Freitag , 2 Dezember 2016
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Gibt es Al-Kaida wirklich

usarmyafghanistanEigentlich wollte ich als Titel wählen: Al-Kaida gibt es nicht! Nachdem dieser Name seit Jahren immer wieder Erwähnung findet, nachdem es scheint, als würde keine offizielle Stelle die Existenz von Al-Kaida, als internationale, weltbedrohende Terrororganisation, anzweifeln, nachdem die Zahl der Anschläge, derer diese Gruppe beschuldigt wird, noch immer ansteigt, stelle ich keine Behauptung auf, sondern formuliere es als Frage. Eine, von Adam Curtis angefertigte und vom BBC schon vor Jahren ausgestrahlte, Dokumentation mit Titel „The Shadows in The Cave“, zweifelt die Existenz Al-Kaidas überzeugend an. Auch andere Persönlichkeiten, etwa der ehemalige britische Außenminister, Robin Cook, stellen Al-Kaida in Frage. Einen stichhaltigen Beweis zu erbringen, dass eine möglicherweise erfundene Organisation definitiv nicht existiert, ist dabei ebenso unmöglich wie zweifellos zu belegen, dass Rotkäppchen niemals vom bösen Wolf gefressen worden ist. Wem wir letztendlich Glauben schenken, hängt von der Logik der Darstellung ab.

Dieser Beitrag setzt sich nicht mit den Widersprüchen bezüglich der Ereignisse des 11. September 2001 auseinander. Dass Osama Bin Laden von den amerikanischen Behörden in erster Linie wegen der Bombenanschläge auf zwei US-Botschaften im Jahr 1998 gesucht wird, haben wir bereits berichtet. Die Frage, mit der wir uns hier beschäftigen, ist jene, ob es Al-Kaida, als zentralgesteuerte internationale Organisation, die eine Bedrohung für Amerika und die Welt darstellt, in der Form gibt, wie es uns von offizieller Seite dargestellt wird.

Von niemandem, auch nicht von Adam Curtis, wird angezweifelt, dass der Name Al-Kaida im Zusammenhang mit Osama Bin Laden schon in den 1990ern aufgetaucht ist. Nach dem Einmarsch der Sowjet-Tuppen in Afganistan, im Dezember 1979, unterstützten die Vereinigten Staaten eine Widerstandsgruppe, die sich Mudschahidin nannte. Zu diesen Mudschahidin gehörte auch ein saudiarabischer Millionär, namens Osama Bin Laden. Im Zusammenhang mit einer kleinen Gruppe von vielleicht einem Dutzend Kämpfern, die Bin Laden umringte, fand eines Tages der Begriff Al-Kaida, auch Al-Qaida oder Al-Qaeda geschrieben, Erwähnung. Die deutsche Übersetzung dieses arabischen Wortes wird meist mit „Basis“ angegeben, was auf dem Umweg des englischen Wortes „Base“ erfolgt. Nachdem „Base“ jedoch über mehrere Bedeutungen verfügt, ist erst einmal interessant, welche davon dem arabischen „Al-Kaida“ zugrunde liegt. Und diese wäre am ehesten mit „Stützpunkt“ oder „Hauptquartier“ zu übersetzen. Einerseits, ist die mögliche Auslegung (wie gelegentlich erwähnt), dass der Name mit „Datenbank“ (Database) in Verbindung stehen könnte, somit ausgeschossen, und andererseits würde dieser Begriff, wie Arabisch-Kundige erklären, als Name für eine Organisation keinen Sinn ergeben.

Adam Curtis erläutert in seiner Dokumentation, „The Shadows in the Cave“, wie die ersten Anschuldigungen gegenüber Bin Laden, dem einstigen Verbündeten der CIA, entstanden sind. Und zwar, im Zusammenhang mit den Bombenanschlägen auf die amerikanischen Botschaften in Daressalam, Tansania, und in Nairobi, Kenia. Natürlich wurde der Prozess in Abwesenheit von Bin Laden geführt und Kronzeuge gegen ihn war ein gewisser Jamal Al-Fadl, ein ehemaliger Vertrauter Bin Ladens, der von diesem jedoch Geld gestohlen hatte. Die USA gewährten Al-Fadl offiziellen Zeugenschutz und versorgten ihn mit einigen Hunderttausend Dollar. Der Verdacht, dass einige Aussagen von ihm somit auf spezielle Wünsche abgestimmt waren, ist nicht unbegründet.

