Startseite » Feuilleton » Kultur » Die Krise News (71) – Mamma mia!

Die Krise News (71) – Mamma mia!

stillende mutter gemaelde„Ein kleines Stück zu kurz“ kann zum großen Problem werden, ja, sogar zu regelrechten Heulkrämpfen führen! Und obwohl das angesprochene Thema äußerst haarig ist, liegen sie dennoch daneben, liebe Leser: Dieses Mal geht es einzig um Cameron Diaz und ihr lautes Wehklagen: Sie hat die Haare … hässlich! Eine (bis dahin zumindest) gute Freundin trieb es irrtümlich auf die Spitze und kürzte für Camerons Empfinden zu nahe an der Haarwurzel, was nach einem Blick in den Friseurspiegel Übelkeit auslöste! Mit solchen Geschichten füllt man also erfolgreich Talkshows und Gazetten. Hätte Mama Diaz mal lieber die Wiege der Tochter mit ein bisschen Nachdenken gefüllt, hätten sich die existenziellen Probleme ohne viel Aufsehen mit Extensions aus der Welt schaffen lassen … aber dies ist ja nicht schlagzeilenträchtig und deshalb auch nicht gewollt.

Auch Mary Elizabeth Witherspoon weiß wohl selbst nicht so recht, was genau sie denn möchte: Die Mutter von Schauspielerin Reese zeigte jetzt ihren Nochmann wegen Bigamie an, weil sie die Scheidung eigentlich verweigere und ihn doch sooo liebe! Wie bitte? Also, diese „Mutter“ wird sich eher schwer tun, an dem nach ihr benannten und zu ihrer Würdigung in den Kalender festgeschriebenen Ehrentag entsprechend gefeiert zu werden. Sollte der Nachwuchs wider Erwarten doch noch zum trauten Familientreffen anreisen, dürfte es wenigstens nicht langweilig werden: Die Diskussion darüber, was dem Vater wohl erst alles blühen mag, wenn Mamas Liebe zu ihm erlischt, dürfte für hitzige Kurzweil in ansonsten fröstelnder Atmosphäre sorgen.

Fröstelnd-trübe Aussichten waren es auch, weshalb Prinz Charles kurzfristig zum Wetterfrosch mutierte. Was nicht heißen soll, dass er seine Ohren als Außenfühler zur Verfügung stellte. Nein, er stellte sich der Tatsache, dass die Sonne über Schottland mit ihren Strahlen geizte und versuchte, im schottischen Regionalprogramm der BBC, mit Humor über das nasse, windige und kalte Wetter hinwegzutrösten. Interessanterweise ging es auch um das lokale Wetter über Balmoral Castle. Sollte dies etwa eine Andeutung zum leicht unterkühlten Mutter-Sohn-Verhältnis sein? Eher nicht. Das sollte man genauso wenig überbewerten wie schlecht Wetter am Muttertag bzw. diesen Tag selbst. Mal ehrlich: In halbwegs intakten Familien gibt es sicherlich die ein oder andere von 364 Gelegenheiten, der Mama Danke zu sagen. Im Schaltjahr sogar eine mehr. Da verzichtet man doch gerne auf einen Kommerz gesteuerten Feiertag. Und wer nicht zu diesen Glücklichen zählt, oder wessen (Zieh)Kinder in tolpatschig ungelenker Kasperlemanier alles nach außen tratschen, was tagtäglich am Familientisch geplaudert wird und eigentlich nicht für fremde Ohren bestimmt ist, wird am Muttertag eh nur eine denkwürdige Quittung für den Erziehungsstil bekommen. Wie zum Beispiel die CDU mit Mutter Merkel und Söhnchen Röttgen. Diese Entscheidung liegt nun mal bedauerlicherweise einzig bei den Kindern bzw. der Bevölkerung.

In diesem Sinne,

Eure KriSe

Über krs