Sonntag , 25 Juni 2017
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Rollentausch – Altersheim statt Gefängnis und Gefängnis statt Altersheim

altersheim
Foto: Gerd Altmann / pixabay

 

 

 

 

 

 

Wenn Straftäter statt ins Gefängnis ein Altersheim eingewiesen würden…

…müssten sie monatlich 2000 Euro und mehr für die Unterbringung bezahlen und dafür ihr Einkommen und all ihre Ersparnisse einsetzen,

…müssten ihre Kinder für die monatlichen Kosten mit aufkommen, wenn das eigene Vermögen und/oder Einkommen nicht reicht,

…entspräche die Größe des ihnen zur Verfügung gestellten Zimmers keinen Normen,

…wäre ihr Nahrungsangebot nur schwach gewürzt, weich und wenig abwechslungsreich. Dafür müssten sie mit schwer zu öffnenden Plastiktöpfchen für Kaffeesahne und Marmelade kämpfen.

…würde sich ihr Recht auf Privatsphäre nur nach dem Arbeitsablauf des Personals richten,

… müssten sie dem Aufsichtspersonal Fragen wie „na wie geht es uns denn heute?“ oder „wollen wir dann mal aufstehen“ ohne zu wissen, obwohl sie doch nur für sich antworten können,

…bestände ihr Lebensinhalt im Warten, dass die Zeit vergeht,

…wäre ihr Freizeitangebot auf Bastelstunden, Spiele-Nachmittage oder gelegentliche Tanztees beschränkt,

…könnten sie froh sein, wenn sie einmal pro Woche duschen dürfen,

…wäre die Häufigkeit ihrer Ausflüge an die frische Luft abhängig von ehrenamtlichen Begleitungen

…müssten sie damit rechnen, bei Missachtung Hausordnung und/oder renitentem Verhalten mit Medikamenten ruhig gestellt oder schlimmstenfalls ans Bett gefesselt zu werden,

…müssten sie für Körperpflegemittel, Haarschnitt, Briefmarken oder Taxifahrten zum
Arzt selbst aufkommen,

…hätten sie als Kommunikationsmittel mit der Außenwelt eine Klingel am Bett, die nicht selten ignoriert wird,

…wäre ihr Aufsichtspersonal hoffnungslos überarbeitet, gestresst und damit schlecht gelaunt,

…hätten sie immer die Aussicht vor Augen, bei guter Führung vorzeitig entlassen zu werden.

 

Wenn alte Leute, die ihr gewohntes Leben nicht mehr meistern können, dafür statt ins Altersheim in ein Gefängnis gingen….

…hätten sie freie Kost und Logis,

…bliebe ihnen das mühsam Ersparte zur freien Verfügung,

…hätten sie ein verbrieftes Recht auf tägliches Duschen und regelmäßige medizinische und zahnmedizinische Untersuchungen,

…könnten sie sich gewiss sein, dass bei den kleinsten Veränderungen in ihrem Gesundheitszustand sofort bestmögliche medizinische Hilfe geholt würde oder sie falls notwendig in eine Klinik verbracht würden,

…würden ihnen bei Bedarf Stützstümpfe, Hörgeräte, Rollator oder Rollstuhl ebenso kostenlos bereitgestellt werden, wie alle notwendigen Medikamente,

…hätten sie je nach Wunsch die Wahl zwischen Ein- oder Mehrbettzimmern mit Fernseher, Telefon, Radio und Computer,

…würde ihre Bettwäsche regelmäßig gewechselt und ihre Privatwäsche kostenlos gewaschen und gebügelt,

…könnten sie in der Sicherheit leben, dass die Wärter stets ein wachsames Auge auf sie hätten, sei es durch Zimmerkontrollen und/oder standardmäßiger Kameraüberwachung,

…bekämen sie schmackhafte, abwechslungsreiche Speisen, die auf den Grundlagen der gesunden Ernährung zusammengestellt werden,

…hätten sie das Recht auf täglich mehrmaligen Aufenthalt an der frischen Luft,

…könnten sie sich auf regelmäßige Besuche ihrer Angehörigen freuen, die sie in eigens dafür eingerichteten Besuchsräumen empfangen könnten,

…zur Freizeitgestaltung ständen ihnen die hauseigene Bibliothek, Kino, Fitnessräume und
gegebenenfalls ein Swimmingpool zur Verfügung,

…könnten sie einen Antrag auf Weiterbildungsmaßnahmen stellen,

…könnte, wer möchte, in den hauseigenen Betriebsstätten arbeiten gehen und sich so noch ein geringes Zubrot verdienen,

…stände ihnen bei Problemen, Ängsten und Nöten ein Pfarrer, Psychologe oder Sozialarbeiter mit Rat und Tat zur Seite,

…hätten sie die durchaus erfreuliche Perspektive, bei guter Führung vorzeitig entlassen zu werden.

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