Mittwoch , 7 Dezember 2016
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Freimaurer – Was steckt wirklich dahinter?

Freimaurer-Zeichen: Zirkel und Winkelmass - Quelle: WikipediaDurch Dan Browns neuesten Weltbestseller, „Das verlorene Symbol“, werden wir wieder einmal an einen Begriff erinnert, den wir selten, doch meistens unter mysteriösen Umständen, zu hören bekommen: Freimaurer! Was bedeutet dieses Wort? Wer sind die Freimaurer? Welchem Zweck dient diese Organisation, die seit Jahrhunderten im geheimen existiert, und zwar rund um den Erdball? Handelt es sich um eine Gruppe von Weltverschwörern, die im Hintergrund die Fäden ziehen? Wie ist es möglich, dass es, selbst in unserer modernen Zeit, Millionen von Männern gelingt, ihre Geheimnisse vor der Öffentlichkeit zu bewahren? Was sind die Geheimnisse der Freimaurer?

Dan Brown ist es abermals gelungen, die Sensationslust seiner Leser zu wecken. Was gibt es aber wirklich über die Freimaurer zu wissen? Schlagen wir in seriösen Enzyklopädien nach, so lernen wir, dass es sich um einen Bund freier Männer handelt, die sich ethischen und moralischen Grundsätzen verschrieben haben, die versuchen, aus guten Menschen bessere zu machen, die den Grundprinzipien von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität folgen und gleichzeitig an die Existenz eines „Höheren Wesens“ glauben, den sie den „Großen Baumeister aller Welten“ nennen, ohne sich jedoch einer bestimmten Religionsgruppe zuzuordnen.

Lesen wir nun von diesen zweifellos respektierungswürdigen Idealen, so fragen wir uns gleichzeitig, warum ihre Treffen hinter verschlossenen Türen stattfinden, die noch dazu von einem Mann mit gezogenem Schwert bewacht werden? Dienen diese schöngeistigen Werte vielleicht nur als Vorwand, um gleichzeitig Pläne zu schmieden, die Welt umzuwandeln?

Wenn der Leser vielleicht auch enttäuscht sein mag, wenn die folgende, aber jederzeit belegbare, Behauptung auch direkt den Verschwörungstheorien widersprechen sollte, so gehört es zu den Grundsätzen der Freimaurerei, sich von Themen der Politik und Religion fernzuhalten. Jeder Freimaurer wird nach seiner Aufnahme informiert, dass von ihm erwartet wird, dass er sich nicht nur strikt an die Gesetze seines Landes hält, sondern auch, dass es ihm untersagt ist, sich an Komplotten oder Verschwörungen gegen die etablierte Regierung zu beteiligen.

Warum also die Verschwiegenheit, wenn alles so korrekt und ordentlich erscheint? Warum wurde die Freimaurerei mehrmals und in mehreren Ländern verboten, u. a. in den vormals kommunistischen Ländern Osteuropas?

Voraussetzung, um in den Orden der Freimaurer aufgenommen zu werden, ist grundsätzlich nur Volljährigkeit, „freie Geburt“ und der Glaube an ein Höheres Wesen (dazu zählen noch ein paar moralische Grundsätze). Das bedeutet, dass weder ein bestimmter gesellschaftlicher Rang, noch eine bestimmte Nationalität, Rasse oder Religionszugehörigkeit verlangt wird. Auch wenn uns dies heute, im Zeitalter des Multikulturalismus, als keineswegs sonderbar erscheint, so stelle man sich die Reaktion verschiedener Autoritäten, im speziellen von Monarchen und dem Vatikan vor. Eine brüderliche Verbindung mit Andersdenkenden oder mit Menschen niedriger Stände einzugehen, kann doch nur der Untergrabung der Ordnung dienen – so oder ähnlich mag man gedacht haben.

In verschiedenen Ländern, allen voran in den Vereinigten Staaten, zeigt sich mittlerweile auch eine weitreichende Transparenz, die sogar eine Antragstellung bezüglich einer Mitgliedschaft per Webseite erlaubt. Gibt man bei Google den Suchbegriff „wie werde ich Freimaurer“ ein, finden sich auch einige Logen in Deutschland, die auf diesem Wege eine erste Kontaktaufnahme ermöglichen.

