Dienstag , 30 Mai 2017
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Der Irrtum um die sogenannte „Weltregierung“

estulin_rtDas, dieser Tage in Spanien stattfindende, Bilderberg-Treffen aktualisiert wieder einmal die Gerüchte, dass alle Fäden auf dieser Welt von ein paar Dutzend Leuten gelenkt werden könnten. Dass wir uns Schritt um Schritt einer Weltregierung näherten. Dass es die „große Weltverschwörung“ ja doch gäbe. Und weil dies alles nach Unsinn klingt, und in dieser plumpen Form auch wirklich als solcher zu bezeichnen ist, teilt sich die Welt weiter in die große Gruppe der Mediengläubigen, in politische Agnostiker und in verschwörungstheoretisierende Ketzer. Während eine Gruppe weiter den demokratischen Regierungen vertraut, die andere nach etwas Ausschau hält, was nicht passieren wird, gleitet unsere Welt weiter in ein vermutlich bereits unwiderrufliches Chaos. 

Genaugenommen, sind Politik und Wirtschaft nicht voneinander zu trennen. Einerseits sind es Gesetze, die ein bestehendes Wirtschaftssystem schützen, gleichzeitig aber auch zu verändern fähig sind, und andererseits unterliegt die Politik wieder den mächtigen Einflüssen der Wirtschaftsmechanismen. Und was zählt in diesem Spiel die Meinung, die Wünsche, ja selbst die Lebensqualität des Einzelnen? Erst kürzlich haben wir darüber berichtet, dass sich Demokratie und Globalisierung nur schwer, wenn überhaupt, miteinander vereinbaren lassen.

Ganz kurz möchte ich das Konzept einer Verschwörungstheorie im Zusammenhang mit den aktuellen Ereignissen aufgreifen. Fälschlicherweise wird die alleinige Erwähnung eines Treffens wie das der Bilderberg-Gruppe schon als verschwörungsverdächtig zur Seite gedrängt. Warum? Dass diese Konferenz wirklich stattfindet, dabei handelt es sich um eine Tatsache. Dass nicht nur die Presse ausgeschlossen ist, auch, dass die Massenmedien diese Zusammenkünfte nicht hinterfragen, ist ebenfalls eine Tatsache. Man vergleiche einfach: Wie oft passiert es, dass wirklich unbedeutende Staatsbesuche zu Schlagzeilen führen. Und hier treffen einander Jahr für Jahr Monarchen, Präsidenten, Minister, Vertreter der Banken, der Großkonzerne und sogar der Medien, und kaum eine Zeitung findet es auch nur der Mühe Wert, eine einzige Zeile darüber zu schreiben. Wie lässt sich das mit dem Ideal der Pressefreiheit vereinbaren?

Ja, natürlich, einige Abgesandte der Presse sind dort, etwa von der englischen Zeitung Guardian oder von Russia Today. Doch wo bleibt der Spiegel, die Frankfurter Allgemeine oder auch die schlagzeilensüchtige Bild? Wenn man schon gerne als „Erster mit Toten spricht“, warum berichtet man dann nicht auch als (fast) Einziger über die Bilderberger?

Also, das wären einmal Fakten, die nicht anzuzweifeln sind. Doch danach scheidet sich die Spreu vom Weizen. Aus der Geheimhaltung dieser Treffen der Mächtigen unbelegbare Schlüsse zu ziehen, dabei handelt es sich um Spekulation. Damit meine ich allerdings nicht etwa die Veröffentlichung der Themen, falls diese glaubhaft durchsickern, wie es dieses Jahr scheinbar der Fall war. Daniel Estulin, dem die Liste der Punkte zugespielt worden ist, hat seine Kontakte mit Insidern schon mehrmals unter Beweis gestellt. Um reine Spekulation handelt es sich, wenn von „Schattenregierung“ gesprochen oder geschrieben wird, von Plänen, eine einheitliche Weltregierung einzusetzen, eine globale Diktatur. Auch bei Schlüssen, die auf reiner Logik beruhen, handelt es sich immer noch um Spekulation. Spekulationen führen in die Irre.

