Samstag , 29 April 2017
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Achtung Satire: Sehr geehrter Herr Geheimdienst!

herr_geheimdienstIch muss Ihnen kein Geständnis machen, da liegen Sie vollkommen falsch. Berichten aber will ich Ihnen – über meine seit Jahren intakten Beziehungen zum Geheimdienst dieser Republik. Der Grund liegt sicherlich bei einem meiner Nachbarn, wir haben partout den von ihnen angebotenen Gebrauchtwagen nicht gekauft, ferner habe ich trotz dringender Aufforderung keine Gratisexemplare meiner Bücher dort abgegeben. Meine Frau erfuhr des weiteren aus dieser Familie, dass ein angeheirateter Schwager der Nichte eines Onkels in Washington arbeitet – und für dort ein Dauervisum besitzt. Keine Frage, dieser Nachbar ist beim Geheimdienst.

Man wollte mich als Beobachter in der Literaturszene einsetzen, mein Deckname sollte „Füllfederhalter“ sein. Das war für mich ein sympathischer Begriff, ich wollte trotzdem nicht. Die obere Geheimdienstbehörde genehmigte für diesen Decknamen lediglich den Platz von 13 Zeichen. Ich war mehr als beleidigt und sagte nochmals ab. Als neuen Namen bot man „Mappus“ an. Der Überbringer wollte mich verprügeln. Seine Schwiegermutter war im Schlossgarten von Kollegen der Bundespolizei unter dem Befehl eines gewissen Mappus verprügelt worden. Die Verbindung Rech zu Recht wollte ebenfalls nicht gelingen. Die letzte Absage durch mich war die finalste Absage für die, die vom Geheimdienst.

Letzte Aussage zu diesem Thema: Die wollen mich, ich will nicht. Warum sie mich wollen, keine Ahnung. Eventuell will man mich in der Ausbildung einsetzen, als abschreckendes Beispiel oder so – aber ich mache nicht mit, basta. Das nützt mir aber nicht viel, immer wieder muss ich mich schreibend gegen Wünsche und sehr gute Wünsche wehren. Aus Tarngründen habe ich die einzelnen Schreiben auf Twitter-Maß gekürzt und auf ein eventuell verräterisches Datum verzichtet. Sie sind schließlich mehr als hell, sie sind helle – und sie werden wissen, wo der Bartel den Most holt.

Es wäre des weiteren nicht unangenehm, würden Sie sich an den Kosten für Porto etc. beteiligen, mit Ihrer Spende werden Sie mich nicht beleidigen. Der Verlag hat alle Informationen. Bitte fordern Sie diese schnellstens an, schnellstens – sagte ich, klar?

Der Geheimdienst weiß, dass ich an einer Veröffentlichung der Unterlagen arbeite. Erste Maßnahmen gegen mich sind eingeleitet. So hatte ich während der letzten zwei Einkäufe nicht den Hauch einer Chance, endlich frische Negerküsse zu erwerben. Auf diese subtile Art und Weise will man mich treffen, mich quälen, mich zerstören. Trotzdem, nun die von mir erwähnten Auszüge:

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, keine Ahnung, was Twitter ist. Da schreibt bestimmt einer unter meinem Namen. Mit freundlichem Gruß Peter

Sehr geehrter Herr Geheimdienst. Ich kann leider nicht helfen, aber ich kenne mich nicht, ich kenne mich wirklich nicht, ganz ganz ehrlich.

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, sie wollten mir doch auf die Sprünge helfen. Kommen sie bitte morgen, ich mache das Sportabzeichen, danke.

Sehr geehrter Herr Geheimdienst. Ich freue mich auf den Musikunterricht. Sie wollen mir die Flötentöne beibringen. Können wir bald beginnen?

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, ja – ich gebe es zu. Täglich verwende ich Patronen. Pelikan, Großraum, schwarz, ohne Waffenschein. Was nun?

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, ich hatte zum Jever-Bier gesagt: „Na, du Flasche, auch hier“? Sie hatte ich ehrlich nicht gemeint, ehrlich.

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, sie sprachen davon, mich richtig nass zu machen. Ich habe es mir überlegt, ich mag nicht mit ihnen duschen.

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, so, so – sie wollen mit mir Schlitten fahren. Geht heute leider nicht, bin am Baggersee. Also, bis bald. Bye

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, Sie sprachen vom Einlochen. Wird leider nichts, ich spiele kein Golf oder Minigolf, tut mir sehr leid.

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, sie wollen wissen, warum ich immer so gut informiert bin. Ach du lieber Gott, ja twittert ihr denn nicht?

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, sie sagten, sie wollten endgültig Schluss machen. Wunderbare Idee, eigentlich habe ich keine Zeit für Sie.

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, heute wollen Sie mich abkochen? Danke für das Angebot, aber absolut keinen Hunger heute, und später, und so.

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, wie, sie wollen mir Feuer unter dem Arsch machen. Führende Kollegen von ihnen bevorzugen Wasser, nur Wasser.

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, aha – unser Staat, die Regierung schickt sie. Das verstehe ich sehr gut, denen mag ich auch nicht trauen.

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, ich habe gehört, Sie arbeiten jetzt bei „Google Street View“. Sehr schön für Sie, viel Erfolg im neuen Job.

Sehr geehrter Herr Geheimdienst, wie es ausschaut, wird den Arbeitgebern Spionage zukünftig verboten. Haben Sie schon Pläne für die Zukunft?

 

Falls Sie mehr Material sehen wollen, vermerken Sie es bitte auf dem Überweisungsträger für die Unterstützung wegen der Portokosten, vielen Dank.

© Peter Reuter

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