10 Sätze über ... 5 Euro
Da diskutiert also die Mitte der Gesellschaft und deren gut situierte Oberschicht über die materiellen Ansprüche derer, die das marode Wirtschaftssystem notgedrungen als ihre Stille Reserve und marktpolitisches Druckmittel leidlich am Leben erhält. Politiker stoßen ins Horn, welches mal Arbeiterlieder, mal ABBA's "Money-Money-Money" spielt, je nachdem, welcher Interessenverband die Musik per Wahlkampfspende bezahlt. Verängstigt blökt die Mittelschicht, einerseits nicht mehr gewillt, den 6 Millionen Faulenzern und Sozialschmarotzern das Paradies auf Deutschem Boden zu bezahlen, andererseits gelähmt vor Furcht, schon morgen selbst einer dieser 6 Millionen trägen Fettwänste zu sein. Schließlich macht der Virus Zeitarbeit und 400-Euro-Job auch nicht vor Facharbeiterbriefen und Hochschulabschlüssen halt.
Da heißt es beim Amt pekuniär aufzusatteln, hoffend, dass der Aufschwung einen nicht im Galopp verliert. Vom klimatisierten Büro direkt an den von kalter liberal-nationaler Luft umwehten BILD-Pranger. Und nun alles auch noch in 3D: das Elend ist zum greifen nah. Und Hieronymus Bosch wird posthum zum Porträtisten einer sich an Strohhalme klammernden Gesellschaft ernannt. 5 Euro pro Nase, um den Rubel weiter talwärts rollen zu lassen. KIK-Textil-Diskont: demnächst auch in deiner Nähe.