Wie funktioniert die Aufnahme?

Auch wenn das Interesse an einer Mitgliedschaft als erstes durch eine Bewerbung auf einer Webseite ausgedrückt werden kann, so bedarf es in jedem Fall eines persönlichen Kontaktes zu einem bestehenden Mitglied, der sich als sogenannter „Bürge“ anbietet. Neben den genannten Voraussetzungen, hängt es in erster Linie vom Auftreten des Kandidaten, man nennt ihn „Suchenden“,  ab, ob seinem Antrag stattgegeben wird. Sobald sich mehrere Brüder für eine Aufnahme aussprechen, wird während eines Logentreffens durch Kugelung, es handelt sich dabei um eine geheime Abstimmung, unter Verwendung einer weißen und einer schwarzen Kugel, die in entsprechende Fächer gelegt werden, endgültig entschieden.

Das Ritual der Einweihung in den ersten Grad der Freimaurerei, genannt „Lehrling“, hat sich während der vergangenen 300 Jahre nur unwesentlich verändert und mag für Außenstehende obskur wirken. Dem neuen Mitglied wird bei späteren Treffen die Symbolik dieses Rituals näher erklärt. Ein durchaus markanter Punkt dieses Rituals ist der zu leistende Schwur, die maurerischen Geheimnisse unter keinen Umständen preiszugeben. Gerade dieser Punkt schürt natürlich verschwörerische Theorien. Praktisch gesehen, sind es aber bloß einige Passwörter und Handgriffe, die unter diese strikte Verschwiegenheit fallen. Wer sich die Mühe macht, das Internet danach abzusuchen, wird hierbei jedoch auch sehr rasch fündig.

Dem Lehrlingsgrad folgen zwei weitere Einweihungsrituale, und zwar der „Geselle“ und der „Meister“.

Welche Ziele werden bei den Treffen verfolgt?

 

Es mag für Außenstehende sonderbar wirken, wenn sich Männer, oft wirklich in hohem Rang stehend, einen mit sonderbaren Symbolen gezierten ledernen Schurz umschnallen, alte Texte rezitieren, einem kurzen Vortrag zu den unterschiedlichsten Themen lauschen, und danach gemeinsam ein Abendessen einnehmen. Die ganze Geheimniskrämerei nur für diesen Zweck? So absurd es auch klingen mag, all das, was als „maurerische Arbeit“ bezeichnet wird, wäre zum größten Teil damit beschrieben. Dass die meist wöchentlichen, in manchen Ländern monatlichen, Treffen nur dazu dienen, ein Gefühl der Gemeinschaft zu erhalten, über moralische Grundsätze und Werte zu diskutieren, lässt mit Sicherheit viele misstrauische Außenseiter darauf spekulieren, dass da doch einfach mehr dahinter stecken muss.

Nun, ein Umstand ist gewiss gegeben, und zwar sind es gesellschaftliche – und oft genug auch geschäftliche – Kontakte. Natürlich fühle ich mich beim Anwalt wohler, wenn ich dem gleichen Verein angehöre wie er. Steht mir mein Immobilienmakler persönlich nahe, vertraue ich eher seiner Kaufempfehlung. Gehört zu meinem engsten Kontaktkreis ein Restaurantbesitzer, so werde ich dessen Lokal eher aufsuchen, als das eines Fremden.

Menschen, denen es selbst an Kontakten fehlt, mögen diese Begleiterscheinung einer Mitgliedschaft bei den Freimaurern vielleicht als unfair einstufen. Doch entsteht der gleiche Effekt wohl bei jeder Zugehörigkeit zu jeder beliebigen Organisation, freiwillige Feuerwehren eingeschlossen.

Struktur und Verbreitung

Freimaurer Grossloge London - Quelle: WikipediaEs gibt einige Organisationen, die irgendwann einmal entstanden sind und sich als Freimaurer bezeichnen, u. a. der „Grand Orient“ in Frankreich, einer, auf maurerischen Prinzipien basierenden, Verbindung, die ihre Tore auch für Atheisten und Agnostiker öffnet. Davon jedoch abgesehen, stehen traditionelle Freimaurerlogen in einer organisierten internationalen Verbindung, deren Kernpunkt die, 1717 gegründete, „Großloge von England“ bildet. Dieser unterstehen die verschiedenen Großlogen der einzelnen Länder, denen wiederum die einzelnen Logen unterstellt sind. Die Zahl der Mitglieder weltweit wird auf etwa fünf Millionen geschätzt. Dieser Koordination ist es letztendlich zu verdanken, dass die Symbole und Rituale während der vergangenen Jahrhunderte beinahe unverändert und einheitlich erhalten geblieben sind.

