top_abstand_2
top_abstand_1000x4
weiterempfehlen_banner

Gute Besserung!

kolumnistenschwein_150Wenn man Tag für Tag die schlechten Nachrichten, welche auf geradezu marktschreierische Art und Weise unters Volk geworfen werden, leichtsinnigerweise konsumiert, so kommt es in der Regel kaum noch dazu, dass man von sich sagen kann, die eine oder andere aus der Flut der Hiobsbotschaften hätte einen so etwas wie "berührt". Man wird gleichgültig angesichts der sich einander überholenden Skandale, selbst die hypothetische Vorstellung, man würde den Politiker X für seine offensichtliche Blödheit drei bis vier mal straffrei ohrfeigen dürfen, lässt einen irgendwann kalt. So hat nur eine einzige Nachricht der vergangenen Woche mich ein Stück weit aus dem unseligen Verbund körperlichen und geistigen Gähnens gerissen, welchen ich in besonders humorvollen Momenten "mein Leben" nenne. Und zwar war diese Meldung wie folgt beschlagzeilt:

165 Millionen Europäer psychisch krank

Dies bedeutet ja nun, dass knapp 40 Prozent aller Europäer ein Rad abhaben. Oder nicht alle Latten am Zaun. Etwas neben der Mütze laufen. Nicht alle Tassen im Schrank haben. Oder wie immer man es unfachmännisch nennen will, wenn des Menschen Kopf im Arsch ist. Wenn denn nun aber ein gutes Drittel der Europäer, somit also auch ein Drittel der Deutschen, einen Dachschaden haben, so schoss es mir durch mein eigenes Dachgeschoß, so muss doch auch in meinem Haushalt, welcher seit Äonen aus drei Personen besteht, eine davon nicht ganz dicht sein. Hmm.

Die Antwort auf solch eine Fragestellung sucht man allerdings aus Gründen des stets sehr grazilen Familienfriedens im vernünftigsten Fall erst einmal ganz für sich allein. Allenfalls Rotwein sollte als Ratgeber hinzugezogen werden. Denn die Erfahrung sagt, es stößt nicht immer auf Verständnis, wenn man die Lebensabschnittsgefährtin, oder die Frucht seiner Lenden, für total bekloppt erklärt. Und zudem läuft man ja auch selbst Gefahr, von den benannten Personen als genau jenes Drittel der Familie erkannt zu werden, welches laut Statistik wie der Arsch auf den Eimer passt. Und einander den Schwarzen Peter in Form einer stattlichen Vollmeise - ohne jegliche psychologisch geschulte Fachmeinung - zuzuschieben, lässt den Haussegen nicht nur schief hängen, sondern komplett herunter fallen.

Anzeige
Also verlasse ich dieses emotional dicht verminte Gelände und wende mich lieber ideell der Örtlichkeit zu, in der, sofern die Studie stimmt, man allein beim Gedanken daran, zu zittern und zagen beginnt: dem Deutschen Bundestag.

Denn die Studie besagt im Detail, dass circa 14 Prozent der Europäer Angststörungen haben. 7 Prozent leiden unter Schlafstörungen. Gleichfalls knapp 7 Prozent haben Depressionen. Circa 6 Prozent leiden unter psychosomatischen Erkrankungen. Und 4 Prozent sind Alkohol- und Drogenabhängig.

Dies ergibt für den Deutschen Bundestag, bei genau 620 Abgeordneten, nun folgendes, einem Hyronimus Bosch scheinbar entsprungenes Bild:
87 Abgeordnete bekommen bei sämtlichen Abstimmungen dicken Schweiß auf die Stirn und zittern ihre Stimmkarte angstvoll mit zugehaltenen Augen ins Ungewisse.
43 Parlamentarier pennen jegliche Sitzung durch.
Ebenso springen 43 Abgeordnete auf Grund ihrer stetig wechselnder Stimmungsbilder im Minutentakt von Hü! zu Hott!
37 Parlamentarier sind erkrankt, weil sie die Zustände im Land, für welche sie verantwortlich sind, nicht mehr verkraften.
Und 25 Abgeordnete liegen durchweg besoffen und zugedröhnt unter der Bank.

Man mag in Anbetracht dieser Zahlen erschrocken seinen Unterkiefer auf den Bierbauch fallen lassen, doch sei gesagt: die Zahlen erklären indes, wenn zwar nicht alles,  so doch manches. Da muss man bei den oft recht verworrenen scheinenden Entscheidungen des Bundestages doch gar nicht mehr nach rational nachvollziehbaren Ursachen forschen. Egal wie blödsinnig so manches neue Gesetz daher kommen mag: ich schüttele darüber nicht mehr die Fäuste. Ich lege nur meine rechte flache Hand an meine Wange und sage leise: Ach schau, die armen Kranken.

Dabei kann den 165 Millionen psychisch erkrankten Europäern geholfen werden. Es muss sich nur ein intellektuell gut ausgestatteter Doktor finden, der ein auf dieser Basis durchdachtes Rezept ausstellt. Und auf diesem Rezept stände dann - wenn auch in kaum lesbarer Doktorantenschrift:

1. Börsen und Finanzmärkte schließen
2. Alle Versicherungsvertreter in Haft
3. Privatfernsehen und BILD abschaffen

Und wenn wir dann alle wieder gesund sind wie der Kern, hopsen wir Polonaise durch die Ruinen der Pharmaindustrie. Ich putz schon mal meine Tanzschuhe.


AddThis
blog comments powered by Disqus
 
internetanbieter.info


The Intelligence Social Media
TwitterFacebookGoogleYoutubeFeed
Zitat des Tages

Eines der Probleme beim Fußball ist, daß die einzigen Leute, die wissen, wie man spielen müßte, auf der Pressetribüne sitzen.
Robert Lembke

kolumnistenschwein logo

tv_tipp_des_tages_32

ARD: 20:15 - 21:00 Uhr
Markencheck - adidas
Reportage

Aktueller denn je!
Aktuelles Wetter
Berlin 22 °C
Hamburg 18 °C
München 16 °C
Köln 18 °C
Frankfurt 22 °C
Stuttgart 15 °C
Wien 19 °C
Zürich 14 °C
  21.05.2012 The Intelligence

banner galapagos

NNE_banner_200