Montag , 5 Dezember 2016
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Lüge Riester Rente

Das Riester-Dilemma – Wieso die Riester-Rente eine Lüge ist

Gehörten Sie auch zu den Menschen, die sich im Mai 2001 über eine staatlich geförderte Zusatzrente gefreut haben? Riestern stand hoch im Kurs und wurde als sichere Altersvorsorge angeboten, mit der Sie Ihre reguläre Rente aufstocken und sich vor Altersarmut schützen können. Doch die Realität sieht anders aus. Riestern bringt weder Sicherheit, noch schützt es vor Altersarmut oder gleicht gar ein finanzielles Defizit aus. Fakt ist, dass Sie als Riester-Sparer zwar für eine Rentensicherung der heutigen Senioren gesorgt und fleißig Geld in die Kassen gespült haben, doch wie es mit Ihrer späteren Rente aussieht, lässt sich aufgrund der demographischen Entwicklung nicht mit Sicherheit vorhersagen.

Das Konzept Riester – ein großer Schwindel als schleichende Enteignung?

So sehen es Riester-Gegner, die von Tag zu Tag eine stärkere Lobby bilden und längst nicht mehr nur aus Staatsskeptikern bestehen. Zahlreiche Riester-Sparer fühlen sich betrogen und haben das Prinzip erkannt, dem sie beim Abschluss einer Versicherung mit staatlichen Zulagen aufgesessen sind und nun hinterfragen, ob sie ihr Geld jemals zurück bekommen und was aus der zugesicherten Rendite wird. Als rein theoretisches Konstrukt konnte uns die Riester-Rente durchaus überzeugen, doch im Praxistest schwächelt sie seit längerer Zeit und zeigt Ihnen wieder einmal, wie gut die rhetorischen Fähigkeiten der Politik und Versicherungsbranche sind.

Der Hebel wurde genau an dem Punkt angesetzt, der Ihnen und allen zukünftigen Rentnern wirklich Sorgen bereitet. Den Lebensstandard im Alter verlieren und trotz einer hohen Lebensleistung am Ende zum Amt zu gehen, ist nicht das, was Sie sich für Ihr wohlverdientes Seniorendasein vorstellen. Anstelle einer Steuereinsparung und einem freiwilligen Beitrag zu einer späteren Zusatzrente, sind Sie als zukünftiger Riester-Rentner einem Konzept zum Opfer gefallen, das mit über 15 Millionen unterzeichneten Verträgen als Abzocke im großen Stil bezeichnet werden kann. Mit einem Riester-Vertrag konnten sich Versicherungsnehmer für die Förderung von Wohneigentum entscheiden, eine staatliche Förderpauschale erhalten und in Zeiten der Berufstätigkeit Steuern sparen. Doch allein die Förderung von Wohneigentum hat schon einen Haken, möchten Sie nicht am Lebensabend bauen und auf die „alten Tage“ in ein neu errichtetes Eigenheim umziehen. Denn wenn Sie nicht bauen und die Riester-Rente dementsprechend nicht zweckgemäß aufwenden, müssen Sie alle Vergünstigungen und Förderungen zurückzahlen, mit etwas Pech sogar darum kämpfen, dass Sie die eingezahlten Beträge in vollem Umfang bekommen und nicht mit weiteren Repressalien rechnen müssen.

Wer riestert, enteignet sich auf freiwilliger Basis und sollte jede Chance nutzen, dem knebelnden und keine Vorteile bringenden Vertrag zu entkommen. Auch wenn eine Kündigung mit einem Verlust einhergeht, ist diese immer noch sinnvoller, als bis zum Rentenalter einzuzahlen und weitere Gelder in ein Projekt zu investieren, dass weder finanziell noch menschlich einen Mehrwert, geschweige denn Sicherheit vor der Altersarmut bringt.

Verluste bei Riester Rente
Verluste statt Gewinn mit der Riester Rente / Bild: geralt – Pixabay.com/de

Herbe Verluste bei der Auszahlung von Riester-Renten

Müssen Sie zu Ihrer kargen Rente durch Nebenjobs zuverdienen und sich so vor Altersarmut schützen, wird der Zuverdienst auf die Riester-Rente angerechnet und abgezogen. Droht der Vorruhestand und Sie sind nicht gerade als Pilot oder im Bergbau tätig, müssen Sie auch hier mit einem empfindlichen Abzug rechnen und die nahezu unwirksamen „Sparmaßnahmen“ für Ihren Lebensabend in Kauf nehmen. Haben Sie sich durch alle Hürden gehievt und die Riester-Rente steht, wenn auch mit enormen Verlusten durch Inflation und stetige Geldentwertung, sowie die Abzüge wegen Ihrem Nebenjob oder dem früheren Eintritt ins Rentenalter vor der Anzahlung, kommt direkt der nächste Dampfhammer und kann das restliche „Vermögen“ schrumpfen. Denn die Auszahlung wird versteuert und nicht, wie Ihnen beim Abschluss des Vertrags von vielen Versicherungsmaklern suggeriert, steuerfrei an Sie ausbezahlt.

Die Lebenshaltungskosten haben sich erhöht, die Rentenzahlungen werden immer niedriger, die Lebensbedingungen für Senioren schwerer und die Vergreisung der Bevölkerung essenziell spürbar. Als Sie vor über einem Jahrzehnt dem Boom folgten und sich für den Abschluss einer Zusatzrente im Riester-Format entschieden, wollten Sie Ihren Lebensabend und Lebensstandard absichern. Dass Sie Teil einer großen Abzocke werden und Ihr Geld, anstelle es zu vermehren, vermindern, war Ihnen zum damaligen Zeitpunkt nicht bewusst und ließ sich dank der vielen „Schönreden“ und „flexiblen Empfehlungen“ nur schwer vermuten. Doch nun ist es soweit und Sie stehen vor dem Eintritt ins Rentenalter, der trotz Riester-Ersparnissen nicht ohne Nebenjobs oder den Weg zum Amt finanzierbar sein wird.

Steuern für Auszahlung der Riester Rente
Keine steuerfreie Auszahlung der Riester Rente / Bild: geralt – Pixabay.com/de

Die Riester-Lüge und ihre Auswirkungen

Resignieren Sie nicht, denn außer Ihnen sind weitere 15 Millionen Menschen in diesem Land auf die Riester-Lüge hereingefallen und haben den Aussagen vertraut, die einen finanziell sorgenfreien Lebensabend mit flexibler Planung und Einzahlung in die Privatrente versprachen. Bei über einen noch längeren Zeitraum laufenden Verträgen ist es nur ratsam, wenn Sie die Riester-Rente kündigen und jetzt mit einem Verlust leben. Würden Sie weiter einzahlen, würden sich die Verluste steigern und Sie wüssten, dass Sie monatlich Geld verbrennen und am Lebensabend keinen Mehrwert daraus erzielen. Die Riester-Rente ist kein zeitgemäßes oder renditebringendes Modell und entspricht leider auch nicht den Versprechungen, denen Sie vertrauten und die der Hintergrund für den Abschluss eines Vertrags nach dem Riester-Rentenmodell bildeten.

Titelbild: Urheber: patila / 123RF

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