Geschichte der Freimaurerei

Mit der Gründung der Großloge von England, 1717, und der von Dr. James Anderson und Jean T. Desagulier gemeinsam verfassten maurerischen Konstitution, auf deutsch „Alte Pflichten“ genannt, die im Jahr 1723 erstmals veröffentlicht wurde, schien ein neues Kapitel der Freimaurerei entstanden zu sein. Nur wenige Dokumente aus früheren Zeiten sind noch verfügbar, meistens nur in Form von Abschriften, deren Übereinstimmung mit dem verlorenen Original nicht bewiesen werden kann. Insbesondere im frühen 19. Jahrhundert zeigen sich einige Bestrebungen, Verweise auf einen deutlich älteren Ursprung zu vernichten.

Die, insbesondere in maurerischen Kreisen, verbreitete Annahme, dass der Anfang der Freimaurerei in den Gilden von Maurern und Baumeistern zu suchen sei, wirkt äußerst oberflächlich. Die Verwendung entsprechender Werkzeuge für rein symbolische Zwecke führt, insbesondere bei näherer Analyse der traditionellen Texte, eher zu dem Schluss, dass die mystischen Rituale, die sich um das Kernthema der Errichtung von Solomons Tempel in Jerusalem drehen, auf jene Symbolik verweisen, dass der menschliche Körper, im Idealfall, zum Tempel für den von Gott gegebenen Geist werden sollte. An dieser Stelle mag auch erwähnenswert sein, dass der Beruf des biblischen Joseph, Ehemann der Maria und (Zieh)Vater von Jesus, nicht Tischler, sondern „Erbauer“ war. Im Originaltext steht das Wort „Tekton“, was auch als Maurer oder Handwerker schlechthin übersetzt werden kann.

Nachdem Historiker üblicherweise nach Dokumenten suchen, die Verbindungen mit älteren bestehenden Organisationen oder Vereinigungen eindeutig belegen, derartige Texte aber nicht bekannt sind, fallen alle Annahmen über den Ursprung der Freimaurerei in den Bereich der Spekulation. Dazu zählen Parallelen mit den Ritualen der Tempelritter ebenso wie mit den Pythagoreern.

Auch der Name selbst erlaubt Spekulationen, die jedoch durchaus Sinn ergeben würden. Der deutsche Begriff „Freimaurer“ ist eine Übersetzung des englischen „Freemason“. Hier findet sich eine erstaunliche etymologische Parallele zum ägyptischen „Phre Messen“, was „Kinder der Sonne“ bedeutet.

Die Mystik der Freimaurerei betrachtend, erscheint es durchaus plausibel, dass die Wurzeln in der Antike liegen, was sich allerdings weder be- noch widerlegen lässt. Letztendlich bleibt es jedem Einzelnen derer, die nach einem tieferen Sinn der Bruderschaft suchen, überlassen, seine eigenen Überlegungen anzustellen. Die Mehrzahl der aktiven Mitlieder zeigt jedoch wenig Interesse an derartigen Recherchen.

Hochgrad Freimaurer

Der dritte Grad, der Grad des Meisters, ist grundsätzlich der höchste, der erreichbar ist. Wobei der soeben genannte dritte Grad erst einige Zeit nach der Gründung der Großloge von England eingeführt worden ist. Davor gab es nur Lehrlinge und Gesellen sowie einen „Meister vom Stuhl“, der der Loge für einen bestimmten Zeitraum vorstand, was auch heute noch der Fall ist.

