel dazustehen. Natürlich gibt es viele Jugendliche, die ganz andere Interessen haben als sich haufenweise pornografischen Schund reinzuziehen. Es gibt noch immer „Jugend forscht“ und andere engagierte Jungen und Mädchen, die sich sozial oder politisch einbringen. Bisher ist nicht die gesamte deutsche Jugend durch den kommerziellen Dreck der Porno-Webseiten verseucht. Wenn Sie aber bedenken, dass auch aus nur gelegentlichen Pornografie-Konsumenten einmal Eltern oder Weisungsberechtigte werden, sollten Sie wachsam sein. Sie werden es am Umgang Ihrer Kinder mit den ersten Flirts merken, wie viel Gift bereits in ihre Seelen geträufelt wurde. Eine große Klappe und sexistische Kraftausdrücke müssen jedoch noch kein Indiz für übermäßigen Pornokonsum sein. Passen Sie jedoch auf, dass sich das Denken und Fühlen Ihrer Kinder nicht nur um Porno dreht.

 

Bild-Urheber: michaklootwijk / 123RF Lizenzfreie Bilder

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