Trotzdem, weder im Zusammenhang mit den genannten Bomben-Attacken auf die US-Botschaften noch mit dem Angriff auf die USS-Cole im Jahr 2000 in Jemen, der 17 amerikanischen Soldaten das Leben gekostet hat, wurde der Name Al-Kaida an die große Glocke gehängt. Erst am 11. September 2001, nach den verheerenden Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon, und zwar innerhalb weniger Stunden, wurde Al-Kaida als verantwortliche Terrororganisation genannt und Bin Laden als ihr Anführer.

Präsident Bush sprach von Tausenden von Mitgliedern in zumindest 60 verschiedenen Ländern. Drahtzieher Bin Laden hielt sich, so wurde vermutet oder behauptet, in Afghanistan auf. Und dort befanden sich, so wurde erklärt, auch die Ausbildungslager. Eine Zusammenarbeit zwischen Al-Kaida und den Taliban schien gegeben und es kam zum Angriff durch eine internationale Allianz. Während die USA jedoch behauptete, eine nennenswerte Anzahl von Al-Kaida- Mitgliedern gefangengenommen zu haben, ließ der englische Brigadier, Roger Lane, anderes vernehmen. Fünf Wochen nach seinem Eintreffen in Afghanistan wurde er, wie in der Curtis-Dokumentation aufgezeichnet ist, von einer Reporterin gefragt, wie viele Al-Kaida-Angehörige gefangen genommen worden seien, und seine Antwort lautete: „Keine!“ Es folgte die Frage, wie viele getötet worden wären. Seine Antwort: „Wir haben überhaupt keine getötet!“ Dass es gleichzeitig den Amerikanern gelungen sein mag, im berüchtigten Lager der Guantanamo-Bucht Geständnisse von Zugehörigkeiten zu Al-Kaida zu erlangen, insbesondere den Umstand berücksichtigend, dass außer ihnen niemand auf Al-Kaida-Mitglieder gestoßen ist, könnte zu gewissen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit dieser Aussagen führen.

 

Auch wenn einige der amerikanischen Berichterstattungen schon lange vergessen sind, so nimmt ihnen dieser Umstand nichts an ihrer Lächerlichkeit. In einer, auf mehreren amerikanischen Fernsehstation gezeigten Graphik, wurde das Festungssystem von Al-Kaida so dargestellt, als gäbe es stichhaltiges Informationsmaterial für diese Behauptung.

Hier das Phantasie-Bild des Al-Kaida-Hauptquartiers, wie es der Öffentlichkeit präsentiert wurde:

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Nichts, rein gar nichts, was mit dieser Darstellung zu vergleichen wäre, ist bis zum heutigen Tag in den Bergen Afghanistans entdeckt worden. Unwirtliche Höhlen dienten bestenfalls als Munitionslager.

In Afghanistan starben Menschen auf beiden Seiten. Der Schock der Ereignisse des 11. September, und nicht nur der regelmäßigen Wiederholungen wegen, war noch lange nicht vergessen. Von Osama Bin Laden schien es keine Spur zu geben. Die Öffentlichkeit erwartete Resultate. Und Präsident Bush selbst disneylandalkaidaerzählte von den „Sleeper-Cells“, die in mehreren Bundesstaaten aufgestöbert worden seien. Überall wurden, in Amerika lebende, Gruppen von Arabern unter die Lupe genommen. Als eine der heißesten Spuren erwies sich ein, in einer Wohnung in Detroit entdecktes, Video, das einige Teenager bei ihrem Besuch in Disney-Land zeigte. Während es sich offensichtlich um ein wirklich primitiv angefertigtes Touristen-Video handelte, erklärte ein Sprecher, dass genau dieser Eindruck beweise, dass es einer geplanten Terror-Attacke als Vorlage hätte dienen sollen. In einer künstlichen Tropfsteinhöhle schwenkte die Kamera, „scheinbar zufällig“, an einem Abfalleimer vorbei. Dabei, so wurde erklärt, handle es sich um eine von mehreren versteckten Botschaften. Überzeugenderes Material kam keines zutage.

