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Die Uhr tickt: Zeitbombe Internet

zeitbombe_internet_minicoverWussten sie, dass ein Fehler in Google Earth zu einer Invasion nicaraguanischer Truppen in Costa Rica geführt hat? So geschehen im Oktober 2010. Der Herr Befehlshaber hat sich auf den Internetdienst verlassen und die dort falsch eingezeichnete Landesgrenze für bare Münze genommen. Dass niemand verletzt wurde, ist wohl primär der Tatsache geschuldet, dass Costa Rica kein eigenes Militär besitzt und somit auch keinen Schuß auf die Invasionstruppen abgeben konnte. Glück gehabt, könnte man sagen, und auch wenn es sich hier eher um einen sehr peinlichen Vorfall handelt, ist es doch ein Beispiel dafür, dass das Internet voller Gefahren ist, die sich nicht nur auf den Privatmenschen auswirken, sondern auch auf internationaler Ebene zu ernsthaften Problemen führen können.

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In ihrem Buch „Zeitbombe Internet“ liefern die Autoren Thomas Fischermann und Götz Hamann, beide hauptberuflich als stellvertretende Resortleiter bei der ZEIT tätig, noch viele weitere Beispiele, die nicht zum Schmunzeln, sondern eher zum Fürchten geeignet sind. Hängen doch mittlerweile viele essentiell notwendige Teile der Infrastruktur moderner Länder am Tropf des Internets. Angefangen bei den Energieversorgern, über Verkehrsleitsysteme und Intensivstationen der Krankenhäuser bis hin zu sämtlichen Banken. Und auf der Gegenseite gibt es immer mehr Angriffe auf ebendiese Systeme.

Die überall auf der Welt verteilten Hacker haben in den vergangenen Monaten immer häufiger auf sich aufmerksam gemacht. Dass sie den Benutzern von SONYs Playstation die Freude am Zocken verdorben haben, dürfte diese zwar sehr erzürnen, doch wie sieht es aus, wenn jemand den Server einer medizinischen Einrichtung kapert, während man selbst auf dem dortigen OP-Tisch liegt? Oder ein anderer per Knopfdruck einen überregionalen Stromausfall anzettelt? Ob nun aus politischer Motivation oder nur so zum Spaß? Wenn dann der Fernseher ausgeht, ist das wohl das geringste Problem. Wobei es für manche Menschen sicherlich der Apokalyse gleichkommt.

Kurz gesagt, das sehr flüssig zu lesende Buch beschäftigt sich mit den kleinen, mittleren und auch großen Problemen, die das heutige Internet mit sich bringt. Die positiven Eigenschaften sind uns schließlich allen bekannt und niemand könnte sich heute mehr vorstellen, ohne das Internet leben zu können. Die negativen Aspekte und die dadurch resultierenden Gefahren kennen nur diejenigen, die sich schon etwas intensiver mit den Thema beschäftigt haben. zeitbombe_internet_coverWissenszuwachs ist während der Lektüre also durchaus vorstellbar. Das Werk liefert aber auch Lösungsansätze, wie man die wichtigsten Punkte unter Kontrolle bringen könnte, wenn man nur wollte. Dafür müsste allerdings vonseiten der Politik etwas unternommen werden. Und zwar dringend. Man fragt sich nur, warum es noch nicht längst entsprechende Regelungen gibt, aber wahrscheinlich haben Glühbirnenverbote in den Augen der Verantwortlichen eine höhere Priorität.

Das Buch mit dem Untertitel „Warum unsere vernetzte Welt immer störanfälliger und gefährlicher wird.“ ist im Gütersloher Verlagshaus erscheinen und hat 255 Seiten. Für 19,99 € ist es ab Montag, 22. August 2011,  im Buchhandel erhältlich oder bereits jetzt hier zu bestellen.

P.S: Wer eines von 10 Büchern gewinnen will, der hat auf der Facebook-Seite zum Buch die Chance dazu


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