10 Sätze über ... ausgelastete Autokonzerne
Die Spatzen pfeifen es von Dächern der Produktionshallen: in Deutschland werden wieder Autos in Mengen bestellt, so groß, dass etliche Hersteller dazu übergangen sind, an den Wochenenden Sonderschichten zu fahren, denn nur so sei es laut Konzernaussagen möglich, "die Wartezeit auf Neuwagen in erträglichem Maß zu halten", petzte mir die Thüringer Allgemeine am Frühstückstisch. Bei einem aktuellen Bestand von 42,3 Millionen Personenkraftwagen - so die amtliche Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg für den 1.Januar 2011 - lässt sich nun sicherlich nicht behaupten, Deutschland leide unter akutem Mangel an personengebundenen Beförderungsmöglichkeiten. In meiner Strasse stehen die Autos so dicht an dicht, wer da einen Hüftdurchmesser von mehr als 40 Zentimetern hat, kann die Straßenseite nur mittels Helikopter oder durch einen eigenhändig gegrabenen Tunnel wechseln.
Mancher Haushalt ist gar mit 3 Autos gesegnet, weil, ein Auto ist ja immer auch ein kleines Stücken Freiheit, auch wenn diese Freiheit nur bedeutet, schnell mal von A nach B zu kommen, weil in B das Benzin einen halben Cent billiger ist.
Interessant in diesem Zusammenhang, dass Wirtschaftskundler eine steigende Autoproduktion als positives Signal betrachten, also je weniger freie Parklücken, umso besser geht es den verbissen nach Parklücken suchenden Menschen. Und wenn wir den ganzen Planeten erst mit all den Opels, Toyotas und Renaults vollgestellt haben, muss es uns nach dieser Logik so gut gehen, dass wir vor Dauergrinsen keine den nun gültigen Regeln entsprechende Passbilder für den neuen Personalausweis mehr hinbekommen. Super.