Wie sieht es aber nun mit diesem Daniel Estulin aus? Ein Russe, der nach einigen Jahren in Kanada seinen Wohnsitz nach Spanien verlegt hatte. Er behauptet, Kontakte zu Geheimdiensten zu unterhalten. Warum sollte man gerade ihm Informationen zuspielen? Findet er in den bekannten Medien Erwähnung, wird er letztendlich auch als nichts besseres als ein Verschwörungstheoretiker eingestuft. Gibt es irgend einen Anlass, ihm Glauben zu schenken?

Unter dem Aspekt gewisser Vorsicht, würde ich diese Frage mit ja beantworten. Ja, weil er sich seit zwanzig Jahren mit diesem Thema befasst, weil er ernst zu nehmende Bücher darüber geschrieben hat und sich viele seiner Informationen nachträglich als wahr erwiesen haben. Unter dem Aspekt von Vorsicht deswegen, weil auch er auf falsche Informationen stoßen kann, ungeachtet, ob ihm diese absichtlich zugespielt wurden oder durch ein Missverständnis in die Hände gefallen sind.

In einem Interview mit dem russischen Sender RT verwies Estulin nun darauf, dass es überhaupt nicht im Interesse der Mächtigen dieser Welt liegt, eine einheitliche Weltregierung zu schaffen. Ihr Ziel ist es, vom Sichern ihrer Vormachtstellung abgesehen, die wirtschaftlichen Fäden zu verknüpfen.

Natürlich ist die ganze Idee, dass sich die Welt einer einheitlichen Regierung unterstellen würde, absurd und undurchführbar. Wem sollte sich China unterstellen, Russland, Amerika, gleichzeitig aber auch Deutschland, Frankreich und Italien? Die immer wieder entstehenden Spannungen innerhalb der EU beweisen bereits, wie schwer es ist, eine Handvoll Länder unter einen Hut zu bringen. Und dann erst die ganze Welt!

Doch werfen wir gleichzeitig einen Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Nicht nur, dass Großkonzerne unaufhaltsam wie Bulldozer durch die wirtschaftliche Landschaft ziehen und alles, was ihnen im Wege steht, niederwalzen, gleichzeitig schließen sie sich immer mehr zu immer größeren Konzernen zusammen. Während die einzelnen Regierung weiterhin unabhängig die Reste nationaler Politik behandeln, hat die wirtschaftliche Globalisierung eine Ebene erreicht, von der es unter Umständen kein Zurück mehr gibt.

In dem vorliegenden Interview verweist Estulin darauf, dass es zwei mächtige Länder gibt, die sich den wirtschaftlichen Bestrebungen der völligen Internationalisierung entgegen stellen. Russland und China. Er verweist auch darauf, dass diese beiden Länder nicht durch wirtschaftlichen Druck, sondern nur durch Krieg in die Knie gezwungen werden könnten. China verfügt nicht über die notwendige Technologie, um sich gegen die NATO zur Wehr zu setzen, dafür aber Russland. Er erwähnt in diesem Zusammenhang sogar einen Codenamen für einen, durch die USA geplanten, Angriff auf Russland. „Barbarossa 3“. „Unternehmen Barbarossa“ geht auf den zweiten Weltkrieg zurück. „Barbarossa 2“, so Estulin, wäre der Codename für Angriffspläne gegen die Sowjetunion gewesen. Und nun, gegen Russland – zumindest, solange es unter dem Einfluss von Putin und seinen Interessensgefährten steht, die dritte Ausgabe.

Beim Googlen findet sich keine Erklärung zu diesem Begriff. Hoffen wir, dass Estulin zumindest dabei einer Falschinformation zum Opfer gefallen ist.

 

Interview mit Daniel Estulin – Russia Today – englisch:

 

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