Tulpenfieber - Ein aufregender und lehrreicher Jugendroman
Es wird das Jahr 1625 geschrieben. Der junge Luuk lebt in Amsterdam und lernt den Musketier Armand Philippe d’Ennery kennen. Dieser ist nicht nur wagemutig, sondern verfügt zudem über einen Degen, in dessen Knauf ein schwarzer Karfunkel eingearbeitet ist, der sich in seinem Aussehen gleichzeitig als Narbe auf seinem Arm wieder findet. Warum sucht der Musketier nach einer Tulpe, hinter der so viele Menschen in Amsterdam herjagen, was verbindet den Bäckerssohn Luuk mit dem Franzosen und welchen Einfluss hat der Karfunkel auf den Verlauf der Suche? „Tulpenfieber“, geschrieben von Wieland Freund, ist ein weiterer Band aus der Reihe „Der schwarze Karfunkel“ und erweist sich als ein Jugendbuch, das, neben vielen spannenden Szenen, zusätzlich das eine oder andere Detail beinhaltet, welches aus diesem Buch etwas Besonderes für junge Leser werden lässt.
Wer kennt es nicht: Da beginnt man ein Buch zu lesen und freut sich darauf, um schon nach nur wenigen Seiten feststellen zu müssen, dass die Story alles andere als fesselnd ist. Was für uns als Erwachsene schon nicht immer ganz leicht ist, erweist sich bei Kindern und Jugendlichen als noch weitreichender, denn deren Durchhaltevermögen in Sachen Lesen ist bei weitem noch nicht ausgereift. Mit „Tulpenfieber“ wird das Durchhalten allerdings ein Leichtes, denn der Autor Wieland Freund hat es geschafft eine Geschichte zu schreiben, die selbst einen Erwachsenen in den Bann ziehen kann. Geschrieben für Kinder ab zehn Jahren, durchlebt der junge Leser eine aufregende Jagd durch Amsterdam, die als Ziel eine besondere Tulpe im Fokus hat. Luuk van Zwarn, der den Musketier d’Ennery kennenlernt, führt durch die Zeit des Barocks und ermöglicht es sich bestens vorzustellen, wie die Menschen, und vor allem auch die Kinder, damals gelebt haben. Wohlbemerkt ohne auch nur den Hauch dessen, ein Lehrbuch zu sein, denn „Tulpenfieber“ ist in erster Linie ein aufregender Jugendroman, was der kindlichen Leselust sicherlich sehr entgegenkommt.
Armand Philippe d’Ennery, der Musketier, versucht fast verzweifelt die Tulpe „Semper Idem“ zu finden. Seines Zeichens Franzose „spricht“ Armand immer wieder einzelne Worte in Französisch und aufgrund des Ortes der Handlung, Amsterdam, begegnet dem kindlichen Leser gleichzeitig das eine oder andere Wort der niederländischen Sprache. Wohldosiert sind die fremdsprachigen Wörter in dem Buch, so dass das lesende Kind oder der Jugendliche nicht überfordert oder gar gelangweilt wird. Im Gegenteil, denn Langeweile kommt in dem Buch wahrlich kaum auf. Wilde Jagden, geheimnisvolle Orte, eine Tulpe, die derart wertvoll ist, dass selbst das Geld der Königin des Landes nicht ausreichen würde, um sie zu kaufen oder auch das Ergründen, was es mit dem schrulligen Tulpenzüchter Flusius auf sich hat, machen aus der Jugendlektüre „Der schwarze Karfunkel - Tulpenfieber“ ein aufregendes, kurzweiliges Buch für junge Leseratten.
Wie bereits bei dem kürzlich vorgestellten Band „Geist von Zweiseelen“, aus der selben Jugendbuchreihe, besticht auch „Tulpenfieber“ mit einem einladenden Cover, das ebenfalls ein Detail integriert hat, das dazu verführt von dem kindlichen Leser befühlt zu werden. Um welches Detail es sich hierbei handelt, soll jedoch auch diesmal nicht verraten werden. Insgesamt betrachtet, ist das Buch „Tulpenfieber“ für Kinder und Jugendliche zu empfehlen, denn neben dem Reiz des Lesens der spannenden Story, lernen Kinder fast unbemerkt etwas über die Zeit des Barock sowie das eine oder andere Wort Französisch und Holländisch. Details, die vielleicht beim jungen Lesefreund die Lust darauf wecken mehr über vergangene Zeiten oder Sprachen zu lernen, was bekanntlich nicht das Schlechteste ist, auf dem Weg des Erwachsenwerdens.








