Dienstag , 31 Mai 2016
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Gibt es Al-Kaida wirklich

usarmyafghanistanEigentlich wollte ich als Titel wählen: Al-Kaida gibt es nicht! Nachdem dieser Name seit Jahren immer wieder Erwähnung findet, nachdem es scheint, als würde keine offizielle Stelle die Existenz von Al-Kaida, als internationale, weltbedrohende Terrororganisation, anzweifeln, nachdem die Zahl der Anschläge, derer diese Gruppe beschuldigt wird, noch immer ansteigt, stelle ich keine Behauptung auf, sondern formuliere es als Frage. Eine, von Adam Curtis angefertigte und vom BBC schon vor Jahren ausgestrahlte, Dokumentation mit Titel „The Shadows in The Cave“, zweifelt die Existenz Al-Kaidas überzeugend an. Auch andere Persönlichkeiten, etwa der ehemalige britische Außenminister, Robin Cook, stellen Al-Kaida in Frage. Einen stichhaltigen Beweis zu erbringen, dass eine möglicherweise erfundene Organisation definitiv nicht existiert, ist dabei ebenso unmöglich wie zweifellos zu belegen, dass Rotkäppchen niemals vom bösen Wolf gefressen worden ist. Wem wir letztendlich Glauben schenken, hängt von der Logik der Darstellung ab.

Dieser Beitrag setzt sich nicht mit den Widersprüchen bezüglich der Ereignisse des 11. September 2001 auseinander. Dass Osama Bin Laden von den amerikanischen Behörden in erster Linie wegen der Bombenanschläge auf zwei US-Botschaften im Jahr 1998 gesucht wird, haben wir bereits berichtet. Die Frage, mit der wir uns hier beschäftigen, ist jene, ob es Al-Kaida, als zentralgesteuerte internationale Organisation, die eine Bedrohung für Amerika und die Welt darstellt, in der Form gibt, wie es uns von offizieller Seite dargestellt wird.

Von niemandem, auch nicht von Adam Curtis, wird angezweifelt, dass der Name Al-Kaida im Zusammenhang mit Osama Bin Laden schon in den 1990ern aufgetaucht ist. Nach dem Einmarsch der Sowjet-Tuppen in Afganistan, im Dezember 1979, unterstützten die Vereinigten Staaten eine Widerstandsgruppe, die sich Mudschahidin nannte. Zu diesen Mudschahidin gehörte auch ein saudiarabischer Millionär, namens Osama Bin Laden. Im Zusammenhang mit einer kleinen Gruppe von vielleicht einem Dutzend Kämpfern, die Bin Laden umringte, fand eines Tages der Begriff Al-Kaida, auch Al-Qaida oder Al-Qaeda geschrieben, Erwähnung. Die deutsche Übersetzung dieses arabischen Wortes wird meist mit „Basis“ angegeben, was auf dem Umweg des englischen Wortes „Base“ erfolgt. Nachdem „Base“ jedoch über mehrere Bedeutungen verfügt, ist erst einmal interessant, welche davon dem arabischen „Al-Kaida“ zugrunde liegt. Und diese wäre am ehesten mit „Stützpunkt“ oder „Hauptquartier“ zu übersetzen. Einerseits, ist die mögliche Auslegung (wie gelegentlich erwähnt), dass der Name mit „Datenbank“ (Database) in Verbindung stehen könnte, somit ausgeschossen, und andererseits würde dieser Begriff, wie Arabisch-Kundige erklären, als Name für eine Organisation keinen Sinn ergeben.

Adam Curtis erläutert in seiner Dokumentation, „The Shadows in the Cave“, wie die ersten Anschuldigungen gegenüber Bin Laden, dem einstigen Verbündeten der CIA, entstanden sind. Und zwar, im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen auf die amerikanischen Botschaften in Daressalam, Tansania, und in Nairobi, Kenia. Natürlich wurde der Prozess in Abwesenheit von Bin Laden geführt und Kronzeuge gegen ihn war ein gewisser Jamal Al-Fadl, ein ehemaliger Vertrauter Bin Ladens, der von diesem jedoch Geld gestohlen hatte. Die USA gewährten Al-Fadl offiziellen Zeugenschutz und versorgten ihn mit einigen Hunderttausend Dollar. Der Verdacht, dass einige Aussagen von ihm somit auf spezielle Wünsche abgestimmt waren, ist nicht unbegründet.

