Startseite » Enthüllungen » Organisationen » Freimaurer – Was steckt wirklich dahinter?

Freimaurer – Was steckt wirklich dahinter?

Freimaurer-Zeichen: Zirkel und Winkelmass - Quelle: WikipediaDurch Dan Browns neuesten Weltbestseller, „Das verlorene Symbol“, werden wir wieder einmal an einen Begriff erinnert, den wir selten, doch meistens unter mysteriösen Umständen, zu hören bekommen: Freimaurer! Was bedeutet dieses Wort? Wer sind die Freimaurer? Welchem Zweck dient diese Organisation, die seit Jahrhunderten im geheimen existiert, und zwar rund um den Erdball? Handelt es sich um eine Gruppe von Weltverschwörern, die im Hintergrund die Fäden ziehen? Wie ist es möglich, dass es, selbst in unserer modernen Zeit, Millionen von Männern gelingt, ihre Geheimnisse vor der Öffentlichkeit zu bewahren? Was sind die Geheimnisse der Freimaurer?

Dan Brown ist es abermals gelungen, die Sensationslust seiner Leser zu wecken. Was gibt es aber wirklich über die Freimaurer zu wissen? Schlagen wir in seriösen Enzyklopädien nach, so lernen wir, dass es sich um einen Bund freier Männer handelt, die sich ethischen und moralischen Grundsätzen verschrieben haben, die versuchen, aus guten Menschen bessere zu machen, die den Grundprinzipien von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität folgen und gleichzeitig an die Existenz eines „Höheren Wesens“ glauben, den sie den „Großen Baumeister aller Welten“ nennen, ohne sich jedoch einer bestimmten Religionsgruppe zuzuordnen.

Lesen wir nun von diesen zweifellos respektierungswürdigen Idealen, so fragen wir uns gleichzeitig, warum ihre Treffen hinter verschlossenen Türen stattfinden, die noch dazu von einem Mann mit gezogenem Schwert bewacht werden? Dienen diese schöngeistigen Werte vielleicht nur als Vorwand, um gleichzeitig Pläne zu schmieden, die Welt umzuwandeln?

Wenn der Leser vielleicht auch enttäuscht sein mag, wenn die folgende, aber jederzeit belegbare, Behauptung auch direkt den Verschwörungstheorien widersprechen sollte, so gehört es zu den Grundsätzen der Freimaurerei, sich von Themen der Politik und Religion fernzuhalten. Jeder Freimaurer wird nach seiner Aufnahme informiert, dass von ihm erwartet wird, dass er sich nicht nur strikt an die Gesetze seines Landes hält, sondern auch, dass es ihm untersagt ist, sich an Komplotten oder Verschwörungen gegen die etablierte Regierung zu beteiligen.

Warum also die Verschwiegenheit, wenn alles so korrekt und ordentlich erscheint? Warum wurde die Freimaurerei mehrmals und in mehreren Ländern verboten, u. a. in den vormals kommunistischen Ländern Osteuropas?

Voraussetzung, um in den Orden der Freimaurer aufgenommen zu werden, ist grundsätzlich nur Volljährigkeit, „freie Geburt“ und der Glaube an ein Höheres Wesen (dazu zählen noch ein paar moralische Grundsätze). Das bedeutet, dass weder ein bestimmter gesellschaftlicher Rang, noch eine bestimmte Nationalität, Rasse oder Religionszugehörigkeit verlangt wird. Auch wenn uns dies heute, im Zeitalter des Multikulturalismus, als keineswegs sonderbar erscheint, so stelle man sich die Reaktion verschiedener Autoritäten, im speziellen von Monarchen und dem Vatikan vor. Eine brüderliche Verbindung mit Andersdenkenden oder mit Menschen niedriger Stände einzugehen, kann doch nur der Untergrabung der Ordnung dienen – so oder ähnlich mag man gedacht haben.

In verschiedenen Ländern, allen voran in den Vereinigten Staaten, zeigt sich mittlerweile auch eine weitreichende Transparenz, die sogar eine Antragstellung bezüglich einer Mitgliedschaft per Webseite erlaubt. Gibt man bei Google den Suchbegriff „wie werde ich Freimaurer“ ein, finden sich auch einige Logen in Deutschland, die auf diesem Wege eine erste Kontaktaufnahme ermöglichen.

Wie funktioniert die Aufnahme?

Auch wenn das Interesse an einer Mitgliedschaft als erstes durch eine Bewerbung auf einer Webseite ausgedrückt werden kann, so bedarf es in jedem Fall eines persönlichen Kontaktes zu einem bestehenden Mitglied, der sich als sogenannter „Bürge“ anbietet. Neben den genannten Voraussetzungen, hängt es in erster Linie vom Auftreten des Kandidaten, man nennt ihn „Suchenden“,  ab, ob seinem Antrag stattgegeben wird. Sobald sich mehrere Brüder für eine Aufnahme aussprechen, wird während eines Logentreffens durch Kugelung, es handelt sich dabei um eine geheime Abstimmung, unter Verwendung einer weißen und einer schwarzen Kugel, die in entsprechende Fächer gelegt werden, endgültig entschieden.

Das Ritual der Einweihung in den ersten Grad der Freimaurerei, genannt „Lehrling“, hat sich während der vergangenen 300 Jahre nur unwesentlich verändert und mag für Außenstehende obskur wirken. Dem neuen Mitglied wird bei späteren Treffen die Symbolik dieses Rituals näher erklärt. Ein durchaus markanter Punkt dieses Rituals ist der zu leistende Schwur, die maurerischen Geheimnisse unter keinen Umständen preiszugeben. Gerade dieser Punkt schürt natürlich verschwörerische Theorien. Praktisch gesehen, sind es aber bloß einige Passwörter und Handgriffe, die unter diese strikte Verschwiegenheit fallen. Wer sich die Mühe macht, das Internet danach abzusuchen, wird hierbei jedoch auch sehr rasch fündig.

Dem Lehrlingsgrad folgen zwei weitere Einweihungsrituale, und zwar der „Geselle“ und der „Meister“.

Welche Ziele werden bei den Treffen verfolgt?

Über Konrad Hausener