Der entgrenzte Mensch - Abhängig ohne Grenzen
Entgrenzung ist mehr als nur ein Überschreiten von Grenzen. „Läuft das noch richtig?“, so lautet dann auch die Frage des Autors Rainer Funk von „Der entgrenzte Mensch“, mit dem diskussionswürdigen Untertitel „Warum ein Leben ohne Grenzen nicht frei, sondern abhängig macht“. Wir stellen ihnen das Buch vor.
Das Thema Grenzen im Leben wird seit jeher diskutiert. Brauchen wir Menschen tatsächlich Grenzen? Beschneiden die nicht unsere geistige und körperliche Freiheit? Und warum sollte eine Entgrenzung, deren Bedeutung tief geht, zu einer Abhängigkeit führen? Sie merken sicherlich, dass es heute um ein Buch geht, das kein leichter Tobak ist. Und das im doppelten Sinne, denn zum einen geht es um das Überschreiten jeglicher Eingrenzungen und zum Anderen lässt sich „Der entgrenzte Mensch“ nicht einfach mal rasch durchlesen, denn allein die Wortwahl bedarf doch einiger Kenntnisse aus allen Sparten der Psychologie oder doch zumindest ein Mehr an Sprachkenntnissen, als man diese im Alltag so zum Einsatz gelangen lässt.
Grenzen. Spüren Sie bei diesem Wort auch so einen leichten faden Geschmack der gedanklichen Chorda tympani (Geschmacksnerven)? Wer will sich schon in seinen Freiheiten beschneiden lassen, sich ständig alles versagen, wonach das tiefe Innere schreit? Bedeuten Grenzen nicht ein Missachten des eigenen Wollens? Oder, anders gefragt, wenn man sich jeglicher Grenzen entlädt, geht man dann nicht im übertragenen Sinne über Leichen? Ich weiß, ich stelle gerade viele Fragen, aber wenn Sie sich intensiver mit dem Buch „Der entgrenzte Mensch“ und dessen tiefgründigem Thema beschäftigen wollen, werden Sie nicht umhin kommen sich ständig Fragen gegenüberstehen zu müssen oder sich diese selbst zu stellen.
Rainer Funk durchleuchtet aus unterschiedlichen Richtungen das Thema Entgrenzung. In 10 Kapiteln geht er der Entgrenzung in der Wirtschaft, Arbeitswelt, Show- und Medienwelt, in der Alltäglichkeit, im Personifizierten und im Besonderen auf den Grund. Unter anderem, denn auf 240 Seiten rüttelt der Autor, seines Zeichens Psychoanalytiker auf den Spuren von Erich Fromms wandelnd, an Vorgängen unserer Zeit, die anhand ihrer möglichen Folgen für den Einzelnen als auch für ganze Gesellschaften nicht als Nebensache abgetan werden sollten. Schon beeindruckend aus wie vielen Blickwinkeln der Autor sich dem Thema gewidmet hat. Und das Buch wirkt nach, denn auch nach dem
Fertiglesen schleichen sich immer wieder neue Fragen in die Gehirnwindungen, so beispielsweise auch diejenige, wie sehr man selbst eine Entgrenzung wünscht oder gar bereits anstrebt.
Abschließendes Fazit: Wer sich gerne mit psychologischen und soziologischen Themen auseinandersetzt, wird in „Der entgrenzte Mensch“ eine Lektüre finden, die gewiss für persönliche Überlegungen ebenso die Grundlage bildet als auch für mögliche Diskussionen im Bekannten-, Freundes- oder auch Kollegenkreis sorgen kann.
Erschienen ist das 240 Seiten umfassende Buch im Gütersloher Verlagshaus und ist zu einem Preis von 19,99€ im Buchhandel oder direkt hier erhältlich.









