Die Krise News (46) – Pleitegeier und andere komische Vögel
Wenn der Ohrwurm von der Schönen Maid ertönt, stellt man sich, je nach Musikgeschmack und Phantasie, so ziemlich alles hüpfend hinter dem Mikro vor, was die Fauna hergibt. Seltenst jedoch den Pleitegeier. Der outete sich jetzt aber in Gestalt von Tony Marshall, das konnten selbst die erfahrensten Maskenbildner nicht verhindern: „Investiere in Schrott-Ost-Immobilien und verliere früher oder später Haus, Hof, Oldtimersammlung sowie den bescheidenen Zweitwohnsitz in Florida“. Als aber noch das Gerücht über eine Haftanordnung zur Abgabe eines Offenbarungseides durch den Blätterwald rauschte, haute Tonis Anwalt ordentlich auf die Dementipauke: Alles halb so wild, die Schulden seien längst beglichen, lediglich der Eintrag im Vollstreckungsregister sei unerklärlicherweise noch nicht gelöscht.
So muss der Gute vielleicht gar nicht auf den Marshall-Hilfs-Fond zurückgreifen, den ich einzuführen gedenke: Rettungsschirm für Promis, denen etwas abhandenkam. Der Plan ist aber so gut, dass ich nicht mehr davon ablasse. Finanzierung durch einen Promisoli, ein Schröpfkopf mehr tut auch nicht mehr weh, im Gegenteil, das Gesundbluten wird gefördert. Natürlich werde ich Sorge tragen, dass der Verteilungshebel nicht einrostet: Als Erstes gilt es wohl, das Image von Madonna etwas aufzupolieren: Seit bekannt wurde, das der Bruder der Millionärin obdachlos unter einer Brücke kampiert, hat dieses doch ein wenig gelitten. Dann wäre da noch die Gebissregulierung bei Aerosmith-Rocker Steven Tyler. Er verlor beim Sturz unter der Dusche zwei Zähne. Gut, man versicherte mir, dass der Schaden nicht wirklich schwerwiegend sei, aber die Mittel wären ja abrufbar, belasten nicht mein eigenes Säckel und jede Aktion mehr verkürzt meinen Weg zu Ruhm und Ehre und auf den Posten der internationalen Promiexpertin schlechthin.
Schwierigkeiten könnte es allerdings mit Alice geben. Sie wissen, schon, Vanessa Hessler, die als Alicegirl zu jedem nach Hause kommt, der sie called. Dieser Fall ist insofern delikat, als hier etwas abhandenkam, was ich auch mit Hilfe politischer Freunde nicht unbedingt wiederbeschaffen könnte: Der objektive Blick für Realitäten. Alice-Vanessa zumindest betrauert den Tod von Gaddafi-Sohn Mutassim und sieht ihn seit ihrer Liaison immer noch einzig und verklärt als Liebhaber.
Sollte ich mit meinen Fondsplänen unerwarteterweise doch mal in heftigere Turbulenzen geraten, kann ich mich immer noch vertrauensvoll an Georg Fahrenschon wenden. Nein, dieser Promi ist eigenartigerweise nicht unter den Sängern zu finden, obschon gerade er einiges zu zwitschern hätte. Da bleibt ihm der Schnabel aber sauber, bzw. von Parteifreunden aus BayernLB Kreisen verschlossen! Aber keine Angst: Um die Schmerzen einer etwaigen dadurch auftretenden Kropfbildung zu lindern, darf er auf einen Posten als Sparkassenpräsident hoffen. Voraussichtliches jährliches Einkommen: 1 Million Euro.
Das hebelt selbst die Kri Se aus den Socken, ich werde bis nächste Woche an neuen zu stricken haben.




