Sonntag , 19 November 2017
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Politik-Experte William Engdahl über das Bilderberg-Treffen

olaf_scholtenAuch wenn die Bilderberg-Gruppe plötzlich eine neue Webseite online stellt, darin die Teilnehmerliste veröffentlicht und die Themenpunkte anschneidet, was wirklich hinter verschlossenen spanischen Türen vor sich geht, bleibt weiterhin ein Geheimnis. Der erfahrene amerikanische Journalist William Engdahl sprach mit Russia Today und teilte seine Meinung mit. Was er ausdrückt, ist eine Mischung aus Fakten und logischen Schlüssen. Spekulationen überlässt er anderen. Olaf Scholz (Bild) ist einer von fünf Teilnehmern aus Deutschland. 

Wie William Engdahl am Anfang des Gespräches erklärt, so wurden die Bilderberg-Treffen Anfang der 1950er Jahre von mächtigen amerikanischen Familien ins Leben gerufen, um mehr Einfluss auf die europäische Politik auszuüben. Darauf angesprochen, was er glaube, was beim diesjährigen Treffen besprochen werden könnte, verwies er als erstes auf die zerbröckelnden Beziehungen des Atlantik-Bundes, die wieder verbessert werden sollten. In aller Deutlichkeit sprach er weiters vom Versuch, europäische Zentralbanken dahingehend zu beeinflussen, mehr Euros in Umlauf zu setzen. Und zwar, um zu verschleiern, dass in Wahrheit der US-Dollar der „kranke Mann der Weltwirtschaft“ sei.

Zum Thema Afghanistan erklärte er, dass es immer mehr danach aussehe als wäre es die Aufgabe der europäischen Nato-Partner, die amerikanischen Opium-Routen nach Russland und Westeuropa zu sichern, worüber europäische Regierungen nicht sonderlich erfreut seien. Engdahl gibt sich überzeugt, dass der Afghanistan-Einsatz absolut nichts mit Friedenserhaltung zu tun habe, sondern die Ausweitung des Krieges nach Kirgistan und Zentralasien verfolge.

Gleichzeitig verweist Engdahl aber auch darauf, dass es bloß einer Vermutung entspricht, dass diese Themenpunkte behandelt werden könnten. Dass eine „Agenda“ durchgesickert sei, bezweifelt er und begründet es damit, dass es schließlich jedem möglich wäre, aus Gründen der Publicity, eine solche Liste zu erfinden. Diesbezüglich Beweise zu erbringen, sei letztendlich unmöglich.

Engdahl fasst seine Schlüsse über die Hintergründe des Treffens damit zusammen, dass der Rockefeller-Clan, den er namentlich nennt, Ölkonzerne, die Gobal-Warming-Lobby und Wall-Street-Interessen ihre Einflüsse auf Europa geltend zu machen versuchen.

Mit der Frage konfrontiert, ob er glaube, dass die Wirtschaftskrise von den Mitgliedern der Bilderberg-Gruppe willentlich ausgelöst wurde, antwortet er ausweichend, dass sich die internationale Finanzelite auch zu anderen Treffen zusammen fände, wie etwa in Davos, einer jährlichen Konferenz, die jedoch von den Medien wesentlich mehr Beachtung findet.

Daraufhin direkt auf die Geheimhaltung des Bilderberg-Treffens angesprochen, verwendete Engdahl die Begriffe „Verschwörung“ und „Komplott“ als im Gegensatz zur Ideologie der Demokratie stehend. Letztendlich würden die Pläne, die auf diese Weise verfolgt werden, einer winzigen Elite und nicht der Allgemeinheit zum Vorteil gereichen.

Abschließend wird erklärt, dass derartige Zusammenkünfte dem Prinzip der Demokratie eindeutig widersprechen. Obwohl absolut wichtige Entscheidungen für die Zukunft besprochen werden, sind es nicht demokratisch gewählte Vertreter, die sich zusammenfinden. Ein nordamerikanisches Komitee wählt die Teilnehmer aus und es sei David Rockefeller, der die Liste persönlich überprüfe. Ein ähnlicher Vorgang würde in London vor sich gehen.

 

Auf der, von Bilderbergmeeting.org veröffentlichten, Teilnehmerliste des diesjährigen Treffens finden sich folgende Repräsentanten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz:

 

Deutschland:

 

  • Josef Ackermann, Vorsitzender der Deutschen Bank AG
  • Thomas Enders, CEO Airbus SAS
  • Peter Löscher, Vorsitzender der Siemens AG
  • Olaf Scholz, Stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD
  • Dieter Zetsche, Vorsitzender der Daimler AG

 

Österreich:

 

  • Oscar Bronner, Zeitungsherausgeber, Der Standard
  • Heinz Fischer, Bundespräsident
  • Rudolf Scholten, Vorstandsmitglied der Österreichischen Kontrollbank AG

 

Schweiz:

 

  • Daniel L. Vasella, Vorsitzender der Novartis AG
  • Peter Voser, CEO Royal Dutch Shell
  • Francis A. Waldvogel, Vorsitzender Novartis Venture Fund

 

Interview mit William Engdahl (englisch):

 

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