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Die Seelen-Pfuscher: Therapien, die krank machen

seelen_pfuscher_minicoverEs plagt uns eine Erkrankung, die die Notwendigkeit einer Behandlung oder Operation erfordert, welche wiederum durch fachkundige Hände erfolgen sollte. Ob Krebs, eine Gastritis oder ein harmlos anmutender Pigmentfleck – wohl niemandem kommt es einem in den Sinn zu einem Menschen zu gehen, der uns ohne eindeutige und belegbare Qualifikation unter das Messer legt oder bestimmte Behandlungsformen an uns praktiziert, um uns wieder gesund  werden zu lassen. Was für den Körper gilt, sollte doch eigentlich auch für die Seele gelten, die zumeist viel anfälliger ist als der Körper an sich und zudem über viele Jahrzehnte einen kranken Zustand aufweisen kann.

Salben, Operationen oder Bestrahlungen helfen in diesem Fall nichts, jedoch Therapeuten und bestimmte psychologische oder psychotherapeutische Therapien. So sollte man meinen. Doch was, wenn Therapeuten uns aufgrund von Pseudo-Therapien kränker machen als wir sind und mitunter selbst den eigenen Tod mit einkalkulieren? Die Autorin Heike Dierbach zeigt in ihrem Buch „Die Seelen-Pfuscher - Pseudo-Therapien, die krank machen“, sehr fundiert, wie Menschen mit der Erkrankung einer Seele umgehen, ohne überhaupt zu beachten, dass sie mehr Schaden anrichten können als zu helfen.

Therapien mit schwerwiegendem Behandlungseffekt

Rebirthing, Festhaltetherapie, Familienaufstellung nach Hellinger, Reinkarnationstherapie, Fernheilung, Engeltherapie beziehungsweise Channeln oder auch Hoffman-Quadrinity-Prozesse sind mittlerweile recht populäre Therapien geworden. Auch wenn die Therapieinhalte verschieden sind, beinhalten all diese therapeutischen Angebote die Fokussierung auf die Heilung der Seele, das Steigern des Wohlbefindens und der Heilung organischer Krankheiten. „Die Seelen-Pfuscher“ von Heike Dierbach, die unter anderem selbst Diplom-Psychologin ist, lässt einen sehr tief in die Absichten, Handlungsweisen und Hintergründe blicken, die sich einem hilflosen und ratsuchenden Menschen im alltäglichen Angebot der Therapeuten offenbaren.

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Oft suchen Menschen bei inkompetenten und unzureichenden Personen Hilfe, so etwa, wenn die konventionelle Schulmedizin und deren Praktiker sie in ihrer Erkrankung aufgegeben oder in der Behandlungsweise enttäuscht haben. Alternative Therapien oder, besser ausgedrückt, pseudo-therapeutische Angebote, scheinen in solch einem Fall die letzte Zuflucht zu sein, um endlich wieder „normal“ zu werden oder sich gesünder, besser und seelisch stabilisierter zu fühlen. Doch beschäftigt man sich mit all diesen Pseudo-Therapien etwas näher, dann eröffnen sich wahre Abgründe in Sachen Heilung und Heilunterstützung. Selbst als Laie gehen einem während dem Lesen dieses Buches die Augen auf, denn anhand fundierter Kenntnisse, Recherchen und vielfältiger Expertenunterstützung, hat die Autorin ein umfassendes Werk darüber erschaffen, was sich hinter bestimmten Therapien verbirgt, die leider in den wenigsten Fällen einen Erfolg, im Sinne der Heilung für Betroffene, ermöglichen, hingegen selbst die Konsequenz des Todes nicht ausschließen.

Zwischen Therapie, Hilflosigkeit, Hoffnung und Tod

Wer, als Verzweifelter auf der Suche nach Hilfe, weiß schon, dass er durch gewisse Therapien allein aufgrund einer bestimmten Technik, so etwa der Atemtechnik innerhalb des Rebirthing, eine Hyperventilation erleben könnte, die selbst ein Notarzt nicht mehr in ihrem tödlichen Verlauf stoppen kann? Oder welche seelischen Verletzungen auf den Plan gerufen werden, wenn innerhalb einer Familienaufstellung, die scheinbar harmlos ist, ein gänzlich tiefes verzweifeltes neues Selbstbild entsteht, dass zu mehr Schuldgefühlen, Depressionen oder dem Wunsch nach Suizid führt? Und das auf einer Basis, die bei intensivem Forschen und Nachfragen aufzeigt, dass es tausende selbsternannte Therapeuten gibt, die sich derartigen Therapiemethoden verschrieben haben, ohne ein real existierendes, fundiertes Wissen dahingehend zu haben, was es mit der verletzlichen Psyche eines Menschen überhaupt auf sich hat. Oftmals sind sie entweder selbst einer Methode und/oder deren Lehrmeister verfallen oder haben lediglich den Profit, der aus den „verkauften“ Therapiestunden entstehenden Einnahmen, im Fokus.

seelen_pfuscher_coverWenn man das Buch „Die Seelen-Pfuscher - Pseudo-Therapien, die krank machen“ liest, wird einem vieles noch bewusster, was sich da unter dem Deckmantel des Helfenwollens als Therapie auf dem Markt tummelt. Sicherlich kann in bestimmten Fällen die eine oder andere derartige Therapie einen gewissen positiven Effekt bei einem Hilfesuchenden ermöglichen, allerdings auch nur dann, wenn man weiß, was sich hinter einem therapeutischen Angebot verbirgt oder welche Fachkenntnisse ein Therapeut hat, der sich an eines der verletzlichsten Bestandteile des Menschen, der Psyche, zu schaffen macht. Auch als Nicht-Laie, so in meinem persönlichen Fall, lernt man durch dieses Buch vieles über die einzelnen Therapien und deren Hintergründe sowie besonders über mögliche schwerwiegende Risiken und Erfolge. Ergänzend finden sich hilfreiche Hinweise über das Erkennen von Scharlatanen und ein Index darüber, welche Anlaufstellen man als Hilfesuchender in der seelischen Not zur Verfügung hat.

Fazit: Da keiner davor sicher ist irgendwann einmal körperlich wie seelisch zu erkranken, kann ich diese gewichtige Lektüre nur empfehlen, um im Fall der Fälle darüber informiert zu sein, wer einem mitunter real helfen oder doch eher schaden kann.

Das Buch umfasst 248 Seiten, ist im Rowohlt Verlag erschienen und zu einem Preis von 12 Euro im Buchhandel oder direkt hier erhältlich.


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