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Die Krise News (100) – Gerüchte, über Degenerationen hinweg

schwangerschaftstest„Schwanger – was nun?“ Als ich diese Meldung aus dem Augenwinkel erhaschte, vermutete ich sofort eine Dr.-Sommer-Neuauflage bei stern.de: Ratgeber für in Not geratene Mütter, womöglich noch weit unter 18 und auf der Suche nach einer neuen Bleibe, weil von der Familie verstoßen. Das kommt gut in der Adventszeit, es soll ja noch Menschen geben, die sich an den Teil der Weihnachtsgeschichte erinnern, in dem die aussichtslose Herbergssuche beschrieben wird. Was gar nicht so leicht ist, verblasst dieser doch so leicht hinter den glitzernden Edelmetall- und sonstigen Gaben rund um Heiligabend. Aber nein, es geht um ein royales Ungeborenes, Gerüchten zufolge eventuell zwei. Die fortschrittlichen Universalexperten von heute kommen übrigens ganz ohne Krötensud oder Ähnlichem aus, den man bei Vollmond um Mitternacht an einer bestimmten Wegkreuzung auslegen muss, sie erkennen dies hundertprozentig am Grad der Übelkeit.“

Dafür scheint anderes Wissen zusehends zu verkümmern: Würde sonst in oben erwähntem Artikel, der „die wichtigsten Fragen zur Babynachricht des Jahres“ darlegt, Folgendes aufgeführt: Wann kommt das Kind von Prinz William und Catherine zur Welt? Wo soll es leben? Meine Güte! Auch dieses Kind wird, wie die meisten Neugeborenen seit Menschengedenken nach gerundeten neun Monaten das Licht der Welt erblicken; allerdings wesentlich mehr Scheinwerfer, Blitzlichter und Wärmelampen als so manches Würmchen, dass mal so eben nebenbei während der Feldarbeit ins harte Leben, oder nennen wir es realistisch harten Alltag, geworfen wird. Womit Frage zwei ebenfalls beantwortet sein dürfte: Der arme Wurm, der fatalerweise schon pränatal durch den Tod einer Krankenschwester auf ewig gezeichnet ist, wird im goldenen Käfig gelebt, überwacht von zig Bediensteten. Und sollte nur ein minimaler Wind den adligen Darm drücken, bricht mit Sicherheit ein Ärztesturm über ihn herein, im Koffer Medikamente und Pülverchen im Überfluss, davon können Krankenhauspatienten in den USA und längst schon bei uns nur noch träumen. Für Rotblütler wird’s schon mal knapp, wenn die Pharmahersteller preistreibend künstliche Lieferengpässe legen. Solange ein Gesundheitsminister mit FDP-gelber Gesinnung durch Untätigkeit dafür mitverantwortlich zeichnet, wird sich dies auch nicht bessern.

Da trifft’s selbst gut aussehende Fußballprominenz wie Mario Gomez. Der Mann, von dem Louis van Gaal einmal behauptete: “Er hat einen Körper wie Gott!”, wird sich nicht grundlos von seiner Pharmazeutin getrennt haben. Wer weiß, vielleicht hatte sie ja über neun Jahre lang, beruflich begünstigt, dazugeholfen, um den göttlichen Corpus zu gestalten und zu erhalten? Das ginge gewaltig ins Geld, die Wirtschaftskrise schlägt eben überall unbarmherzig zu.

Ähnlich hart wie Mike Tyson. Weshalb es unglaublich scheint, was der Ausfall-, nein Ausnahmeboxer in einer Talkshow von sich gab: Ende der 1980er erwischte er seine Ex, damals noch seine Frau, mit Brad Pitt im Bett! Also, ich traue der Schönheitschirurgie ja allerhand zu, aber Box- und Bissspuren eines Tyson Bull so gekonnt verschwinden zu lassen? Nein! Sollte allerdings in nächster Zeit zufällig Silvia, ehemalige Gomez, an Bratts Seite auftauchen, würde ein neues Gerücht geboren: Ob da Eine mit ihrem Wundermittel fremd ging?

Mitgehen sollte da eher angesagt sein. Zusammen mit den rund 400 Soldaten, die alsbald an der türkisch-syrischen Grenze die NATO unterstützen werden. Das wäre doch mal eine Option für die Wunderfrau der CDU. So taff und so stark, wie Angela Merkel hochstilisiert wird, könnte sie glatt als Ersatz für die Patriot-Abwehrraketen in Stellung gebracht werden. Aber dies ist nicht einmal ansatzweise ein Gerücht, allenfalls ein flüchtiger Tagtraum, höchstens ein Wunsch. Schade eigentlich. Denn wie heißt es so schön. In jedem Gerücht steckt ein Körnchen Wahrheit.

In diesem Sinne

Eure Krise

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