Samstag , 1 Oktober 2016
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Kriege um Wasser

Wassermangel – Der große Krieg um die Ware Wasser

Wasser ist überall und erfüllt Funktionen, die unser Überleben überhaupt erst ermöglichen. Die chemische Verbindung H2O ist das Elixier des Lebens. Mindestens zwei Liter Trinkwasser am Tag sind die Basis einer gesunden Ernährung. Der Körper besteht bekanntlich zum großen Teil aus Wasser und auch die Stoffe und Gegenstände des Alltags verfügen über einen Messwert rund um virtuelles Wasser.

So verwendet die Herstellung eines Blattes DIN A4 etwa 10 Liter Wasser. Eine Tasse Kaffee schlägt mit 140 Litern zu buche, die Produktion eines kleinen KFZ verschlingt 450.000 Liter und auch die Entsorgungs- und Abfallwirtschaft ist mit dem Wasserverbrauch verbunden – so sind es z.B. 42 Liter Trinkwasser, die jeder Tag für Tag in der Toilette verschwinden lässt.

Rohstoff Wasser längst als Ware deklariert

Wasser kostet Geld – ob in Flaschen oder aus der Leitung, die Kosten für die Aufbereitung des flüssigen Goldes sowie die Versorgung schlägt zu buche. Auch Völker mit natürlichen Wasserreserven erleben einen Wandel des Wassers vom kostenlosen Rohstoff hin zum Produkt. Große Konzerne beanspruchen die natürlichen Vorkommen zu einem Spottpreis und sorgen dafür, dass das Wasser von Entwicklungsländern z.B: für die Cola in europäischen Regalen verwendet wird.

Notstand spürbar

Schon vor Jahrzehnten war es klar – die ersten großen Kriege werden nicht wegen eines Mangels von Öl geführt, so deutlich uns die Szenarien eines Mangels vorgehalten wurden um das Bewusstsein bei der Verwendung fossiler Rohstoffe zu schärfen, so fern liegt das Szenario in de Zukunft und ist nicht nur darum unter dem Problem Wassermangel anzusiedeln. Während Plastik unseren Planeten überschwemmt und noch kein Land über einen Mangel langfristigen Ölmangel klagen musste, ist der Mangel an Wasser in vielen Ländern und Regionen spürbar.

Doku: Wasser: Mangel im Überfluss

Als Entwicklungs- und Schwellenländer sollten Indien und China als erste von dem Mangel betroffen sein und auch in Zentral-Afrika ist die tägliche Versorgung ein Kampf. Das Angebot an Wasser ist ein Geschäft mit dem auch die Ärmsten ausgebeutet werden. Das Angebot an Wasser ist oft drittklassig – was als Trinkwasser verkauf wird, hat oft eine Qualität, die in Deutschland unter der von Wasser in öffentlichen Brunnen liegt. Zudem werden die Rationen der Privatanbieter mit Zucker gestreckt. Warum? Um durstigere Kunden zu haben.

Auch in wirtschaftlich entwickelten Gebieten gibt es Probleme mit der Versorgung. Florida zeigte dieses Jahr enorme Probleme. Das Anlegen von Wasserreserven wurde strafbar, Privatpersonen waren zu verschiedenen Maßnahmen aufgefordert, das kühle Nass zu sparen. Die norme Dürre sollte nur temporär werden, zeigt allerdings ein typisches Problem des selbstgemachten Wassermangels.

Auch in Europa gibt es Gebiete, in denen das Wasser teuer gehandelt wird. Italien zeigt einige landwirtschaftlich geprägte Regionen, in denen das Wasser aufgrund der Agrar-Nutzung in einem Dorf aufgebraucht wird. Die Bauern im darunterliegenden Dorf blieben aus und so auch die guten Ernteerträge. Gegen Zahlungen wurden die Reserven wieder freigegeben.

Was zeigen die Beispiele?