 

Allerdings, wer in den Grad des Meisters erhoben worden ist, dem steht die Möglichkeit offen, sich anderen Körperschaften anzuschließen, einige davon werden als Hochgrade bezeichnet. Der höchste Grad im sogenannten Schottischen Ritus ist der 33., der York-Ritus endet mit dem 10. Grad und entspricht einer Wiedereinführung des legendären Hospitalen Ordens zum Heiligen Tempel von Jerusalem. Eine weitere Organisation, die nur Freimaurern offen steht, wäre die der Shriners, die sich insbesondere wohltätigen Aktivitäten, wie etwa der Schaffung von Krankenhäusern, widmet.

Verschwörungstheorien

Die soeben erwähnte hierarchische Struktur gibt jenen, die behaupten, bei der Freimaurerei handle es sich um ein komplexe Organisation, die das Weltgeschehen aus dem Hintergrund lenkt oder zumindest zum eigenen Nutzen beeinflusst, schwer zu widerlegende Argumente in die Hand. Außenstehende schenken diesen selbsternannten Rettern der Welt, wider besseren Wissens, oft glauben. Versucht nun ein Freimaurer den leidenschaftlichen Verfechter derartiger Theorien zu überzeugen, so wird diesem beinhart erklärt, dass er wohl keine Ahnung habe, was in den höheren Rängen alles vor sich gehe. Steht er selbst im höchsten Grad, gut, dann ist alles klar. Dann darf man ihm ohnehin nichts mehr glauben. Mit Sicherheit lässt sich jedenfalls feststellen, dass jene, die der Freimaurerei böse oder gar satanische Umtriebe unterstellen, niemals selbst Mitlieder gewesen sind.

Bekannte Freimaurer

Nicht in allen, aber doch in sehr vielen Fällen ist von historischen Persönlichkeiten ihre Mitgliedschaft beim Orden der Freimaurer bekannt. Zu ihnen zählen etwa Friedrich der Große von Preußen, Kaiser Franz I des Heiligen Römischen Reiches ebenso wie sein Sohn Joseph II, Johann Wolfgang von Goethe, Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn, Alexander von Humboldt, George Washington, Benjamin Franklin, John Wayne und Clark Gable, um nur einige zu nennen. Wer nach mehr Namen sucht, das Internet ist voll davon.

Zusammenfassung

Während aktive Freimaurer ihre Mitgliedschaft in den meisten Fällen durchaus genießen, so stellen sich vor allem jüngere Menschen die Frage, was für Vorteile ihnen eine solche bringen würde. Von sozialen Kontakten und geschlossenen Freundschaften abgesehen, materielle Vorteile bringt die Freimaurerei mit Sicherheit keine. Es handelt sich um eine weitgestreute Gruppe von Männern aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten, die es lieben, eine alte Tradition zu erhalten. Aktiv daran teilzuhaben, in einer schnelllebigen Welt die Zeit zu finden, sich regelmäßig mit Freunden, die sie Brüder nennen, zusammenzufinden, um Gedanken auszutauschen, ein Essen einzunehmen und danach vielleicht noch gemeinsam ein Glas Wein zu trinken. Dass beim Handschlag mit dem Daumen an einer bestimmten Stelle Druck ausgeübt wird, eines der geheimen Erkennungszeichen, verstärkt das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Einem Außenstehenden würde es dabei in keiner Form weiter helfen, mit dem Freimaurerhandschlag näher vertraut zu sein. Auch die Kenntnis eines Passwortes erlaubt noch lange keinen Zutritt in eine Loge, in der sich der Fremde vermutlich ohnehin enttäuscht langweilen würde.

Verspürt jemand wirklich ernsthaftes Interesse, mehr über dieses Thema zu erfahren, so bieten seriöse Nachschlagewerke eine Unmenge an Information. Viele Logen betreiben ihre eigenen Webseiten und mit Sicherheit findet sich per Google eine, die nicht zu weit vom eigenen Wohnort entfernt liegt. Meistens birgt diese auch eine Kontaktadresse. Ein höfliches Schreiben mit ernst gemeinten Fragen, zu denen auch der mögliche Weg einer Aufnahme zählen kann, wird in den meisten Fällen auch beantwortet. Öffentliche Mitgliedersuche widerstrebt den maurerischen Grundsätzen und von einem Interessierten, einem Suchenden, wird erwartet, dass er unter gewissen Anstrengungen seinen Willen, selbst zum Maurer zu werden, kundtut.

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