Der Deutschland-Plan. Oder: Die Bürger sagen, wohin die Reise geht
Quo vadis Deutschland, fragt Horst W. Opaschowski, dessen neue Studie mit einer finsteren Bestandsaufnahme aufmacht. Wir leben in einer Dauerkrise zwischen Finanz- und Wirtschaftskrise, Umwelt-, Bildungs- und Sozialkrise. Haben den größten Schuldenberg der Nachkriegsgeschichte aufgetürmt. Die Lebensqualität sinkt. Der Sozialstaat kippt. Pflegenotstand erwartet uns im Alter. Die Deutschen werden ärmer. Und eine krasse Klassengesellschaft entwickelt sich, in der die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Kriminalität und Unruhen gefährden den sozialen Frieden. Und die Gefahren, die im Netz lauern, werden immer bedrohlicher. – Völlig unverblümt legt die Risikoanalyse dar, wohin Deutschland driftet, sollte kein radikaler Kurswechsel vorgenommen werden. Und zwar sofort!
Das „Was-passiert-wenn-nichts-passiert“-Szenario: Die Risiko-Analyse
Im ersten Teil seines neuen Buches „Der Deutschland-Plan“analysiert Opaschowski das, was uns bevorsteht, wenn alles so weiterläuft wie bisher. Düstere Aussichten, wie man sich denken kann, wenn man in der jüngeren Vergangenheit einen Blick über den Tellerrand des politischen und gesellschaftlichen Geschehens gewagt hat.
Aber Opaschowski wäre nicht Opaschowski, würde er nicht weit über das „Was-passiert-wenn-nichts-passiert“-Szenario hinausgehen. Er erweist sich als ein visionärer Vordenker, der Mut für die Zukunft macht. Die Neuerscheinung, die auf einer Erhebung auf repräsentativer Ebene zu den Zukunftsängsten und Zukunftserwartungen der Deutschen basiert, analysiert zunächst die größten gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre und stellt dann die Weichen für die Zukunft neu. In die Pflicht genommen wird die deutsche Politik, die keine verlässliche Richtung vorgibt. „Im Non-Stopp-Zeitalter des 21. Jahrhunderts können wir es uns nicht länger leisten, nach dem Motto ‚Augen zu – und durch!‘ in die Zukunft zu fahren.“ Deshalb appelliert der renommierte Zukunftsforscher an die Politiker, endlich Weitsicht zu zeigen und vorausschauende Vorsorge zu betreiben.
Paradigmenwechsel stehen uns in den Bereichen Arbeit, Gesundheit, Wohnen, Umwelt, Energie, Medien, Bildung, Soziales, Gesellschaft und Staat/Politik bevor. Für jeden dieser Bereiche unterbreitet „Der DeutschlandPlan“ eine Zukunftsagenda nebst konkreten politischen Handlungsanweisungen. Die Forderungen basieren auf den Ergebnissen der zwischen Januar und Juli 2011 durchgeführten Repräsentativerhebung, in der sich die Befragten für Richtungsänderungen und Kehrtwenden im Sinne einer menschlichen Zukunft aussprachen. So gesehen macht sich der Hamburger Zukunftsforscher in seiner aktuellen Studie zum legitimierten Fürsprecher der Bürger, womit er seinem Ruf treu bleibt, dem Volk auf’s Maul zu schauen: „Wenn es nach den Erwartungen der Bevölkerung geht, dann gleicht die Zukunft Deutschlands einer Sozialgesellschaft, einer Generationengesellschaft und einer Hilfeleistungsgesellschaft. In der Dreifach-Sicherung des Lebens schützt der Staat die Bürger vor sozialer Not, halten die Generationen fest zusammen und helfen sich die Menschen mehr selber.“
Das Buch ist im Gütersloher Verlagshaus erschienen und hat 256 Seiten. Für 19,99 € ist es im Buchhandel oder direkt hier erhältlich.









