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10 Tipps für die Auferstehung

kolumnistenschwein_150Ich denke, eines Tages wache ich auf und bin tot. Und wie in den meisten aller Fälle sterbe auch ich dann gänzlich unvorbereitet. Ist ja auch verdammt schwer, denn schließlich weiß man ja nie, wann man seine kalten Hufe gen Himmel streckt. Doch hat man erst mal die Firma seines Arbeitgebers angezündet, seinem Nachbarn das Auto zusammengetreten und sein ganzes Geld in einer einzigen Nacht im Puff durchgebracht, und stirbt dann trotz aller positiven Anzeichen dennoch nicht, so hat man den Rest des Lebens damit zu tun, seinem Chef, dem Nachbarn und der eigenen Frau so einiges zu erklären. Der Rest des Lebens ist dann zu circa 98 Prozent ganz und gar nicht La Dolce Vita. Dies wiederum erklärt, warum in Deutschland so wenig Firmensitze brennen, auch wenn vieles für eine Brandrodung der betriebsinternen Zustände spräche. Gäbe es eine lautere Möglichkeit, seinen Todespunkt zu ermitteln, so würde der Arbeitgeberverband unzweifelhaft gerichtlich dagegen vorgehen. Doch dies nur am Rande.

Eigentliches Thema der heutigen Kolumne soll nämlich sein, dem Leser wenigstens ansatzweise mit Rat und Tat zur sterblichen Seite zu stehen. Denn es steht ja Ostern vor den meisten Türen. Und da sich auch in der mitteleuropäischen Sagenwelt die Mär von der Auferstehung wie ein tollwütiger Dackel festgebissen hat, an dieser Stelle wertvolle Ratschläge für den unwahrscheinlichen Fall der Fälle, denn man weiß ja schließlich nie! 

10 Tipps für die Auferstehung

1. Lassen Sie sich um Gottes Willen nicht in einem Stringtanga beerdigen! Es macht doch keinen guten Eindruck, wenn man sieht, sie streben nach der Auferstehung ganz nach oben, aber ihr Skelett hat überhaupt keinen Arsch in der Hose!

2. Machen Sie vor Ihrem Ableben eine letzte Intimrasur! Bekannterweise dürfen Tiere nicht ins Himmelreich. Aber leider hat sich das noch nicht bis zu den Filzläusen herum gesprochen!

3. Lassen Sie sich auf keinen Fall in einem Massengrab beerdigen! In diesem kann es bei der Auferstehung leicht zu einer Massenpanik kommen, in deren Verlauf man Sie eventuell wieder tottrampelt. Und wann dann die nächste Auferstehung stattfindet, weiß natürlich wieder keine Sau!

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4. Sollten Sie sich nach der Auferstehung noch etwas müde fühlen, so empfehle ich Ihnen Gymnastik. Ein Paar Situps und Liegestütze sind das beste Mittel gegen müde Knochen. Und mit dem Grabstein Völkerball gespielt, bringt selbst auf dem ödesten Soldatenfriedhof Stimmung in die Bude!

5. Haben Sie sich für eine Feuerbestattung entschieden, so ist dies noch lange kein Grund, sich die eigene Asche auf das nicht mehr vorhandene Haupt zu streuen! Vielleicht haben wir bei der Auferstehung einen kräftigen Wind im Rücken. Dann sind Sie mit Sicherheit als einer der Ersten im Himmel! Und etwas zerstreut sind wir doch alle hin und wieder.

6. Lassen Sie sich vom Bestatter ihrer Wahl eine anständige Haarbürste mit in den Sarg legen. Es kann durchaus sein, dass A. Romero die günstige Gelegenheit nutzt, um bei der Auferstehung seinen nächsten Zombiefilm abzudrehen. Und Zickzackscheitel sind an keinem Set mehr gern gesehen!

7. Sollten Sie Suizid begangen haben, so lassen Sie sich unbedingt mit ihrem Hochzeitsfoto beisetzen! So ein Bild wirkt vor jedem Ordentlichen Jüngsten Gericht strafmildernd und garantiert einen Freispruch!

8. Lassen Sie sich die letzte Ölung mit Sonnenöl verpassen. Laut Augenzeugenberichten scheint Allen und Jedem im Himmel die Sonne rund um die Uhr aus dem Arsch. Bei ungeschützten Neuankömmlingen kann dies zu schweren Hautirritationen führen!

9. Sollten Sie Buddhist sein und als Marianne und Michael wieder geboren werden, so gebe ich Ihnen dringend den Ratschlag, mal angestrengt darüber nachzudenken, was sie im vorherigen Leben wohl falsch gemacht haben könnten. "Verliebt in Berlin" gucken oder NPD wählen können durchaus Ursache sein!

10. Achtung! Nicht immer wenn Ihr Sargdeckel geöffnet wird, muss es sich um eine Auferstehung handeln! Es können auch ganz normale Leichenschänder sein. Bewahren Sie Ruhe und versuchen Sie zu genießen!

Anmerkung: Ich selbst werde bei einer Auferstehung warten bis das ganze Gerenne und Geschubse ein Ende hat, dann quietschvergnügt aus meinem Grabe klettern und mich auf die höchste Gruft setzen, um die nun weltumfassende Friedhofsruhe zu genießen. Denn wenn alle gläubigen Menschen erst auf Himmel und Hölle verteilt sind, gibt's auf Erden keinen Zank und keinen Streit mehr ums Religiöse. Niemand mehr der hetzt und lyncht und mobbt und selbstmordattentatet, nur weil sein Mitmensch sich einer anderen Märchengestalt verschrieben hat. Da brauche ich doch nicht mehr mühevoll gen Himmel kraxeln. Denn den habe ich ja dann auf Erden.

PS: Dankesschreiben und Blumenbuketts an die Redaktion. Gutscheine und Bargeld bitte direkt an mich!


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