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Mit dem Handballen auf der Lichthupe

kolumnistenschwein_150Eventuell liegt es ja am mangelnden Licht, welches zwischen November und März auf Grund recht ungünstiger kosmischer Konstellationen erfahrungsgemäss nur sehr selten in meinem Wohnort anzutreffen ist, dass meine Laune im modrigen Keller weilt, wo ansonsten nur die Kartoffeln vor sich hin schimmeln, Omas Eingekochtes seit Jahrzehnten auf Entdeckung hofft und die Sommerräder - allen fachmännischen Ratschlägen zum Trotz - nicht auf einem Felgenbaum winterschlafen, sondern sich zwischen den verwesenden Kartoffeln und Omas nicht mehr eindeutig identifizierbarem Obstkonserven die Beine in den Bauch stehen.

Nun ist es ja so, dass Sonnenlicht zwar Gummi porös werden lässt, was insbesondere bei Kindergeburtstagsfeiern unbedingt zu beachten ist, aber allerdings auch nur, wenn sich diese Feiern über Monate hinziehen, da so ein Luftballon ja nicht wie Graf Dracula beim ersten Sonnenstrahl zerbirst, nein, erst nach vielen Tagen des in der Sonne brezelns macht es, sofern dann überhaupt noch Luft im Ballon ist, Peng!

Der Mensch hingegen zerplatzt nicht in einem warm eingelassenen Bade aus Sonnenlicht, sondern fühlt sich darin pudelwohl. Doch von November bis März lässt mir niemand dieses Bad ein. Und dies gerade in einer Jahreszeit, wo des Eises Glätte und ungestreute Einkaufspassagen dem wollbemänteltem Zweibeiner schwer zu schaffen machen. Es fällt der Mensch und mit ihm seine Laune. Oder eben auch andersherum.

Und wenn dann dazu das Sonnenlicht vom Himmel tröpfelt, wie das Wasser aus den total verkalkten Duschköpfen herunter gekommener Absteigen, dann haben im von Drüsen beherrschten Gehirn des durchschnittlichen Mitteleuropäers die Heiterkeit und ihre Schwester Frohsinn Hausverbot. Aber total. Da stehen in der Bütt nur noch abwechselnd die Geschwister Trübsinn und Trübsal. Da sind die Gedanken nicht mehr bunt und leicht wie Konfetti, sondern schwer und unappetitlich wie in zuviel Öl ersoffene Bratkartoffeln. Und die schlagen einem schwer in und auf den Gefühlsmagen.

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Würde dagegen das Sonnenlicht auch im Winter in sommerlicher Menge verteilt werden, also über viele Stunden täglich hinweg, würde dieses im Bereich des Hypothalamus, dem Steuerzentrum unseres Körpers, ein für uns leider nicht hörbares Signal zur Produktion von Serotonin geben, welches in mehr oder weniger gut unterrichteten Fachkreisen auch als Gute-Laune-Hormon bekannt ist, und wir wären stimmungstechnisch gesehen aus dem Schneider.

Jedermann kann sich gewiss gut vorstellen, dass es sich mit guter Laune viel besser auf Glatteis Beine brechen lässt. Da wird der Notarzt nicht nur mit einem 10-Euro-Schein begrüßt, sondern auch zugleich mit einem guten Witz. Zum Beispiel mit einem Witz, gezogen aus einer unteren Schublade, welcher wie folgt lautet:

Der alte Kapitän kommt nach einem Vierteljahr erstmals wieder in einen Hafen und geht natürlich gleich in den Puff. Er bezahlt die nicht mehr ganz junge Frau, geht mit ihr aufs Zimmer und fordert ein, was ich hier aus Gründen eventuell sehr unreifer Leserschaft fachlich und politisch korrekt als passiven Oralverkehr bezeichne. Die nicht mehr ganz junge Frau beginnt mit ihrer mühevollen Arbeit, doch nichts passiert. Nach einer Viertelstunde reicht es ihr aus durchaus nachvollziehbaren Gründen und sie moniert beim Kapitän, dass "er ja gar nicht stehe." Darauf der Kapitän: "Der soll ja nicht stehen. Der soll sauber werden."

Nun lachen Notarzt und von gebrochenem Bein blockierter Bürger, bis dass der Notarzt kommt. Worauf der erste Arzt dem zweiten Arzt seinen Lieblingswitz erzählt, dieser darauf hin lacht bis dass der Notarzt kommt und somit eine Kettenreaktion in Gang gesetzt wird, welche solange anhält, bis das Bein vollständig verheilt ist.

Allerdings gebe ich zu, dass in letzterem Absatz der Wunsch Vater des Gedanken war. Wer sich nun aber dennoch mit Taschenlampe und gut umwickelten Knie in die Lichtlosigkeit der kalten Jahreszeit hinaus traut, der darf sich bei mir eine Dose von Omas Kompott abholen.


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