10 Sätze über ... keine Leute
Der Nachwuchs stirbt aus. So tönt es seit geraumer Zeit in der Industrie und auch vor allem im Handwerk, wo es alljährlich im September gilt, neues Blut - im nachfolgenden Auszubildende genannt - der jeweiligen Firma zuzuführen. Unter anderem sei der Geburtenknick schuld, dass es momentan zu wenig junge Leute gäbe, wobei ich hier nicht nur meine Hände in Unschuld wasche, denn gar gern hätte ich in unserem Wohnviertel der Problematik fehlender Befruchtungen mit körperlichem Einsatz das Wasser abgegraben, doch allein meine Gattin stellte sich quer.
Binnen kürzester Zeit kippte also das Verhältnis von Lehrstellenangeboten und Lehrstellensuchenden. Was vor allem im Osten sehr prekär ist, da dort, nach dem massivem Stellenabbau kurz nach der Wende, vielerorts eine Belegschaft arbeitet, die man kurz vor dem Ende des 2. Weltkrieges auf Grund ihres altersbedingten Zustandes noch als "Volkssturm" bezeichnete. Doch nun, wo ein Großteil der Welt wieder deutschen Produkten hinterher hechelt, fehlen also die Hände, um diese Produkte auch zukünftig herzustellen. Auch für mich eine betrübliche Vorstellung, da ich doch alsbald in Vorruhestand treten und in diesem tagtäglich am Stadtteich die Enten füttern und den jungen Frauen hinterher schauen wollte. Nun heißt es für mich wohl arbeiten bis zum umfallen. Und junge Frauen gibt es auch nicht mehr. Nur noch die doofen Enten am Teich.
Anmerkung: Auch meine Firma sucht noch Auszubildende. Wer also ein Kind oder Bekannte sein eigen nennt, welche Interesse an Porzellan hat, darf diese gern an mich verweisen. Meine Email-Adresse finden Sie im Impressum.



