Die Krise News (56) – Grimme und Märchen
Da wird er wieder Zähnchen zeigen, strahlend vor Freude, unser Stefan Raab! Wurde er doch bereits zum zweiten Male für den Grimme-Preis vorgeschlagen! Zugegeben, die Moderation des Eurovision Song Contests 2011, zusammen mit Anke Engelke und Judith Rakers, war … einmalig. Durchgehend außergewöhnlich jedoch ist der Umgang des „Gebisses“ mit Persönlichkeitsrechten seiner Mitmenschen: Zotige Quotenwitze auf Kosten derer, die diese Taktik eben nicht durchschauen können, wurden schon oft kritisiert: Besonders für Regina Zindler war der schlecht bezahlte Preis für kurze Medienpräsenz zu hoch, sie verließ Haus, Hof und Maschendrahtzaun und floh vor Häme und voyeuristischen Pilgerscharen.
Lasst es mich mal so formulieren: Wenn ein Raab mit dem Grimme-Preis, also für Fernsehleistungen ausgezeichnet wird, „die für die Programmpraxis vorbildlich und modellhaft sind“, dann gebührt einem Wulff der Ehrenpreis für moralische Integrität, Glaubwürdigkeit und beispiellose Vorbildfunktion, nur weil er zu Raus Zeiten den Satz "Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben“ über die Lippen bekannte. Aber so hart möchte ich mit ihm nicht ins Gericht gehen! Mit dem Raab. Bei ihm stehen Handeln und Können noch in einer sichtbaren Relation zueinander.
Für den Grimme-Preis besteht ebenfalls noch Hoffnung: Immerhin wurde noch eine weitere Nominierungswürdige ermittelt, die Hoger eilt in Gestalt von Bella Block zu Hilfe und sorgt dafür, dass dieser Preis nicht auf Bambi-Niveau herabgestuft wird: Bei dieser Schauspielerin kann man tatsächlich noch von kontinuierlich hohem Niveau sprechen, auch im privaten Bereich. So wohltuend authentisch ihr vom wirklichen Leben, nicht vom Chirurgen, geformtes Gesicht über den Bildschirm flackert, so konsequent engagiert sie sich für soziale Projekte wie z. B. Helpage Deutschland.
Aber ich gebe es zu, auch ich habe so meine Schwierigkeiten mit Authentizitäten und Wahrnehmungen: Als ich jüngst die Schlagzeile „Wenn die Puppen wieder tanzen“ las, witterte ich sofort eine weitere weitreichende Abstimmung, die im Bundestag ansteht! Zum Glück löste sich das Missverständnis bereits im nächsten Satz auf, von den Muppets war die Rede: Kermit & Co., die übrigens keine Marionetten, sondern sog. Stockhandpuppen sind, erklimmen wieder die Leinwand. Da bin ich kein Frosch und lass gerne ein paar Kröten an der Kinokasse springen!
Bleibt mir noch, eine Woche im grünen Bereich zu wünschen,
Eure KriSe