Wasser ist neben sauberer Luft und Sonnenlicht eigentlich ein Produkt, welches in Flüssen und Meeren frei zugänglich ist. Die industrielle Verwendung und die Aufbereitung zu Trinkwasser machen das lebenswichtige Nass zum Spekulationsobjekt. Das frühchristliche menschliche Denken, welches sich noch immer in unseren Köpfen verankert hat, stellt ein Problem dar: Die Welt ist der Menschen untertan, alles ist für uns geschaffen.

Dürren zeigen, dass dem nicht so ist. Der Mangel an Wasser tritt vor allem in Gebieten auf, die vom Menschen selbst künstlich angelegt wurden. Florida ist eines der besten Beispiele: Wo vorher eine Wüste war, wurden Gebiete künstlich bewässert, weit entfernte Quellen verwendet, um mit dem menschlichen Bedarf in den künstlichen Villenvierteln nicht auf trockenen Grund zu stoßen.

Wasser ist ein Handelsgut, welches der Industrie als erstes zur Verfügung steht: Obwohl in Gebieten der USA die Sperre für das Anlegen von Wasservorräten an Privatpersonen gegeben wurde, waren große Konzerne, wie Nestlé nicht eingeschüchtert und legten munter weiter Reserven an. Der Preis für das Wasser steigt in der Dürre enorm. Der Vorteil liegt beim Abfüller.

Nestle – Das dreckige Geschäft mit dem Wasser der 3. Welt

Die Probleme in den USA sind momentan als Luxusprobleme zu deklarieren, vergleicht man die Situation mit Slums in Indien, China und Zentralafrika, wo die tägliche Versorgung mit dem Gut kritisch ist und die erforderlichen Quellen fehlen. Die rasante Urbanisierung ohne nachhaltige Grundgedanken ist ein Grund und auch das Wirtschaften der Industriestaaten unterstützt den Mangel: In Schwellen- und Entwicklungsländern findet die grundlegende Produktion und auch die Endfertigung vieler Produkte statt, welche wir konsumieren. Das Wasser für die Fertigung von Autos und Co. wird allerdings nicht von uns geliefert.

Maßnahmen zur Ersparnis

Ein Kilo Fleisch benötigt 16.000 Liter Wasser – Wer hätte das Gedacht – außer Vegetarier und Veganer versteht sich. Um Wasser zu sparen, muss zunächst ein Bewusstsein für die Veränderung geweckt werden. Schockbilder wie auf Zigarettenpackungen wären wohl kaum eine Lösung. Die Angabe wie viel Wasser in welchem Produkt steckt schon: Dieses T-Shirt hat 1000 Liter Wasser gekostet.

Ein Umdenken und eine Lösung der effektiveren Wasseraufbereitung in Schwellenländern und Industrienationen ist notwendig. Sei es im Bereich der Viehzucht, der Papierherstellung oder anderen Segmenten. Nur geschlossene Produktionskreisläufe mit einem Höchstmaß an Wasserrecycling sind erforderlich. Die persönliche Verwendung von Wasser kann ebenfalls durchdacht werden. Seiten wie http://waterfootprint.org helfen dabei uns den eigenen Verbrauch vor Augen zu halten und zeigen uns schnell, an welchen Stellen gespart werden kann, ohne dass Lebensqualität verloren wird.

Golfplatz in Dubai
Ein Golfplatz in Dubai mit künstlich angelegten Teich.

Auch ein Zeichen gegen die menschliche Arroganz wäre Hilfreich: Luxusvillen-Viertel in Wüstengebieten auf der Basis von künstlicher Bewässerung mit Golfplatz und Swimmingpools entstehen zu lassen ist zwar machbar aber nachhaltig absoluter Unfug. Wir haben nur eine Welt, die es zu schützen gilt, bevor die ersten großen Kriege wegen Wasser Entwicklungsländer erschüttern sollte gehandelt werden.

2. Teil folgt…

 

Bilder:
Titelbild – Urheber: monamakela / 123RF Stockfoto
Dubai Golfplatz – angusfrasermktg / Pixabay.com

Über Peggy

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