Die Krise News (55) – Heilige Kühe
Heilige Kühe sind unantastbar, nein, nicht nur in Indien, sondern auch in unseren Gegenden, es reicht völlig, wenn sie prominente Unterstützer haben! Ich möchte mich jetzt nicht über Veronica Ferres äußern (eigentlich möchte ich das niemals), ich spiele auf Uschi Glas an, Schauplatz ist somit nicht Schloss Bellevue oder Hannover, sondern Gut Aiderbichl. Subjektiv gesehen kann die Strafandrohung ähnlich furchteinflößend empfunden werden, das weiß ich, nachdem ich mich in den letzten News latent kritisch über die mangelnde Transparenz dieser Tier- oder was auch immer schützenden Organisation ausließ.
Merke: Wenn ein Schätzchen, noch dazu zusammen mit Gerhart Lippert, Dagmar Koller oder Eilette von Karajan, einen Gutmenschen namens Aufhauser unterstützt, dann MUSS da alles in Ordnung sein! Die Kompetenz ist uns Uschi nun mal auf den Leib geschrieben, genauso, wie ihr vor Jahren die Fähigkeit ins Drehbuch geschrieben wurde, LKW zu fahren, um als taffe Witwe das Familienunternehmen zu retten. So gesehen darf man ihr beruhigt einen dieser Gigaliner unter den Hintern schieben und sie zu Testzwecken in den Fernverkehr einfädeln lassen.
Liebe Leser, hätte sich das nun folgende Erlebnis nicht abgespielt, könnte ich an dieser Stelle ebenfalls über die irrwitzige Vorstellung und derlei vorkommende Auswüchse schmunzeln. Es spielte sich aber ab, dieses Erlebnis, jüngst, in einem Frühstücksraum, kurz, nachdem ich mich in dem noch menschenleeren Saal an einen der unzähligen freien Tische setzte: Das Unheil baute sich in Gestalt eines mir völlig fremden Oberstudiendirektors vor mir auf. Allein dieser Titel, zudem die Tatsache, dass er als Geschichtslehrer in der Erwachsenenbildung die Menschen zu selbstständig handelnden und kritisch denkenden Mitgliedern der Gesellschaft heranziehen wolle (und vor allem auch könne), zeigten mir auf, dass ich den offensichtlich in seinem persönlichen Eigentum befindlichen Tisch mit meiner Anwesenheit entweihte.
An Rückzug ward nicht mehr zu denken, als der Monolog endete, war der Saal bis zum Bersten gefüllt, so ließ der Herr, der sich selbst gerne als Historiker bezeichnete, Gnade vor seinem Recht ergehen und mich sitzen. Der Kaffee schmeckte zunehmend schal, was nicht an der Bohne lag, die war gefiltert, der Wortschwall meines Gegenübers leider nicht. An der Stelle, als er auch noch über sein Engagement im Tierschutz referierte und sich als zahlungskräftiger Unterstützer von PETA outete, konnte ich mich endlich für mein verkorkstes Frühstück rächen. Dachte ich zumindest. Sieht sich doch gerade PETA unter anderem dem Vorwurf ausgesetzt, obdachlose Haustiere abzuschlachten, wenn sie schwer vermittelbar scheinen. Selbst CharityWatch.de warnt eindringlich vor Spenden und Zuwendungen an diese Organisation.
Nun sind meine lieben Leser gefragt: Wie lautete wohl die alle Bedenken wegwischende Antwort des Gelehrten, der die Rohlinge zu wachen, kritischen, hinterfragenden und verantwortungsvollen, die Generation der Zukunft bildenden Figuren formen kann?
„Ach, Sie mit Ihren Verschwörungstheorien! PETA ist über jeden Zweifel erhaben! Schließlich gaben bereits Promis wie Hella von Sinnen, Dirk Bach, Annette Frier, ja zuletzt sogar die Katzenberger ihre Namen dafür her!“
Seither tröste ich mich mit dem Gedanken, dass die Maya vielleicht tatsächlich einen Art Resetknopf erfunden haben.
In diesem Sinne
Eure KriSe