Adam Curtis zeigt noch weitere Beispiele auf, in denen Behauptungen von Al-Kaida-Verbindungen keinerlei Überprüfung standhalten. Dazu kommen Interviews, etwa mit Jason Burke, Auslandskorrespondent des „Observer“ und Autor des Buches, „Al-Qaida. Entstehung, Geschichte, Organisation“, der erklärt, dass es keine zentralgesteuerte Organisation dieses Namens gibt, und dass es sich um einen reinen Mythos handle.

Ja, sicher, es gibt Terrorismus. Tausende von Menschen fielen Terroranschlägen zum Opfer. Auch gibt es radikale Islamisten. Und auch Schutzmaßnahmen gegen mögliche Attacken ergeben, zumindest bis zu einem gewissen Grad, absolut Sinn. Hinter allen möglichen Anschlägen, die sich während der vergangenen 17 Jahre weltweit ereignet haben, ein zentral gesteuertes Netzwerk zu vermuten, entpuppt sich bei näherer Betrachtung jedoch als nichts anderes als eine haltlose Spekulation. Im deutschen Wikipedia-Artikel wird Al-Kaida anfangs als loses Netzwerk bezeichnet, und später folgt eine lange Liste mit Anschlägen, die der Organisation zugeschrieben werden, u. A. auch die Ermordung von Benazir Bhutto, ein tragisches Ereignis, das jedoch eher landesinterne Ursachen vermuten lässt. Und wenn, wie erwähnt, Bin Ladens FBI-Steckbrief nicht auf den 11. September verweist, dann können wir davon ausgehen, dass es für die Vielzahl der anderen Attacken noch deutlich weniger Evidenz gibt, die auf eine Beteiligung einer Organisation namens Al-Kaida schließen lassen könnte.

Als der ehemalige deutsche Bundesminister für Forschung und Technologie, Andreas von Bülow, in seinem Buch, „Die CIA und der 11. September“, die offiziellen Darstellungen anzweifelte, wurden von Kritikern die schwächsten seiner Argumente zerpflückt und, auf Grund gewisser Schwachstellen einzelner Punkte, die gesamte Behauptung in Frage gestellt. So ergeht es grundsätzlich jedem Konzept, das sich gegen den politischen Zeitgeist richtet. Im Falle von Al-Kaida wird aber jeder offensichtliche Irrtum vergessen und verziehen. Al-Kaida hat es einfach zu geben. Gegen wen sonst sollte sich der weltweite Krieg gegen den Terrorismus richten?

Adam Curtis’ Dokumentation ist, obwohl niemals widerlegt, schon lange vergessen. Die Klicks bei Youtube halten sich in Grenzen. Kaum jemand schenkt Äußerungen, wie etwa der von Robin Cook, im Jahr 2005 an einem Herzinfarkt verstorbener ehemaliger britischer Außenminister, getätigten Aussage Beachtung, der erklärte, dass Bin Laden das Produkt einer monumentalen Fehleinschätzung der westlichen Geheimdienste sei. Auch die russische Prawda begann einen, am 18. August 2004 veröffentlichten, Artikel mit den Worten:

„Die Grundwahrheit ist, dass Al-Kaida nicht existiert und niemals existiert hat. Al-Kaida ist ein fabrizierter Feind, der von der Bush-Administration, als Rechtfertigung für einen Krieg zur Kontrolle der weltweiten Ölreserven, geschaffen wurde.“

Auch Peter Hitchens, britischer Kolumnist und Autor mehrere Bücher, gab sich in einem, am 14. September 2008 in der „Mail-Online“ veröffentlichten Artikel überzeugt, dass es Al-Kaida nicht gibt. Er schrieb, dass die „Spooks“ (ein Wort, das sowohl Geist als auch Spion bedeutet) dies wissen, die Kabinett-Minister wüssten es und auch die Sicherheits-Korrespondenten.

