Die Krise News (52) – Verspätungen
Eines vorweg: Obwohl die Überschrift Möglichkeiten zur Interpretation bietet, handeln diese News keineswegs von der Bahn! Diese fährt, oder besser, steht meist auf einer ganz anderen Krisenebene, die Promiwelt bevorzugt nach wie vor den Jetlag nach einem Flug über den Wolken - sofern Personal dies zulässt.
Bei Alec Baldwin konnte es jüngst kein Auge mehr zudrücken, er ließ seine Finger nicht rechtzeitig von der Handytastatur, seine Füße bekamen deshalb frühzeitig wieder Boden zu spüren. Sein gebuchter Flieger startete ohne ihn; und ohne mich, folgte ich prompt Alecs Spuren die Gangway hinunter. Ein Promi, der verzweifelt versucht, das gesteckte Level wenigstens auf dem Display zu erreichen, hat Trost verdient! Zu einem Interview reichte es dann doch nicht: Leider ließ der Zwangsgeerdete nicht durchblicken, ob er seinen 2009 gefassten Entschluss, 2012 aus dem Filmgeschäft auszusteigen, angesichts des tickenden Countdowns nun doch bereut. Und Schlagzeilen über erfolgreiche Hollywoodkollegen wollte er auch nicht lesen.
Selbst dann nicht, wenn sie zur Abwechslung im Wirtschaftsmagazin Forbes erscheinen: Demnach spielt "Twilight"-Star Kristen Stewart für jeden Dollar, den sie an Gage verdient, 55,83 Dollar wieder ein! "Alice in Wonderland"-Star Anne Hathaway landete auf Platz 2, mit 45,67 Dollar für jeden Dollar, gefolgt von Robert Pattinson (39,43 Dollar). Weitere Namen wie Daniel Radcliffe, Shia LaBeouf. Robert Downey Jr., Matt Damon, Cate Blanchett, Meryl Streep und Johnny Depp schafften es in die begehrten Forbes-Top-Ten, nur eben der Baldwin nicht. Nachdem der Mime seine Erlebnisse mit American Airlines aus seiner verbitterten Sicht der Realitäten schilderte, wagt er sich aus diesem Grunde vielleicht demnächst auch an Forbes heran. Zuzutrauen ist es ihm, immerhin studierte er Politikwissenschaft an der George Washington University und wollte mal Anwalt oder Politiker werden.
Während man auf solche Ranglisten bei Forbes noch was geben kann, scheint ausgerechnet der Auszeichnungssektor breitseitig von der allgemeinen Währungskrise erfasst worden zu sein: Hier galoppiert die Inflation wider die Glaubwürdigkeit wild um sich, manche Trophäe scheint nicht mal mehr den Pfifferling wert zu sein, den man, womöglich in China oder Taiwan, für ihre Herstellung zahlen muss. Beim diesjährigen Bambi rappte sich diese Erkenntnis wohl noch zu leise ins Bewusstsein. Dafür wird der „Internationale Karlspreis zu Aachen“ demnächst umso deutlicher aufzeigen, was so alles an moralischem Ballast über Bord geworfen wird, um sich scheinbar mediengerechte Preisträger ins Boot zu holen.
Wolfgang Schäuble soll diese Auszeichnung 2012 für "seine Verdienste um Europa und die europäische Einigung“ erhalten. Ach, hätten die Organisatoren wenigstens die Kategorie umbenannt: „Menschen, die zum persönlichen Machtlevelerhalt billigend Streit zwischen und emotional aufgeheizten Unmutsbezeugungen unter EU-Mitgliedsländern in Kauf nehmen, bzw. diesen erst so richtig schüren“. Erste Städtepartnerschaften wurden ja bereits aufgekündigt. Aber halt, eine solche Bezeichnung wäre keineswegs „Heile-Welt-tauglich, schon gar nicht in der Adventszeit, da frönen wir lieber der vertrauten Gymnastikübung „Augen-vor-der-Realität-verschließen“, bis es zu spät und der Zug abgefahren ist.
Traurig hinterherwinkend
Eure KriSe




