Achtung Satire: Das Thema als Thema
In der Regel beginnt es ganz harmlos, das mit dem Schreiben. Füllfederhalter und Notizheft, Kaffee, Pfeife, Tageszeitungen, Internet – alles ganz normal und wie gehabt. Zur Lieblingslektüre gehören ohne Zweifel die Bildzeitung und die Wörter des Tages auf der Wortschatz-Seite der Uni Leipzig. Zeitung und Seite benehmen sich äußerst großzügig und spendieren täglich Impressionen und meist auch das Thema, meistens. Was aber, wenn sich die Kachelmanns, Strauss-Kahns, die FDP und der Rest der Politik ausnahmsweise mal zurückhalten? Was, wenn ebenfalls keine neuen Geschichten von französischen und italienischen Präsidenten und von Ottfried Fischer zu vernehmen sind? Dann wird es wohl ein anstrengender Tag werden. Recherche ist angesagt, anstrengende Recherche. Ich bemühe mich leibhaftig, das passende Thema zu finden, möchte flüssig und eventuell sogar geistreich schreiben, und ich möchte, dass ihnen und mir das Resultat auch gefällt.
Die Recherche hat den Vorteil, dass man sich schnell in einen bestimmten Sachverhalt einliest, bald eine ganze Menge Informationen gespeichert hat, Bescheid weiß – und erst dann bemerkt, dass jenes gerade Gelernte als Thema absolut nicht taugt. Auch weitere Ablenkungen, der Einkaufszettel sei stellvertretend genannt, entwickeln einen hartnäckigen Charme, dem ich mich nicht entziehen will. Spaziergang, Kaffee trinken, am Abend auch ein Glas Rotwein, alle diese Maßnahmen dienen nur dem Ziel, endlich das Thema zu finden, zu Potte zu kommen. Nach weiteren Stunden seht fest, der Abgabetermin nähert sich in Riesenschritten, der Rotwein ist alle und das Papier in einem noch jungfräulichen Zustand.
Es sind dies nicht jene Stunden, welche der Dichter gerne als Sternstunden bezeichnet, es ist grausam, nichts als grausam.
Das noch nicht erledigte Tagewerk, nun nähere ich mich rein von der sachlichen Seite. Thema finden, ha – nichts leichter als das. Rein in WIKIPEDIA und abgeklärt, was ein Thema überhaupt ist. Die gefundene Erklärung sei hiermit auch ihnen vorgestellt.
Thema (griechisch: θέμα, théma „Behauptung, Ausspruch“) steht für:
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einen Tagesordnungs- oder Diskussionspunkt, siehe Diskussion#Themen und Art der Diskussion
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den Gegenstand eines grundlegenden Gedankens
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bei mehreren verwandten Grundgedanken spricht man von einer Themengruppe
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Thema einer wissenschaftlichen Analyse, siehe auch Forschungsprojekt
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Zweck und dargestellte Merkmale einer thematischen Karte
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Darstellungsebenen bei grafischen Tools von Geoinformationssystemen
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ein Paket von Einstellungen und Bildern, die Funktion und Aussehen der grafischen Benutzeroberfläche (GUI) von Computerprogrammen festlegen, siehe Skin (Computer)
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Sujet, ein beliebiges Objekt, das zum Gegenstand einer künstlerischen Darstellung wird
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das Hauptmotiv einer fotografischen Aufnahme, siehe Motiv (Fotografie)
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Thema (Musik), einen charakteristischen, in sich geschlossenen oder offenen musikalischen Gedanken
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Thema (Literatur), der Grundgedanke eines literarischen Werkes
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Thema (Grammatik), den Teil der Aussage, über den gesprochen wird
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Thema-Rhema-Gliederung, Untersuchungsansatz der Textlinguistik, der die Beziehung zwischen thematisch Bekanntem und Neuem in Texten berücksichtigt
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Thema (byzantinische Verwaltung), einen militärisch-zivilen Verwaltungsdistrikt im byzantinischen Reich
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Thema, Gegend im Nordwesten Arabiens (erwähnt in Jesaja 21, 14)
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Lancia Thema, ein Fahrzeug des italienischen Automobilherstellers Lancia (1984–1995)
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Thema (Fernsehsendung) eine österreichische Informationssendung
Es war der richtige Schritt, dort nachzulesen, es ist die Rettung. Was darf ich zum Trost und zu meiner Erbauung lesen: „Thema in der Literatur ist der Grundgedanke eines literarischen Werkes“.
Sicherlich haben sie vollstes Verständnis dafür, dass ich das Thema als Thema dieses eben von ihnen gelesenen und von mir geschriebenen literarischen Werkes jetzt gar nicht mehr so schlecht finde. In diesem Sinne…
© Peter Reuter