Unter „Command Structure“ findet sich in der englischen Wikipedia der Satz: „Was Al-Kaida ist oder war, bleibt fraglich!“ Und damit ist der Nagel auf den Kopf getroffen. Ja, selbst Osama Bin Laden soll sich, nachdem die Amerikaner Al-Kaida in der bekannten Form der Weltöffentlichkeit vorgestellt haben, stolz zu dieser „Organisation“ bekannt haben. Mit Sicherheit gibt es weltweit Gruppen islamischer Extremisten, die sich leidenschaftlich gerne mit Al-Kaida identifizieren, seit sie davon gehört haben. Es ist durchaus möglich, dass sich neue Anhänger finden, sich als „Sleeper-Cells“ einer Organisation betrachten, von der sie vergeblich erhoffen, jemals kontaktiert zu werden. Was Adam Curtis und andere anzweifeln, ist nicht die Existenz radikaler Islamisten, nicht die Planung und Ausführung von Terroranschlägen durch derartige Gruppen, sondern eine zentralgesteuerte, strukturierte Organisation, die auch nur in irgend einer Form mit dem, als was Al-Kaida dargestellt wird, zu vergleichen wäre. Und bis heute ist es den Amerikanern nicht gelungen, einen glaubhaften Beweis zu erbringen. Was präsentiert wird, ist eine Reihe von Spekulationen, Verdächtigungen und Vermutungen, die sich nur durch ihre regelmäßigen Wiederholungen in die Gehirne als „Wahrheit“ einprägen.

Natürlich ließe sich damit argumentieren, dass eine internationale Terrororganisation eben entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen habe. Doch, sobald eine geheime Gruppe eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern umfasst, und noch dazu regelmäßig aktiv sein soll, sind der Geheimhaltung Grenzen gesetzt. Über die Hells Angels wissen die Behörden schließlich auch mehr als die Mitglieder selbst.

Klingt diese ganze Behauptung nicht nach Verschwörungstheorie? Sie mag danach klingen. Wie in unserem Beitrag zu diesem Begriff jedoch ausführlich erklärt wurde, haben Unregelmäßigkeiten und Widersprüche einzelner Ereignisse absolut nichts mit der absurden Annahme zu tun, dass alle wesentlichen Vorgänge auf der Welt von einer kleinen Gruppe gesteuert wären. In diesem Fall handelt es sich um ein isoliertes Ereignis, das bestimmte und erklärbare Ziele verfolgt, zu denen u. a. die Kontrolle der Rohölvorkommen zählt.

Adam Curtis nimmt die politischen Motive in seiner Dokumentation vorweg. Schon zu Beginn erklärt er:

„Am Anfang versprachen Politiker, eine bessere Welt zu schaffen. Sie hatten verschiedene Wege, das zu verwirklichen, doch diese Macht und Autorität kam von den optimistischen Traumbildern, die sie dem Volk boten. Diese Träume sind fehlgeschlagen, und heute haben die Menschen ihren Glauben an diese Ideologien verloren. Zunehmend, werden Politiker schlicht als die Führungskräfte des öffentlichen Lebens betrachtet. Doch nun haben sie eine neue Rolle entdeckt, um ihre Macht und Autorität wieder herzustellen. Anstatt (angenehme) Träume zu liefern, versprechen Politiker, uns vor Alpträumen zu schützen. Sie behaupten, dass sie uns vor drohenden Gefahren retten werden, die wir nicht sehen können und die wir nicht verstehen. Und die größte Bedrohung von allen ist der internationale Terrorismus… Doch vieles von dieser Bedrohung ist Phantasie.“

Adam Curtis spricht dabei nicht die amerikanische Regierung in einer anonymen Form als solche an. In weiterer Folge identifiziert er eine Gruppe, er nennt Namen, und zwar jene, die dem Neokonservativismus angehören. Unter ihnen befinden sich Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz und Richard Perle. Der „Kalte Krieg“ war zu Ende und damit war auch das vereinheitlichende Feindbild verschwunden. Ein neues Schreckensgespenst musste her. Und was sollte sich besser eigenen als eines, das nie besiegt werden kann, weil es nicht existiert. Ein Phantom.

Auf den ersten Blick wirkt die Geschichte um Bin Laden und Al-Kaida wie eine James-Bond-Story. Doch es fehlt der Held, der Retter, der die Welt vor dem schlimmsten bewahrt. James Bond würde nicht wissen, wo und wie er den Bösewicht konfrontieren könnte. Denn, wenn wir die Summe an Informationen, die uns mittlerweile, nach mehr als acht Jahren, zur Verfügung steht, kritisch betrachten, so scheint es, als würde die Vorlage für diesen Film nicht von Ian Flemming, sondern von George Orwell geschrieben sein.
The Shadows in the Cave – Dokumentation von Adam Curtis (englisch)
 

 

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