Montag , 5 Dezember 2016
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Wer finanziert den Angriff auf Libyen?

Nichts auf dieser Welt kostet mehr als Krieg. Nur zum Vergleich: Während die durch die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan geschätzten Kosten bei rund 200 Milliarden Euro liegen sollen, verschlang der Krieg gegen den Irak bisher rund 500 Milliarden. Die Schäden im Land sind dabei nicht berücksichtigt. Gewiss, die Unkosten der Attacken gegen Libyen liegen von diesen Zahlen noch meilenweit entfernt. Doch der Preis für jeden einzelnen Tomahawk-Marschflugkörper wird auf knapp eine Million Euro geschätzt. Eine Flugstunde eines Fighter-Jets liegt bei 10.000 Euro. Ohne der Kosten für Bomben und andere Munition. Die Bürger Amerikas, Frankreichs, Englands und all der anderen beteiligten Staaten werden, aufgrund der Wirtschaftskrise, mit regelmäßigen Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen konfrontiert. Und über Libyen werden die Millionen munter verballert.

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Selten werden wir an die ungeheuren Kosten der Kriegsführung erinnert. Genauso wenig wie die wirtschaftlichen Hintergründe, die selbst zu Zeiten Napoleons im Vordergrund standen, im Geschichtsunterricht behandelt werden. Und sonderbarerweise ist zum Kriegführen auch immer genügend Geld verfügbar. Oder haben sie schon jemals davon gehört, dass ein Krieg deswegen zu einem Ende kam, weil es den Beteiligten an finanziellen Mitteln fehlte?

Bezeichnend in diesem Zusammenhang ist ebenfalls ein Blick auf Wikipedia zum Eintrag über Tomahawk-Marschflugkörper, wie diese todbringenden Waffen verharmlosend genannt werden. Es finden sich Angaben über die Entwicklung, die Technik, die verschiedenen Versionen, den Einsatz und die Verbreitung. Und kein Wort darüber, was diese fliegenden Höllenmaschinen letztendlich kosten.

In einem Artikel bei Euronews wird der Preis auf 400.000 Euro geschätzt, während die New York Times von $ 1,4 Millionen schreibt, was einer Million Euro entspricht. Einer Presseagentur zufolge, waren es bis gestern bereits zumindest 170 Tomahawks, die auf Libyen abgefeuert wurden. Rechnen wir die unzähligen Flugstunden der Fighter-Jets der verschiedenen beteiligten Länder dazu, die Kosten für Kriegsschiffe und alles andere, was im Zusammenhang mit diesem Angriff steht, so klingen die vorläufig geschätzten Kosten von 400 bis 800 Millionen Dollar als weit untertrieben.

Deutschland hält sich aus diesem Konflikt zum Glück heraus. Doch, in einer gemeinsamen Eurozone, in der jedes Land sich verpflichtet hat, andere Mitglieder, die ihre finanziellen Probleme nicht alleine bewältigen können, zu unterstützen, kann und darf dieses Problem keineswegs ignoriert werden.

Gewiss, im Zusammenhang mit Libyen ist der Zeitpunkt noch verfrüht, die internationale Finanzlobby, allen voran die Erdöl-Mafia, zu verdächtigen, ihre eigenen Interessen durchzusetzen, wie es etwa im Irak der Fall ist. Doch würden hinter diesem Angriff auf Libyen keine finanziellen Interessen stecken, wer glaubt wirklich, dass es so weit gekommen wäre? Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Es handelt sich um „humanitäre Hilfe“. Schließlich verkündete Friedensnobelpreisträger Barack Obama, der diesen Angriff ohne Zustimmung des Kongresses eingeleitet hatte, voller Stolz, dass die Bomben und Raketen, die auf Libyen herabregnen, Leben gerettet hätten. So wird er jedenfalls von Hunderten von Zeitungen zitiert.

Übrigens, die Aktien des Tomahawk-Herstellers Raytheon (Trigger-Symbol: RTN) verzeichneten schon zwischen Dezember 2010 und Januar 2011 einen Kursanstieg von $ 45 auf über über $ 52. Nachdem ein „Volksaufstand“, wie der bewaffnete Konflikt von Rebellen gegen Regierungstruppen in Libyen genannt wird und erst am 15. Februar einsetzte, damals jedoch noch keineswegs zu erwarten war, kann zwischen diesem massiven Anstieg und dem derzeitigen Einsatz von Tomahawk-Marschflugkörpern keinerlei Zusammenhang bestehen. Schließlich wurde die UN-Resolution 1973, die den massiven Einsatz dieser Marschflugkörper ermöglicht, erst am 17. März verabschiedet. Selbstverständlich ist auch nicht zu bezweifeln, dass von Finanzexperten völlig unabhängige Gründe für diesen Kursanstieg vorgebracht werden können.

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Bildnachweis DariuszSankowski / CC0 Public Domain-Pixabay.com

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