Trotzdem, weder im Zusammenhang mit den genannten Bomben-Attacken auf die US-Botschaften noch mit dem Angriff auf die USS-Cole im Jahr 2000 in Jemen, der 17 amerikanischen Soldaten das Leben gekostet hat, wurde der Name Al-Kaida an die große Glocke gehängt. Erst am 11. September 2001, nach den verheerenden Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon, und zwar innerhalb weniger Stunden, wurde Al-Kaida als verantwortliche Terrororganisation genannt und Bin Laden als ihr Anführer.

Präsident Bush sprach von Tausenden von Mitgliedern in zumindest 60 verschiedenen Ländern. Drahtzieher Bin Laden hielt sich, so wurde vermutet oder behauptet, in Afghanistan auf. Und dort befanden sich, so wurde erklärt, auch die Ausbildungslager. Eine Zusammenarbeit zwischen Al-Kaida und den Taliban schien gegeben und es kam zum Angriff durch eine internationale Allianz. Während die USA jedoch behauptete, eine nennenswerte Anzahl von Al-Kaida- Mitgliedern gefangengenommen zu haben, ließ der englische Brigadier, Roger Lane, anderes vernehmen. Fünf Wochen nach seinem Eintreffen in Afghanistan wurde er, wie in der Curtis-Dokumentation aufgezeichnet ist, von einer Reporterin gefragt, wie viele Al-Kaida-Angehörige gefangen genommen worden seien, und seine Antwort lautete: „Keine!“ Es folgte die Frage, wie viele getötet worden wären. Seine Antwort: „Wir haben überhaupt keine getötet!“ Dass es gleichzeitig den Amerikanern gelungen sein mag, im berüchtigten Lager der Guantanamo-Bucht Geständnisse von Zugehörigkeiten zu Al-Kaida zu erlangen, insbesondere den Umstand berücksichtigend, dass außer ihnen niemand auf Al-Kaida-Mitglieder gestoßen ist, könnte zu gewissen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit dieser Aussagen führen.

 

Auch wenn einige der amerikanischen Berichterstattungen schon lange vergessen sind, so nimmt ihnen dieser Umstand nichts an ihrer Lächerlichkeit. In einer, auf mehreren amerikanischen Fernsehstation gezeigten Graphik, wurde das Festungssystem von Al-Kaida so dargestellt, als gäbe es stichhaltiges Informationsmaterial für diese Behauptung.

Hier das Phantasie-Bild des Al-Kaida-Hauptquartiers, wie es der Öffentlichkeit präsentiert wurde:

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Nichts, rein gar nichts, was mit dieser Darstellung zu vergleichen wäre, ist bis zum heutigen Tag in den Bergen Afghanistans entdeckt worden. Unwirtliche Höhlen dienten bestenfalls als Munitionslager.

In Afghanistan starben Menschen auf beiden Seiten. Der Schock der Ereignisse des 11. September, und nicht nur der regelmäßigen Wiederholungen wegen, war noch lange nicht vergessen. Von Osama Bin Laden schien es keine Spur zu geben. Die Öffentlichkeit erwartete Resultate. Und Präsident Bush selbst disneylandalkaidaerzählte von den „Sleeper-Cells“, die in mehreren Bundesstaaten aufgestöbert worden seien. Überall wurden, in Amerika lebende, Gruppen von Arabern unter die Lupe genommen. Als eine der heißesten Spuren erwies sich ein, in einer Wohnung in Detroit entdecktes, Video, das einige Teenager bei ihrem Besuch in Disney-Land zeigte. Während es sich offensichtlich um ein wirklich primitiv angefertigtes Touristen-Video handelte, erklärte ein Sprecher, dass genau dieser Eindruck beweise, dass es einer geplanten Terror-Attacke als Vorlage hätte dienen sollen. In einer künstlichen Tropfsteinhöhle schwenkte die Kamera, „scheinbar zufällig“, an einem Abfalleimer vorbei. Dabei, so wurde erklärt, handle es sich um eine von mehreren versteckten Botschaften. Überzeugenderes Material kam keines zutage.

Über Konrad Hausener