Die Krise News (53) – Ein Juchzer auf den Käfer!
Der Begriff „ News“ sagt ja schon alles: Rückblicke, Huldigungen omnipräsenter Stars, Sternchen und vor allem derjenigen, die schnuppe sind, sind fehl am Platze, wenn man/ frau wirklich was Neues bringen möchte. Eine der rühmlichen Ausnahmen macht da beispielsweise Walter Sittler, der keine Zeit für solche Kinkerlitzchen hat. Einerseits, weil er als ernstzunehmender Schauspieler genügend Zeit braucht, um sich die entsprechenden Drehbücher zu verinnerlichen, andererseits, weil er seine Freizeit und gerne auch das begehrte „Everybody´s Darling“ Image opfert, um Zeichen zu setzen. Mit seiner Unterstützung der Stuttgart 21 – Gegner ging es ihm auch darum, wie Politiker mit den Bürgern umgehen. „Wenn man so irrwitzig viel Geld ausgeben will, muss man das begründen können. Eine Wahl ist nicht die Ermächtigung, alles zu machen. Sie ist eine Verpflichtung, zum Wohl der Bürger zu handeln, “ wurde er 2010 auf sueddeutsche.de zitiert. Wie meinen? Wir haben bereits 2011, wo bleibt meine Aktualität? Kein Wunder, dass diese übersehen wurde, erreichte sie die News so unauffällig und unspektakulär, wie sie lebt, in der Hülle des Juchtenkäfers. Was durch demokratische Mittel verhindert wurde, erwirkte das Tierchen jetzt per Gerichtsbeschluss: Der Bau des umstrittenen Bahnhofes wurde ein weiteres Mal unterbrochen.
Die Moral von der Geschichte: Es bedarf oft nur Daumengröße, um Großes zu bewirken. Halt! Nein, in Philipp Rösler hat sich das Käferchen dennoch nicht verwandelt, dies wäre eine absolute Ente (die Meldung, nicht Herr Rösler): Erstens ist unser Wirtschaftsminister nicht unauffällig genug, kann er doch seine Freudenjauchzer kaum verbergen, sobald er ein Mikrofon sieht. Tja, und zweitens wäre da noch die permanente Erfolglosigkeit sowohl seiner Person als auch seiner Partei. Selbst die historische Chance, endlich einmal rudimentäre Weißfleckenreste aus einem ganz bestimmten Hosenanzug zu fressen, hat die FDP mit ihrer Abstimmung über den Euro-Rettungsfonds versemmelt.
Unser Eremit, wie das Insekt auch genannt wird, möchte sein Ziel erreichen und er halt ein gutes Händchen, will sagen Fühlerchen, bei der Wahl der Person, in die er sich verwandelt: Gewisse Wesens- und Erkennungsmerkmale (in einschlägiger Literatur bzw. auf Wikipedia nachzulesen), kann er natürlich nie verdecken, braucht er auch nicht, sind sie für die Zielgerade doch geradezu förderlich:
Auch in der Rolle des Christian Wulff bleibt der Juchtenkäfer „unauffällig glänzend braunschwarz gefärbt“ (wörtlich aus Wikipedia übernommen). Er hat nur mehr einen schwachen (Metall-) Schimmer, wie tief das Loch bereits ist, das er sich mit seinen eigenen Grabbeinen bereits gebuddelt hat, vermag er somit nicht erkennen. Kann auch daran liegen, dass seine Fühler nicht nur kurz, sondern vor allem plump geraten sind, weit vorausschauendes Handeln fällt da eher schwer. Die Einsicht, unrecht gehandelt zu haben, fällt ebenfalls schwer, die besondere Lichtbrechung seiner Facettenaugen kann durchaus Realitäten verschieben.
Aber unser Juchtenkäfer wäre nicht unser Juchtenkäfer, würde er nicht mit genau diesen seinen Einschränkungen vortrefflich entlarven:
Stellte sich Frau Merkel doch demonstrativ vor den von ihr ins Amt geschupsten Wulff und ließ uns durch Herrn Seibert verkünden: „Die Kanzlerin sieht keinerlei Grund, an den Angaben des Bundespräsidenten zu zweifeln“. Wulff sei ein guter Bundespräsident, der sein Amt mit großer Verantwortung und großer Sensibilität ausübe. Eine kurze Zeit lang stellte sich auch Herr Geerkens vor Wulff, sozusagen an Merkels Seite, klein Philipp durfte auch mit aufs Bild. Besser kann man Seilschaften nicht darstellen.
Sollte es Juchti tatsächlich gelingen, dieser Regierung ein Ende zu bereiten? Das ist doch mal ein Wunsch für 2012! Sollte er früher in Erfüllung gehen, könnte es tatsächlich noch entspannte Feiertage geben.
Diese wünscht Euch auf jeden Fall
Eure KriSe




