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Die Krise News (101) – Wahrnehmungsstörungen

brataepfel

Zimt- und Bratapfelduft – Glühwein- und Punschgeruch in der Luft. Wenn nicht die Adventszeit dazu prädestiniert ist, unliebsame Gerüche zu übertünchen, welche dann? Völlig unverständlich also, warum Robert Pattinson ausgerechnet jetzt über das mangelnde Körperhygieneverständnis seiner Ex- (oder doch schon wieder?) Ex die Nase rümpft. Es sei denn, man kennt die Hintergründe und schlussfolgert messerscharf auf verletzte Eitelkeit als Running-PR-Gag: Erst hüpft Kristen durch fremde Kisten, dann wird die eigentliche Beziehungskiste wieder versöhnlich vernagelt. Nun muss dringend gelüftet werden … aus gutem Grund, wenn man dem Geflüster eines nicht näher benannten „Insiders“ Glauben schenken möchte: Der aus welchen taktischen Gründen auch immer gehörnte Schauspieler hat offensichtlich seine idealisierende rosarote Brille abgelegt und nimmt seine einstmals Angebetete mit erweiterten Sinnen wahr.

“Kristen wäscht sich seltenst die Haare, Zähne werden höchstens einmal pro Tag geputzt und – ganz schlimm! – sie trägt kaum Parfum! Es kann offensichtlich nicht zwielichtig genug sein, wenn’s um die Twilightpromotion geht. Dass die Stewart zudem auch noch auf Make-Up jenseits des roten Teppichs verzichtet, passt allerdings nicht so ganz ins Gesamtkonstrukt: Laut Aussage von Nicole Scherzinger ist weniger Make-Up nämlich mehr und unterstreicht die Natürlichkeit. Und die steht rund um die Twilightstars nun wirklich auf verlorenem Posten!

Den Posten schon wieder verloren hat übrigens Huub Stevens: Nach sechs glücklosen Spielen in Folge wurde der einstmals gefeierte Meister auf Schalke zwangsbeurlaubt. Offensichtlich haben nun auch die Blau-Weißen die Rosarote abgesetzt und sie scheinen nicht gewillt, ein Auge zuzudrücken.

Keinesfalls gewillt dazu war dieser Tage auch Javier Martinez: Half ihm aber nichts, der Bayernspieler erlitt im Spiel gegen Mönchengladbach eine, wie sich herausstellte, temporäre Augapfelquetschung und wurde deshalb umgehend in eine Klinik eingewiesen! Ach, würde unserer Justitia auch soviel AufMERKsamkeit zuteil! Mit etwas Glück gäbe es weniger diktierte Fehldiagnosen und die Kliniken wären mit passenden Patienten belegt. Leider jedoch stolpert diese Augenverbundene mit ihrer Waage allein durch weite Flur im Kampf gegen Ungleichgewicht und steht recht machtlos dem allgemeinen Interesse gegenüber. Das orientiert sich lieber an einem Boris Becker, der Merkel zu „ihrem“ Friedensnobelpreis gratulierte. Da hat er offensichtlich den Stier mit der zierlichen Europa verwechselt, die allerdings auch leer ausging. Um dies zu erkennen, reicht es aber noch lange nicht, dass die Augen selbst gar nicht bedeckt sind; zumindest nicht mit einem zur Binde geformten Tuch. Vielleicht hat sich das einstige Tennis-Ass auch nur vertippt und wollte seiner Kanzlerin zum „zweitmächtigsten Menschen“ gratulieren. Während nun die Einen noch darüber spekulieren mögen, warum das US-Wirtschaftsmagazin “Forbes” in seiner Aufstellung den Ausdruck „Mensch“ und nicht „Frau“ benutzte, dämmert es den Anderen, wie weit die Begriffe „Mensch“ und „Menschlichkeit“ im Sinne von Humanität je nach Kontext auseinanderdriften können …

In diesem Sinne

Eure Krise

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